13. Februar 2017 08:19
Stärkster Serien-Kompakter
„Neuer“ Audi RS3 Sportback leistet 400 PS
Damit holt er sich die Leistungskrone von M2 Coupé und AMG 45 zurück.
„Neuer“ Audi RS3 Sportback leistet 400 PS
© oe24

Jetzt stimmt die Leistungshierarchie in der Kompaktklasse aus der Sicht von Audi wieder. Denn mit seinen 367 PS wurde der RS3 Sportback zuletzt vom BMW M2 Coupé (370 PS) und dem Mercedes AMG A 45 4Matic (381 PS) überflügelt. Nun bekommt der RS3 aber ein Leistungsupdate. Die Herren der vier Ringe verpflanzen nämlich den überarbeiteten 2.5 TFSI aus dem aktuellen TT RS unter die Haube des Kompaktsportlers. Da der betörend klingende Fünfzylinder 400 PS in die Waagschale wirft, ist der Audi nun wieder der stärkste Serienkompakte der Welt. Weltpremiere feiert der „neue“ RS3 Sportback auf dem Genfer Autosalon 2017 (Publikumstage: 9. bis 19. März).

Performance

Der aufgeladene Fünfzylinder leistet nicht nur um 33 PS mehr als das Vorgängeraggregat, sondern ist unter anderem dank seines Aluminium-Kurbelgehäuses 26 Kilogramm leichter. Damit drückt nun deutlich weniger Gewicht auf die Vorderachse, was sich natürlich positiv auf das Handling auswirkt. Die Längsdynamik erinnert ohnehin eher an einen Supersportwagen: 480 Nm, Allradantrieb und das schnelle Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (S tronic) katapultieren den RS3 Sportback in gerade einmal 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Auf Wunsch hebt Audi den elektronisch begrenzten Top-Speed von 250 auf 280 km/h an. Zur Vollständigkeit halber sei hier noch der Normverbrauch angeführt: Im NEFZ-Zyklus verbraucht die Kompaktrakete 8,3 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer.

Fahrdynamik

Damit die Leistung auch in Fahrspaß umgemünzt wird, haben die Ingenieure einen hohen Aufwand betrieben. Die elektrohydraulische Lamellenkupplung des Allradantriebs verteilt die Antriebsmomente variabel zwischen den Achsen. Je sportlicher der Fahrer unterwegs ist, desto schneller und öfter gelangt ein Großteil der Momente an die Hinterachse. Serienmäßig ist das quattro-Management in das Fahrdynamiksystem Audi drive select eingebunden, ebenso wie die Lenkung, die S tronic, das Motormanagement, die schaltbaren Abgasklappen und das optionale RS-Sportfahrwerk plus mit adaptiver Dämpferregelung. Der Fahrer kann die Arbeitsweise dieser Komponenten in den vier Modi comfort, auto, dynamic und individual variieren. Im Zusammenspiel mit der Progressivlenkung, der Vierlenker-Hinterachse, der breiteren Spur und dem straffen Fahrwerksetup mit 25 Millimeter Tieferlegung soll der RS3 eine beeindruckende Dynamik an den Tag legen. Damit die Fuhre auch adäquat zum Stillstand kommt, montiert Audi hinter die 19-Zoll-Gussräder mit 235/35er Reifen Pizzateller große Bremsscheiben mit 370 mm bzw. 310 mm (hinten)Durchmesser. Auf Wunsch stehen sogar Scheiben aus Kohlefaser-Keramik zur Wahl.

