13. September 2017 16:55
Comeback einer Legende
Borgward bringt die Isabella zurück
Atemberaubende Studie setzt auf gekonntes Design und modernen Antrieb.
Borgward bringt die Isabella zurück
© oe24

2015 wurde Borgward wiederbelebt. Die deutsche Kultmarke ist mittlerweile zwar chinesisch, wird aber von Managern gelenkt, die allesamt bei deutschen Premium-Herstellern gearbeitet haben. In China werden die neuen Borgward-SUVs bereits erfolgreich verkauft. 2018 sollen sie auch nach Europa kommen. Ab 2019 werden die Modelle für den europäischen Markt sogar in Deutschland gebaut. Auf der IAA in Frankfurt (Publikumstage: 14. bis 24. September 2017) hat die Marke aber einen ganz anderen Publikumsmagneten mit im Gepäck. Auf der großen Automesse feiert nämlich die legendäre Isabella ihr Comeback.

Kein Retro-Design

Zwar handelt es sich beim Isabella Concept um eine Studie, dennoch gibt Borgward damit einen Ausblick auf ein mögliches Serienmodell. In den 1950ern war die Isabella ein absolutes Kultmobil. Nun will die Marke vom positiven Image profitieren. Auf ein Retro-Styling haben die Designer verzichtet, dennoch verweisen einige Details auf das Original. Dazu zählen etwa der Hüftschwung in der Karosserie vor dem hinteren Kotflügel oder die Zweifarbenlackierung, die man in ähnlicher Form aktuell auch beim Bugatti Chiron findet. Die fünf Meter lange und 1,92 breite Isabella-Studie ist als viertüriges Coupé ausgelegt und setzt auf gegenläufig öffnende Schiebetüren. Das freundliche Gesicht erinnert etwas an den Porsche 718 Cayman. Dank der freistehend auslaufenden C-Säulen, die in Kombination mit dem Diffusor für einen hohen Abtrieb an der Hinterachse sorgen, kommt die Isabella der Neuzeit ohne störenden Heckspoiler aus. Deshalb können die spektakulär gezeichneten, bumerangförmigen Rückleuchten alle Blicke auf sich ziehen.

Starke Elektro-Power

Die ausgefeilte Aerodynamik ist auch dem Antriebskonzept geschuldet. Das Isabella-Concept setzt nämlich auf rein elektrische Energie. Konkret machen je ein E-Motor an der Vorder- und Hinterachse die flache Flunder zu einem elektrischen Allradler, der ohne Kardanwelle auskommt. Gemeinsam sollen es die Elektromotoren auf eine Leistung von 300 PS und ein Drehmoment von 450 Newtonmetern bringen. So gerüstet, beschleunigt die Elektro-Isabella in 4,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Borgward 250 km/h an. Informationen zu Reichweite, Akkukapazität und Ladedauer gibt es nicht.

Innenraum

Im Innenraum trifft die Zukunft ebenfalls auf Retro-Elemente. So gibt es für die Passagiere Einzelsitze im Lounge-Stil. Dank der fehlenden B-Säulen gelingt der Einstieg äußerst komfortabel. Der Fahrer nimmt hinter einem tief geschüsselten Lenkrad Platz. Knöpfe sucht man in der neuen Isabella vergebens. Die Bedienung erfolgt über eine berührungsempfindliche Mittelkonsole und dreidimensionale Hologramme. Ein weiterer (moderner) Blickfänger ist jenes Display, das sich unterhalb der Frontscheibe über die gesamte Breite des Innenraums erstreckt.

Fazit

Mit dem Isabella Concept zeigt Borgward, dass die Firma konkrete Pläne für die längere Zukunft hat. Dank dem Erfolg am chinesischen Markt scheint genügend Geld vorhanden zu sein. Wenn nun auch der Einstieg in Europa halbwegs erfolgreich gelingt, stehen die Chancen gut, dass wir in ein paar Jahren tatsächlich die Rückkehr der legendären Isabella erleben. Und zwar in einer modernen Interpretation, die es jedoch schafft, die Brücke zum Original zu schlagen.