Der neue Porsche Boxster S im Test

Fahrmaschine

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Der neue Porsche Boxster S im Test

Porsches Einstiegsmodell war lange Zeit als Hausfrauen-Porsche verschrien. Doch spätestens seit der zweiten Generation wissen zumindest Autofans, dass es sich beim Boxster um eine echte Fahrmaschine handelt. Kein Wunder, schließlich zählt das Mittelmotorkonzept nach wie vor zu den sportlichsten Fahrzeuglayouts überhaupt. Wem die zweite Generation dennoch zu unmännlich bzw. unsportlich war, der sollte sich einmal den brandneuen Boxster genauer anschauen. Denn der hat sogar das Zeug die Ikone 911 anzugreifen.

Design
Während Porsche beim 911 aufgrund der neuen Märkte bzw. Kundenwünsche immer mehr Komfort ins Spiel bringen muss, sieht die Sache beim zweisitzigen Roadster etwas anders aus. Zwar wurde auch der neue Boxster etwas größer, dennoch bleibt er erfreulich kompakt. Der verlängerte Radstand sorgt nicht nur für kürzere Überhänge und ausgewogene Proportionen, sondern auch für mehr Fahrstabilität, was wiederum noch schnellere Kurvengeschwindigkeiten zulässt. Optisch ist der Neue zwar auf den ersten Blick als Boxster zu erkennen, er kommt aber deutlich maskuliner daher. Das neue Gesicht zeigt sich äußerst dynamisch und nimmt sogar Anleihen beim neuen Supersportler 918 Spyder. Die Silhouette wirkt selbst bei geschlossenem Dach stimmig und der neue Heckspoiler, der bis in die Rückleichten reicht, verleiht dem Auto Eigenständigkeit. Die leichte Stoffmütze öffnet und schließt jetzt übrigens vollautomatisch. Eine manuelle Ent- bzw. Verriegelung wie bei den Vorgängern ist nicht mehr nötig.

Porsche Boxster S 1/7

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Exzellentes Fahrverhalten
Doch nun zum Fahren. Porsche konnte dem Boxster dank des massiven Einsatzes von Leichtbauteilen einige Kilos abtrainieren. Und das spürt man auch auf der Straße. Im nun 315 PS starken Boxster S geht es dermaßen vorwärts, dass man das nahezu doppelt so teure 911 Cabrio wirklich nur mehr fürs Ego kaufen muss. Die Lenkung spricht extrem giftig an, das optionale Siegengang-Doppelkupplungsgetriebe hämmert die Gänge nur so rein und die Bremsen weisen selbst bei langen und kurvenreichen Etappen keinerlei Fading auf. Wenn man den Sport Plus-Modus aktiviert, lässt der Boxster auch gerne das Heck raushängen. Dazu muss man ihn angesichts der hervorragenden Straßenlage aber schon zwingen. Beim Zurückschalten gibt es wunderbare Zwischengasstöße. Die Soundkulisse des drehgierigen Boxer-Motors ist ebenfalls eine Klasse für sich. Wie schnell die Mittelmotorflunder wirklich ist, konnte sie auf einem abgesperrten Handlingkurs unter Beweis stellen. Hier kann man das Heck schön mitlenken lassen, was für atemberaubende Geschwindigkeiten sorgt. Sind alle elektronischen Fahrhilfen ausgeschaltet, sollte man aber wissen, was man tut. Denn hier reagiert der Boxster durchaus giftig. Das völlige Kontrastprogramm zeigt der Roadster dann beim gemütlichen Cruisen über Landstraßen oder bei Stadtfahrten. Hier geht er so handzahm zu Werke, dass man selbst die Großmutter ohne Bedenken hinters Steuer lassen kann. Doch bei einem Tritt aufs Gaspedal lässt man das gemütliche Gleiten schnell hinter sich: Der Boxster S ist halt doch eine lupenreine Fahrmaschine, die den Fahrer zum ambitionierten Fahren animiert. Das schlägt sich dann auch auf den Verbrauch nieder. Während im Alltag dank Start-Stopp-System und weiteren Effizienzmaßnahmen ein Verbrauch von neun Litern problemlos zu erreichen ist, zischen bei schnellen Etappen dann doch eher 12 bis 13 Liter durch die Einspritzdüsen.

