11. Juli 2018 16:58
Auf öffentlichen Straßen
Mercedes & Bosch legen mit Roboautos los
Zunächst ist bei dem Shuttle-Service für die Großstadt noch ein Aufpasser mit an Bord.
Mercedes & Bosch legen mit Roboautos los
© oe24

Daimler (Mercedes / Smart) und Bosch treiben ihr gemeinsames Entwicklungsprojekt zum autonomen Fahren mit Testwagen auf der Straße im kommenden Jahr voran. Ab Mitte 2019 werde ein Shuttle-Service auf ausgewählten Strecken in einer Metropole im US-Bundesstaat Kalifornien mit Kunden getestet, kündigten die Unternehmen am Mittwoch an.

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Gespräche laufen noch

Ob es die Straßen von San Francisco werden, wollten die Projektleiter wegen noch laufender Gespräche nicht sagen. Aber zumindest in der Region San Francisco Bay soll erprobt werden, wie sich voll automatisierte Fahrzeuge in den Stadtverkehr mit vielen anderen Pkw, Rad- und Motorradfahrern sowie Fußgängern integrieren lassen.

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Allianz zweier Branchengrößen

Der Weltmarktführer unter den Premium-Autobauern und der weltweit größte Autozulieferer experimentieren jeder für sich schon seit 2013 an fahrerlosen Autos in der Praxis. Im vergangenen Jahr schlossen sie sich zusammen, um ihr Technologiewissen zu diesem wichtigen Trend mit Blick auf den Stadtverkehr zu bündeln und die damit verbundenen hohen Kosten im Rahmen zu halten. Beide Konzerne finanzieren das Projekt zu gleichen Teilen. Zur Höhe des Budgets machten Bosch und Daimler keine genauen Angaben. Es handle sich um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag, erklärte Daimler.

Die Fahrzeuge haben mit zahlreichen Sensoren und Kameras ihr Umfeld im Blick.

Sicherheit hat oberste Priorität

Serienreife der für Fahrdienste aller Art geeigneten Autos ist bis Anfang des nächsten Jahrzehnts geplant. Doch Sicherheit habe oberste Priorität, erklärte Michael Hafner, Leiter für Automatisiertes Fahren bei Daimler. "Gründlichkeit geht dabei im Zweifel vor Schnelligkeit." Die mit Sensoren und Kameras gespickten Mercedes-Modelle können zwei Passagiere aufnehmen, ein Sicherheitsfahrer soll stets an Bord sein. Ein Verbund mehrerer Steuergeräte verarbeitet die Unmengen an Daten, die für sicheres Fahren gebraucht werden. Eine Plattform für Künstliche Intelligenz zum ständigen Anpassen an neue Situationen besorgten sich Daimler und Bosch beim US-Technologieunternehmen und -Chiphersteller Nvidia.

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"Rollender Supercomputer"

Entscheidend für vollautomatisiertes und fahrerloses Fahren im urbanen Umfeld ist das zuverlässige Erkennen des Fahrzeugumfelds mithilfe unterschiedlicher Sensoren. Die Vielzahl der dabei gewonnenen Daten in kürzester Zeit zu analysieren, zu interpretieren und in Fahrbefehle umzusetzen, setzt eine enorme Rechenleistung voraus – das vollautomatisierte, fahrerlose Fahrzeug wird zum rollenden Supercomputer. Gleichzeitig erfordert vollautomatisiertes und fahrerloses Fahren in der Stadt eine vielseitige, redundante Systemarchitektur und das höchste Level an funktionaler Sicherheit. Um diese Sicherheit zu erreichen, werden die erforderlichen Rechenoperationen in verschiedenen Schaltkreisen parallel durchgeführt. So kann im Bedarfsfall blitzschnell auf diese parallelen Rechenergebnisse zurückgegriffen werden. Hier dürfte sich die Zusammenarbeit mit Nvidia ebenfalls bezahlt machen.

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Vertrauen litt zuletzt unter Unfällen

Das Vertrauen in die Technik wurde in letzter Zeit erschüttert durch mehrere Unfälle von Tesla-Modellen im Autopilot-Modus und vor allem den Unfall eines selbstfahrenden Testautos des Fahrdienstvermittlers Uber, bei dem eine Passantin getötet wurde. Zu möglichen Erkenntnissen aus diesen Vorfällen wollten sich die Experten von Daimler und Bosch nicht äußern. Es gelte, ein absolut sicheres Produkt auf die Straße zu bringen und über die Technik zu informieren, damit Autos ohne Lenkrad und Pedale von der Gesellschaft akzeptiert würden.

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