Anti-Terror-Betonsperren bringen nichts

Erschreckendes Testergebnis

Anti-Terror-Betonsperren bringen nichts

Die in Deutschland verwendeten mobilen Antiterror-Betonsperren zum Schutz von Besuchern auf Großveranstaltungen, die künftig auch in Österreich verstärkt zum Einsatz kommen sollen, bieten keinen ausreichenden Schutz vor Anschlägen mit Lkw. Das ergaben zwei Tests der Dekra im Auftrag des MDR-Fernsehmagazins "Umschau".

Bei den Tests hat jeweils ein Lkw eine Absperrung aus mobilen Betonpollern durchbrochen. Der getestete Fahrzeugtyp entspricht dem, der beim Anschlag in Nizza verwendet wurde. Das Anschlagsfahrzeug in Stockholm und am Weihnachtsmarkt in Berlin war erheblich größer als der Test-Lkw. Bei den Testpollern handelt es sich um die schwersten derzeit auf dem Markt angebotenen Betonblöcke, die in ganz Deutschland für Sperren verwendet werden.

betonsperre-lkw-960-off1.jpg (c) MDR Umschau

Selbst die Hersteller waren überrascht

Beim Test der Dekra in Neumünster waren auch Hersteller von Betonsperren zugegen. Sie waren von den Bildern des Tests überrascht und hielten den Testaufbau für repräsentativ. Auf den Prüfstand kamen Betonblöcke von Becker Boden Baustoffe (Werl). Sie haben Kantenlängen von 0,8 x 0,8 x 1,6 Meter und ein Gewicht von 2,4 Tonnen. Getestet wurde in zwei Szenarien - jeweils mit einem beladenen Lkw mit einem Gesamtgewicht von 10 Tonnen. Das Fahrzeug fuhr mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h auf die Betonsperren. Im ersten Test wurden die Sperren in einer Linie mit einem Abstand von 1,5 Metern im rechten Winkel zur Fahrbahn aufgebaut, sodass der Lkw frontal auf das Hindernis fuhr. Im zweiten Test wurden die Sperren in einer Linie in einem Abstand von 0,8 Meter im Winkel von 30 Grad zur Fahrbahn gestellt, sodass das Fahrzeug die Sperren leicht seitlich angreifen konnte.

Fazit der Polizei

Betonpoller, wie sie im Test verwendet wurden, wurden nach dem LKW-Anschlag von Nizza deutschlandweit eingesetzt, u. a. auch beim Tag der Deutschen Einheit 2016 in Dresden. Für das Sicherheitskonzept dieser Großveranstaltung war Polizeidirektor René Demmler verantwortlich. Er bezeichnet das Testergebnis "nicht als Enttäuschung". Das Ergebnis bestätige soweit die Annahmen der Polizei, die sie schon vor dem 3. Oktober gehabt hätte. "Es macht aber nochmal nachhaltig deutlich, dass mehr Mittel erforderlich sind, um wirklich das Risiko noch im stärkeren Maße zu reduzieren", so Demmler.

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