Der neue Toyota GT86 im Test

Celica-Nachfolger

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Der neue Toyota GT86 im Test

Als Toyota im Vorjahr die Serienversion des "Celica-Nachfolgers" GT86 präsentierte, trauten viele Autofans ihren Augen nicht. Die Japaner haben das Design und das Konzept der vorher gezeigten Studien fast eins zu eins in die Serie umgesetzt. Mit dabei die vielversprechenden Eckdaten: drehfreudiger Boxer-Saugmoter vorne, Heckantrieb, Sechsganggetriebe und niedriger Schwerpunkt. Ob die hohen Erwartungen und Vorschusslorbeeren auch eingelöst werden, konnten wir nun in Barcelona überprüfen.

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  Diashow

Optisch macht der neue GT86 einiges her. Die Front erinnert mit dem großen Lufteinlass und den schmalen Scheinwerfern an ein Insekt.

Am Heck setzen neben dem Spoiler auch der Diffusor...

...und der Doppelauspuff Akzente.

Trotz der sportlichen Formen ist der Sportwagen recht übersichtlich.

Serienmäßig rollt der flotte Toyota auf schicken 17-Zöllern.

Im Innenraum ist alles auf das Fahren ausgelegt. Nichts lenkt vom Geschehen auf der Straße ab. Der Drehzahlmesser ist in der Mitte angeordnet, die Geschwindigkeit wird auch digital eingeblendet.

Es gibt nur wenige Schalter und die sind alle einfach zu bedienen.

Neben einer kompletten Sicherheitsmitgift sind Komfortdetails wie 2-Zonen-Klimaautomatik, Sportsitze,...

...6-Zoll-Touchscreen, Bordcomputer, schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, Tempomat, LED-Tagfahrlicht, 17-Zoll-Alus und Bluetooth serienmäßig mit an Bord.

Spiegelverstellung und Schalter für die Fensterhaber finden sich in der Tür.

Hinten kann im 2+2-Sitzer aber niemand sitzen. Es gibt jedoch die Möglichkeit zwei Kindersitze zu installieren. Außerdem kann man die Notsitze als zusätzlichen Stauraum nutzen.

Auf der Rennstrecke macht der GT86 besonders viel Spaß. Sein Konzept ist einfach zum Kurvenräubern prädistiniert.

GT86 mit seinen Ahnen. Vorn der Sport 800, hinten der 2000GT. Letzterer...

...sorgte in den 1960er Jahren für Aufsehen. Optisch erinnert er stark an...

...den Jaguar E-Type.

Fahrspaß pur
Laut Toyota steht beim GT86 vor allem der leistbare Fahrspaß im Vordergrund. Zahlen wie Beschleunigungswerte und Rundenzeiten sind zwar ebenfalls wichtig, das Hauptaugenmerk lag jedoch darin, ein tolles Fahrverhalten auf die Straße zu zaubern. Entwickelt wurde das Auto gemeinsam mit Subaru, wo es, wie berichtet, als BRZ in den Handel kommt. Der 2.0-Liter Subaru-Boxermotor wurde um eine moderne Einspritzung von Toyota ergänzt. 200 PS und das Drehmoment von 205 Nm hören sich für einen Sportler zunächst nicht allzu berauschend an, das legt sich jedoch mit dem Druck auf den Startknopf. Denn der Sound des drehfreudigen Aggregats ist der Hammer. Kein Wunder, schließlich weisen die beiden Endrohre einen Durchmesser von genau 86 mm auf. Auch die Bohrung und der Hub betragen jeweils 86 mm - alles kleine Hinweise, mit wie viel Liebe zum Detail die Ingenieure beim GT86 arbeiteten. Der Motor liebt hohe Drehzahlen, denn die 200 PS liegen erst bei über 7.000 Umdrehungen pro Minute an. Das volle Drehmoment steht erst bei 6.600 Umdrehungen bereit. Beim Tritt aufs Gaspedal setzt ab 2.400 Touren der erste Schub ein. Ab da geht es schon ordentlich vorwärts. Doch bei 4.500 Umdrehungen schlägt der Hammer ein zweites Mal zu, und dann noch energischer. Hier gibt es fast kein Halten mehr, denn der Boxer dreht ohne Rücksicht weiter. Erst bei 7.400 Umdrehungen ermahnt ein kleines rotes Lämpchen im Drehzahlmesser zum Hochschalten. Was angesichts der knackigen, präzisen und äußerst kurzwegigen manuellen Sechsgang-Box eine wahre Freude ist. Das Getriebe ist zwar äußerst kurz übersetzt, dafür bleibt man aber immer auch im passenden Drehzahlbereich. Der Sprint von 0 auf 100 km/h ist nach 7,6 Sekunden abgehakt, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 226 km/h. Optional gibt es auch eine Sechsgang-Automatik. Von dieser würden wir jedoch abraten. Im Automatikmodus kann sie sich aufgrund des niedrigen Drehmoments für keinen Gang entscheiden und spring oft unnötig hin und her. Zwar sind auch manuelle Eingriffe (über den Hebel oder den Schaltpaddels hinterm Lenkrad) möglich, das manuelle Getriebe macht aber einfach mehr Spaß.

