Conti entwickelt CO2-neutralen Wunder-Sprit

Synthetischer Diesel-Ersatz

Conti entwickelt CO2-neutralen Wunder-Sprit

Wie berichtet, hat die Diesel-Debatte mit drohenden Fahrverboten und Verkaufsstopps mittlerweile auch in Österreich dafür gesorgt, dass deutlich weniger Autos verkauft werden, die von einem Selbstzünder angetrieben werden. Verkehrsminister Jörg Leichtfried möchte überhaupt dafür sorgen, dass ab 2030 in Österreich keine Autos mehr verkauft werden, die mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet sind. Frankreich und Großbritannien planen Ähnliches für das Jahr 2040. Doch wenn man sich die Herausforderungen (Infrastruktur, Strombedarf, Reichweite, Ladedauer, Altbatterie-Entsorgung, etc.), vor der die Elektromobilität derzeit noch steht, genauer betrachtet, dürfte es doch noch länger dauern, bis nur mehr Stromer verkauft werden. 2025 soll ihr globaler Marktanteil laut aktuellen Studien erst bei 5 bis 10 Prozent liegen. Kein Wunder, dass die Hersteller und Zulieferer laufend Lösungen suchen, mit denen Diesel- und Benzinautos sauberer gemacht werden können.

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CO2-neutral hergestellte synthetische Kraftstoffe

So haben beispielsweise synthetische Kraftstoffe, die CO2-neutral erzeugt und verbrannt werden können, das Potenzial, Verbrennungsmotoren umweltfreundlicher zu machen. Der Zulieferer Continental hat jetzt den synthetischen Kraftstoff Oxymethylenether (OME) erfolgreich in Versuchsfahrzeugen getestet. Darunter befindet sich auch der in diesem Jahr vorgestellte Super Clean Electrified Diesel, der im Betrieb mit OME-Beimischung noch sauberer arbeitet.

Insgesamt haben die aktuellen Straßentests von Continental bestätigt, dass Dieselkraftstoff mit 15 Prozent OME-Beimischung für heutige Dieselmotoren bereits eine technisch verträgliche Möglichkeit ist, um den CO2-Ausstoß zu senken. Möglich wird das, weil bei der Herstellung von OME zum Beispiel das Kohlendioxid genutzt wird, das in Kraftwerken als Abgas anfällt. Durch eine solche Koppelung der Sektoren Energiewirtschaft, Chemie und Auto werden synthetische Kraftstoffe wie OME zu einer vergleichsweise sauberen Brückentechnologie auf dem Weg zur reinen Elektromobilität. Die von Conti seit Jahren intensiv betriebene Erforschung und Nutzung synthetischer Kraftstoffe soll nun dabei helfen, die CO2-Emissionen von Fahrzeugen zu reduzieren und damit der Erderwärmung entgegen zu wirken.

Synthetische Kraftstoffe tragen nicht nur zur CO2-neutralen Mobilität bei. OME für Dieselanwendungen beispielsweise verbrennt zudem nahezu rußfrei", erklärt Oliver Maiwald, Leiter Technology & Innovation bei Continental. „Continental treibt deshalb die Fahrzeugtechnologie zur Nutzung von synthetischen Kraftstoffen aktiv voran. Unser Ziel dabei ist es, in einer Übergangsphase das gewohnte Fahren klimaneutral zu ermöglichen."

>>>Nachlesen: Österreich ist EU-Spitzenreiter bei E-Autos

Herstellung ist Aufwendig

Die wirtschaftliche Erzeugung synthetischer Kraftstoffe ist eine der zentralen Herausforderungen in diesem Bereich. So befindet sich die Prozesstechnik zur Herstellung von OME auf industriellem Maßstab noch in der Entwicklung. Fahrzeugtests haben gezeigt, dass 15 Prozent OME-Beimischung im Dieselkraftstoff - zusätzlich zum aktuellen Biofuel-Anteil von 7 Prozent - schon heute motorisch nutzbar sind. Durch die nahezu CO2-neutrale Herstellung und Verbrennung von OME soll der CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs mit 15 Prozent OME-Anteil im Diesel proportional sinken. Beim Versuchsfahrzeug von Continental um etwa acht Gramm CO2 je Kilometer - und das obwohl die Energiedichte von OME geringer ist als die von Diesel.

Jeder Kraftstoff hat spezifische Eigenschaften, für die ein Motor mit all seinen Bestandteilen ausgelegt sein muss. Der Einsatz von OME hat daher Einfluss auf die gesamte Prozesskette vom Einspritzsystem über die Verbrennung, die Rohemissionszusammensetzung, die Abgasnachbehandlung und die Sensorik bis zur Diagnostik. Mit den technischen Voraussetzungen für eine robuste OME-Nutzung im Fahrzeug will der Zulieferer die Basis für eine umweltfreundliche Brückentechnologie zur Elektromobilität schaffen. Das schließt die weitere Optimierung von Hybridfahrzeugen ein. Und vor allem lässt sich auch die CO2-Bilanz des Schwerlastverkehrs verbessern. Denn hier wird die Elektrifizierung wegen der Fahrzeugmasse und Nutzlast voraussichtlich langsamer voranschreiten - was umweltfreundliche Übergangslösungen umso wichtiger macht. MAN baut in Österreich aber bereits E-Lkws.

>>>Nachlesen: Professor: Benziner sauberer als E-Autos

>>>Nachlesen: Auch Conti testet Roboter-Taxis

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