GM:

Mütterlicher Rat

© Thomas Lohnes/dapd

GM: "Opel soll sich VW zum Vorbild nehmen"

Opel soll nach dem Willen seiner Mutter GM vom Erzrivalen VW lernen. Bei dem Bemühen, den verlustreichen Rüsselsheimer Autobauer wieder in die Spur zu bringen, verweist General Motors ausgerechnet auf die erfolgreichen Wolfsburger. "Ich bewundere deren Gewinnmargen", sagte GM-Manager Stephen Girsky in New York. VW gelinge es, höhere Preise für seine Autos zu erzielen, mit mehreren Marken gleichzeitig erfolgreich zu sein und dabei auch noch die Kosten im Griff zu haben.

Strategiechef
Girsky ist Strategiechef bei General Motors und seit kurzem auch Aufsichtsratsvorsitzender von Opel. Der ehemalige Autoanalyst ist damit die Stimme der Detroiter Konzernzentrale in Rüsselsheim und steht in stetem Kontakt mit Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke. "Wir arbeiten gemeinsam daran, Opel dauerhaft profitabel zu machen", sagte Girsky. "Wir müssen wissen, wo wir zurückliegen, und aufholen."

Die Messlatte ist Europas größter Autobauer Volkswagen. Opel habe ein schlechteres Ansehen als die Marke VW, räumte Girsky unumwunden ein. "Ja, absolut. Wir wissen das." Das sei aber ungerechtfertigt - ein Opel sei nicht schlechter. "Unsere Produkte räumen viele Preise ab."

Image muss verbessert werden
Girsky sieht einen der Schlüssel für die Rückkehr in die schwarzen Zahlen darin, das Image der Marke Opel zu verbessern, um letztlich höhere Preise durchsetzen zu können. "Wir sollten nicht rausgehen mit der Prämisse, 5 Prozent weniger für unsere Autos zu verlangen als Volkswagen, oder wie hoch auch immer der Nachlass sein mag."

Opel schreibt seit geraumer Zeit Verluste und die Erholung verläuft schleppender als gedacht. Das Management musste sich von seinem Ziel verabschieden, in diesem Jahr eine schwarze Null zu schreiben. Nun geht die Sorge vor neuen Einschnitten um. Tausende Mitarbeiter mussten bereits im Rahmen eines Sanierungsplans gehen. "Der Plan ist offensichtlich nicht gut genug, schließlich verlieren wir weiter Geld", sagte Girsky. "Wir müssen einen neuen Plan entwickeln."

Kooperationen

Eine Möglichkeit könnten weitere Kooperationen mit anderen Herstellern sein, sagte der GM-Manager. Opel arbeitet bei Transportern bereits mit Fiat und Renault zusammen. Auch solle die Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns verbessert werden. "Der Opel Astra und der Chevrolet Cruze basieren auf der gleichen Plattform. Vielleicht können sie künftig noch ähnlicher werden."

Was ein neuer Sanierungsplan für die Mitarbeiter von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall hieße, ist unklar. Eine Vereinbarung zwischen Unternehmen und Betriebsrat schützt vorerst vor betriebsbedingten Kündigungen. "Wir haben einen Vertrag bis 2014", sagte Girsky. Ob dieser Vertrag aufgeweicht werden könne oder was danach passiert, dazu äußerte sich der Opel-Aufsichtsratschef nicht.

Chevrolet auf gutem Weg
Lichtblick für GM in Europa ist derzeit die Hausmarke Chevrolet, die mit günstigen Autos aus vornehmlich koreanischer Produktion punktet. Einen Konflikt mit Opel sieht Girsky nicht. "Andere Unternehmen verkaufen auch mehr als eine Marke in Europa." Wieder führte der GM-Manager Volkswagen ins Feld: Die Marken VW, Skoda oder Audi grenzten sich erfolgreich ab, aber arbeiteten bei der Technik wo nötig zusammen. "Wenn wir das genauso gut hinkriegen, können wir auch gewinnen."
 

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