Geniales Fahrverhalten
Das Fahrverhalten des nur 4,24 Meter langen Sportlers profitiert vom niedrigen Schwerpunkt, der hervorragenden Gewichtsverteilung (53:47 - vorne/hinten), dem Leergewicht von nur 1.239 kg und dem Heckantrieb. Kurvenreiche Landstraßen werden zum wahrsten Vergnügen. Die direkte Lenkung setzt jeden noch so kleinsten Befehl direkt um. Mit einem Durchmesser von gerade einmal 36 Zentimetern, ist das Lenkrad das kleinste, das je in einem Toyota verbaut wurde. Die Sportsitze bieten einen perfekten Seitenhalt. Nur an die Bremsen muss man sich etwas gewöhnen. Sie erfordern einen hohen Kraftaufwand, um richtig giftig anzusprechen. Ein weiteres Lob verdienen die Ingenieure dafür, dass das elektronische Stabilitätsprogramm (VSC) völlig deaktivierbar ist. Weiters steht ein Sportmodus zur Verfügung, der leichte Heckschwenks zulässt, das Auto bei Bedarf aber dennoch einfängt. Dank der serienmäßigen Differentialsperre ist auch in engen Kurven genügend Traktion vorhanden. Bei unserer rasanten Ausfahr pendelte der Verbrauch zwischen 8.7 und 9 Liter auf 100 km, was angesichts der Performance ein toller Wert ist.

Cockpit und Ausstattung
Im Innenraum ist alles auf das Fahren ausgelegt. Nichts lenkt vom Geschehen auf der Straße ab. Der Drehzahlmesser ist in der Mitte angeordnet, die Geschwindigkeit wird auch digital eingeblendet. Es gibt nur wenige Schalter und die sind alle einfach zu bedienen. Für die beiden Frontpassagiere gibt es ausreichend Platz. Hinten kann im 2+2-Sitzer aber niemand sitzen. Es gibt jedoch die Möglichkeit zwei Kindersitze zu installieren. Außerdem kann man die Notsitze als zusätzlichen Stauraum nutzen. Denn der Kofferraum ist nicht sehr groß. Bei der Ausstattung lässt sich Toyota nicht lumpen. Neben einer kompletten Sicherheitsmitgift sind Komfortdetails wie 2-Zonen-Klimaautomatik, Sportsitze, 6-Zoll-Touchscreen, Bordcomputer, schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, Tempomat, LED-Tagfahrlicht, 17-Zoll-Alus und Bluetooth serienmäßig mit an Bord.

Als Extras gibt es nur eine Lederausstattung, ein Navisystem, Metallic-Lack und ein Aerodynamik-Paket mit riesigem Heckflügel. Der GT86 ist in sieben Außenfarben erhältlich.

Kritik
Kritikpunkte gibt es nur wenige. So greift sich etwa der schwarze Dachhimmel extrem billig an. Auch das Plastik in der Mittelkonsole wirkt nicht gerade hochwertig. Für den Beifahrer wäre ein Haltegriff im Dach nett gewesen. Vor allem dann wenn es rasant um die Kurve geht. Außerdem kann man den Kofferraum nur von innen oder über die Schlüsselfernbedienung öffnen.

Image-Träger
Für Toyota ist der GT86 ein wichtiger Image-Träger und setzt die langjährige Sportwagenhistorie fort. Das Design ist vom 2000GT inspiriert, bei der Technik erweist sich der Sport 800 als der perfekte Urahn und als Namensgeber stand der AE86 (1980er Jahre) Pate. Vom Celica wurden 3,9 Millionen Stück verkauft. Vielleicht kann der GT86 hier anknüpfen das Zeug dazu hat er jedenfalls. Auch deshalb, weil das Auto noch dazu richtig gut aussieht. Hier ist den Designern ein richtig knackiger Sportwagen gelungen, der in keiner Weise pubertär wirkt.

Preis und Verfügbarkeit
In Österreich startet der Verkauf am 15. Juni. Die ersten Kundenfahrzeuge werden Anfang September ausgeliefert. 2012 will Toyota in Österreich 280 Einheiten verkaufen, 2013 sollen es 500 sein. Es wären aber viel mehr möglich, doch die Stückzahlen sind leider begrenzt. Los geht es ab 33.684 Euro, die Automatik-Version kostet in Österreich nur 540 Euro (ab 34.224) mehr. Bei ihr ist nämlich der Normverbrauch (7,1 statt 7,8 Liter/100km) geringer, weshalb die NoVA nur 8 statt 10 Prozent beträgt. Die 5-Jahres-Garantie ist ein weiteres Argument, das für den GT86 spricht.

Noch mehr Infos über Toyota finden Sie in unserem Marken-Channel.

Gelungener Renneinstieg
Wie gut der GT86 tatsächlich ist, stellte er am vergangenen Wochenende unter Beweis: Bei der 40. Auflage des ADAC 24-Stunden-Rennens am Nürburgring (17. bis 20. Mai 2012) belegte der GT86 zwei erste Plätze in seiner Klasse. Das GAZOO Racing Team (Bild unten) war bei seinem insgesamt sechsten Auftritt erstmals mit zwei GT86 am Start und schaffte mit einem Fahrzeug auf Anhieb Platz eins in der Klasse SP3. In der Klasse V3 für Serienfahrzeuge fuhr das Toyota Swiss Racing Team mit dem GT86 einen weiteren Klassensieg beim legendären 24-Stundenrennen in der "grünen Hölle" ein.

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