LED-Scheinwerfer überzeugen im Test

Sorgen für Durchblick

© ADAC/Ralf Wagner/Frank Peterschröder

LED-Scheinwerfer überzeugen im Test

Die Lichttechnik im Kfz-Bereich hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt: Halogenscheinwerfer sind mittlerweile überholt, Ähnliches gilt für die Mitte der 1990er Jahre eingeführte Xenon-Technik. Aktuell setzen die Hersteller verstärkt auf LED (light emitting diode oder auch Licht-emittierende Diode). Kein Wunder, schließlich bietet die Technologie gleich mehrere Vorteile wie längere Haltbarkeit, geringeren Energieverbrauch und eine dem Tageslicht ähnlichere Lichtfarbe.

Inzwischen sind LED-Scheinwerfer auch für viele Modelle der unteren Mittelklasse zumindest optional erhältlich. Selbst Kleinwagen wie der neue Nissan Micra oder der Renault Clio können ab Werk mit der Technik ausgerüstet werden. Ein aktueller Vergleich des ÖAMTC und seiner europäischen Partnerclubs mit sechs beliebten SUV-Modellen (Audi Q3, BMW X1, Hyundai Tucson, Nissan Qashqai, Seat Ateca und VW Tiguan) zeigt, dass LED trotz einzelner Schwächen für gute bis sehr gute Ausleuchtung sorgt.

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Die Ergebnisse im Detail

Am meisten konnte der VW Tiguan die Experten überzeugen. "Neben homogener Ausleuchtung und großer Leuchtweite konnte das Fahrzeug vor allem mit der Kurvenlichtfunktion sowie dem dynamischen Fernlichtassistenten punkten", hält ÖAMTC-Technikder Stefan Kerbl fest. "Das sind zwei Ausstattungsmerkmale, die kein anderes Fahrzeug im aktuellen ÖAMTC-Vergleich aufweist."

Der Audi Q3 lieferte ebenfalls eine sehr gute Vorstellung ab. Die auffallend weiße und homogene Lichtfarbe sowie die gute Ausleuchtung überzeugten beim Vergleich besonders. "Negativ fiel hingegen der teils zögerlich, teils hektisch agierende Fernlichtassistent auf", berichtet der Techniker.

Auf Platz 3 reiht sich der BMW X1 ein, dessen Licht insgesamt einen sehr harmonischen Eindruck macht. "Innerorts sorgt das Stadtlicht für eine breite Ausleuchtung, der Fernlichtassistent funktioniert zuverlässig und schnell", fasst Kerbl zusammen. Allerdings verzichtet BMW bei diesem Modell auf eine Scheinwerfer-Reinigungsanlage. Ist eine solche nicht vorhanden, ist ein begrenzter Leuchtstrom (maximal 2.000 Lumen) vorgeschrieben, um den Gegenverkehr blendendes Streulicht, das durch Verschmutzung entstehen kann, möglichst zu vermeiden. Dadurch fällt die Helligkeit des Abblendlichts allerdings sichtbar geringer aus als bei den anderen Testkandidaten.

led_scheinwerfertest_tabell.jpg Grafik (c) ADAC

Seat Ateca, Nissan Qashqai und Hyundai Tucson folgen auf den Plätzen. Beim Ateca überzeugte speziell der helle, weitreichende Lichtkegel, allerdings ist das Scheinwerferlicht des Spaniers weniger homogen als das der anderen Testkandidaten. "Und auch deutliches Streulicht ist beim Seat ein Problem", erklärt Kerbl. Der Qashqai verfügt – ebenso wie der Seat – über kein Abbiegelicht, punktet allerdings mit homogener Ausleuchtung und schnell reagierendem Fernlichtassistenten. "Der Hyundai hat als einziges Fahrzeug zwei Linsen pro Scheinwerfer und damit das beste Abblendlicht, dem allerdings das schlechteste Fernlicht gegenübersteht. Außerdem hat er keinen Fernlichtassistenten", so der ÖAMTC-Techniker.

So wurden die LED-Scheinwerfer verglichen

Wie das vom ADAC veröffentlichte Video (oben) von dem Test zeigt, wurden die Scheinwerfer zunächst im Lichtkanal hinsichtlich Lichtreichweite, Homogenität und Streulicht untersucht und einem Vergleichsfahrzeug mit Halogenscheinwerfern gegenübergestellt. In der zweiten Testphase wurde die Qualität der Lichtassistenzsysteme auf einem Testgelände verglichen: Fernlichtassistenten, Leuchtweitenregulierung sowie Kurvenausleuchtung (Abbiege- und Kurvenlicht). Schließlich wurde noch ein Vergleich bei nächtlichen Testfahrten, also unter Realbedingungen in verschiedenen Umgebungen, angestellt.

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