Viel Platz, wenig Ausstattung
Der Rest ist schnell erklärt. Zwei Personen haben im neuen Boxster problemlos Platz. In den zwei Kofferräumen (vorne und hinten) gibt es genug Stauraum (150 und 130 Liter) für ein verlängertes Wochenende. Verarbeitung und Materialien werden dem hohen Preis voll gerecht. Die Serienausstattung ist nicht gerade üppig. 7-Zoll-Touchscreen, Klimaanlage und Bi-Xenon-Scheinwerfer sind aber mit an Bord. Dafür gibt es in der langen und teuren Aufpreisliste fast nichts, was es nicht gibt. Mit augestelltem Windschott und geschlossenen Fenstern kann man selbst bei kühleren Außentemperaturen problemlos offen fahren. Zu kritisieren gibt es nicht viel. Neben der Aufpreispolitik fällt uns eigentlich nur das Fehlen einer manuellen Handbremse ein. In einem Sportwagen hat eine elektronische Feststellbremse einfach nichts verloren. An die Tatsache, dass man vom Motor nichts zu sehen bekommt, hat man sich mittlerweile gewöhnt.

Kosten
Billig ist der Spaß freilich nicht. Ein "nackter" Boxster S mit PDK steht ab 71.140 Euro in der Liste. Mit ein paar unverzichtbaren Extras wie dem Doppelkupplungsgetriebe PDK, feinen Ledersitzen, Sport Plus-Paket, Lenkrad mit Schalt-Paddels etc. kommen schnell weitere 15 Tausender hinzu. Angesichts des guten Werterhalts, dem unschlagbaren Image und der gebotenen Performance wird der neue Boxster dennoch etliche Käufer finden.

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Technische Daten: Boxster S mit PDK
3,4 Liter-Boxer-Sechszylinder mit 315 PS und 360 Nm
Fahrleistungen: 0-100 km/h in 5.0 Sek. (mit Sport+ 4,8 Sek.), Spitze 277 km/h
Abmessungen: 4,37 x 1,80 x 1,28 (L x B x H in m)
Leergewicht: 1.350 kg (DIN-Norm)
Normverbrauch: 8,0 l/100 km (188 g CO2/km)
Preis: ab 71.140 Euro

Fotos vom neuen 911 Cabrio

Porsche 911 Cabrio (2012) 1/7

Porsche 911 Cabrio (2012)

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Porsche 911 Cabrio (2012)

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Porsche 911 Cabrio (2012)

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Porsche 911 Cabrio (2012)

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Porsche 911 Cabrio (2012)

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Optisch bleibt sich auch der offene 11er treu. Zwar wirkt auch er frischer und moderner als bisher, ist aber dennoch auf den ersten Blick als Porsche 911 zu erkennen.

Dank des um 10 Zentimeter längeren Radstands und der um einige Zentimeter breiteren Spur, wirkt das Cabrio austrainierter. Es steht fast angriffslustig auf seinen großen Rädern.

Besonders stolz sind die Entwickler auf das neue Verdeck, das nur auf den ersten Blick wie eine normale Stoffmütze aussieht. Leichtbau (unter dem Stoff verbirgt sich eine besonders leichte Magnesium-Konstruktion) sorgt auch hier für weniger Gewicht, einen tieferen Schwerpunkt und mehr Sportlichkeit.

Wenig überraschend ist, dass die beiden Cabrio-Versionen jeweils über den gleichen Antrieb wie die Carrera Coupés verfügen. Im Heck des Carrera Cabrio arbeitet also der 3,4-Liter-Boxermotor mit 350 PS, dessen Kraft über ein Siebengang-Schaltgetriebe auf die Hinterräder wirkt.

Der offene 911 Carrera S hat einen 3,8-Liter-Sechszylinder mit 400 PS und ebenfalls serienmäßig ein Siebengang-Schaltgetriebe.

Für beide Modelle gibt es auch das bewährte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) mit Schaltpaddels am Lenkrad.

Von der gewachsenen Außenlänge (Plus von gut 5 cm) profitiert das Platzangebot. Selbst zwei groß Gewachsene finden nun problemlos Platz.

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