Design

Außen setzt Audi auf das typische RS-Design. Allzu groß fallen die Änderungen zum 367-PS-Modell nicht aus. Die Front wird vom überarbeiteten Singleframe-Grill mit schwarz glänzendem Wabengitter, dem quattro-Schriftzug im unteren Bereich, großen Lufteinlässen und kantigen Schwelleraufsätzen dominiert. Das neu gestaltete Blade im Stoßfänger lässt den Top-A3 breiter wirken. LED-Scheinwerfer sind serienmäßig, auf Wunsch liefert Audi Scheinwerfer mit Matrix LED-Technologie. Am Heck sorgen ein großer Dachkantenspoiler, ein Diffusoreinsatz und die fetten ovalen Endrohre der Sport-Abgasanlage für einen dynamischen Abgang. RS 3-Embleme am Wabengitter und an der Heckklappe runden den eigenständigen Auftritt ab.

Ausstattung

Serienmäßig ist der RS 3 Sportback mit Sportsitzen in schwarzem Leder Feinnappa ausgestattet. Auf Wunsch gibt es stärker konturierte Sportsitze mit integrierten Kopfstützen. Bei beiden Varianten zieren RS-Logos die Lehnen. Das Multifunktions-Sportlederlenkrad ist unten abgeflacht. Haupt-Bedienelement ist der Dreh-/Drücksteller auf der Konsole des Mitteltunnels, dessen Oberfläche optional als Touchpad ausgeführt ist. Die Sprachsteuerung verarbeitet jetzt auch Fragen und Befehle aus dem alltäglichen Sprachgebrauch, wie zum Beispiel „ich habe Hunger“. Dann zeigt das Auto Restaurants in der Umgebung an.  Zu den weiteren RS-Zutaten zählen schwarze Zifferblätter mit roten Zeigern und weißen Skalen sowie das Fahrerinformationssystem inklusive Ladedruckanzeige, Ölthermometer und Laptimer. Leider kostet das empfehlenswerte volldigitale Cockpit auch im RS3 einen Aufpreis. Und das, obwohl es eine spezielle RS-Ansicht bietet, die den Drehzahlmesser in den Mittelpunkt rückt und seitlich Informationen zu Drehmoment, g Kräften und Reifendruck einblendet.

Mehr Konnektivität und Assistenzsysteme

In Sachen Konnektivität und Assistenzsysteme profitiert nun auch der RS3 von den Neuerungen, die das herkömmliche A3-Facelift mit sich brachte. So bringt etwa ein LTE-Modul die Audi connect-Dienste an Bord, darunter die Navigation mit Google Earth und Google Street View sowie Informationen zu Kraftstoffpreisen, Wetter, Reise und Verkehr. Die MMI connect App ermöglicht das Übertragen des Kalenders vom Smartphone ins Bordsystem. Außerdem kann der Fahrer Ziele von Google Maps und Sonderziele an das Navigationssystem senden sowie Musik aus dem Internet streamen. Per Apple Car Play und Android Auto gelangen ausgewählte Apps, etwa für Telefon, Navigation und Musik, direkt auf den Bildschirm im Auto. Darüber hinaus bietet das System eine WLAN-Hotspot-Funktion. Weitere Highlights sind zahlreiche Fahrerassistenzsysteme. Der Stauassistent regelt im zähfließenden Verkehr bis 65 km/h den Abstand zum Vorausfahrenden und übernimmt kurzzeitig die Lenkarbeit. Ebenfalls neu für den RS 3 Sportback sind der Notfallassistent, der das Auto bei Bedarf selbsttätig stoppt, sowie der Querverkehrassistent hinten.

Noch mehr Infos über Audi finden Sie in unserem Marken-Channel.

Verfügbarkeit

Unter dem neuen Label „Audi Sport“ sind der RS 3 Sportback und die RS 3 Limousine voraussichtlich ab April 2017 in Europa bestellbar. Die Markteinführung erfolgt im August 2017. Die Grundpreise für den kompakten Überflieger werden erst mit Bestellstart bekannt gegeben. Zur Orientierung: Der RS3 Sportback mit 367 PS war in Österreich ab 63.480 Euro zu haben. Billiger wird die 400 PS Variante sicher nicht. Und dann warten da noch die zahlreichen verlockenden Extras.