Reisesaison: Alle Infos über Auslandsstrafen

Andere Länder, andere Sitten

© AP/Gregorio Borgia

Reisesaison: Alle Infos über Auslandsstrafen

In wenigen Wochen beginnt die Urlaubszeit. Sommer, Sonne und Badevergnügen locken viele Österreicher in benachbarte Urlaubsländer. Andere Länder, andere Sitten? Gerade bei Verkehrsbestimmungen gibt es, wie berichtet, innerhalb Europas gravierende Unterschiede bei der Bestrafung. Der heimische Autofahrerclub ÖAMTC gab deshalb am Dienstag bei einer Pressekonferenz Tipps zur Vermeidung unliebsamer Überraschungen im Urlaub.

Beschwerden nehmen zu
"Die Anzahl der beim ÖAMTC eingegangenen Beschwerden hat sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt", so Club-Clubchefjurist Andreas Achrainer. Die meisten Beschwerdefälle (530) bearbeiteten die ÖAMTC-Rechtsberater im Jahr 2010 von Italien-Urlaubern. Vermeintliche Verkehrsdelikte waren hier das Hauptärgernis. "Nicht nur fehlende Rechtsgrundlagen machen den Urlaubern das Leben schwer. In den vergangenen Jahren wurde auch immer häufiger von Abzocke und überhöhten Strafen berichtet", kritisierte Achrainer.

Beispiel zeigt Willkür auf
Betroffen von der italienischen Behördenwillkür ist beispielsweise der Kärntner Bernd Thalbauer. Der ÖAMTC-Kunde wollte im vergangenen Jahr den 44. Hochzeitstag mit seiner Frau in Venedig feiern. Ein Verkehrsunfall beim Autobahnkreuz Udine beendete die Reise vorzeitig, Thalbauer und seine Frau wurden via Hubschrauber in umliegende Krankenhäuser transportiert. Ostern 2011 erhielt er von der Verkehrspolizei Udine eine Zahlungsaufforderung über 389 Euro. Grund der Strafe: Thalbauer wurde nach dem Unfall im Krankenhaus von der italienischen Polizei befragt und konnte hierbei die erforderlichen Fahrzeugpapiere nicht vorweisen. Er erhob Einspruch gegen den Bescheid. "Diese Angelegenheit ist noch immer ungeklärt, so habe ich auch bis heute noch keinen Unfallbericht erhalten", kritisiert Thalbauer.

Kuriose Bestimmungen
"Reiselust und Reisefrust liegen häufig eng beisammen", sagte ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant. In vielen Ländern gibt es kuriose Bestimmungen. "So müssen beispielsweise in Spanien elektronische Geräte wie Handy oder Radio während des Tankvorgangs an der Tankstelle ausgeschaltet werden", warnte Bergant. Skurrile Vorschriften gibt es auch in der Schweiz. Dort sollte auf ein Navigationssystem mit Radarwarnfunktion verzichtet werden. "Ein solches Gerät wird mit einem Radarwarner gleichgesetzt und darf weder verwendet noch mitgeführt werden. Bei Verstößen geht die eidgenössische Exekutive rigoros vor", sagte Achrainer.

Müssen zugestellte Strafzettel bezahlt werden?
Auch die Frage, ob per Post zugestellte Strafzettel aus dem Ausland bezahlt werden müssen, beschäftigt viele Urlauber. "Österreichische Behörden können nicht bezahlte Auslandsstrafen prinzipiell zwangsweise eintreiben. Allerdings nur, wenn im Land, in dem der Verstoß begangen worden ist, die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen bestehen", stellte Achrainer klar. Wer einen Strafzettel als Urlaubserinnerung erhält, sollte mit der ÖAMTC-Rechtsberatung Kontakt aufnehmen. Und wer Strafbescheide ignoriert, sollte sich bewusst sein, dass spätestens bei einer Wiedereinreise in das Land die Eintreibung des offenen Strafbetrags droht. "Die Liste der kuriosen Bestimmungen ist lang. Man kann nicht voraussetzen, dass jeder Reisende alle Bestimmungen kennt", so Bergant, "Genau aus diesem Grund ist es wichtig, sich im Vorfeld gut zu informieren."

Diesen Artikel teilen:

Postings (0)

Postings ausblenden

Posten Sie Ihre Meinung

Anzeigen

Werbung

Die neuesten Videos 1 / 10
Horrorbeben auch in Österreich spürbar
Italien-Beben Horrorbeben auch in Österreich spürbar
Das Horror-Beben von Italien war auch in Süden von Österreich spürbar. Die ZAMG hat das Beben mit der Richterskala 6 gemessen.
Forderung: Abgabe auf zuckerhaltige Getränke
Foodwatch Deutschland Forderung: Abgabe auf zuckerhaltige Getränke
In vielen Getränken stecken nach wie vor mehr als 5 Prozent Zucker. Das entspricht mehreren Würfeln pro Portion. Deshalb fordern die Verbraucherschützer die Regierung auf, zu handeln.
Türkei startet Großeinsatz gegen IS
Syrien Türkei startet Großeinsatz gegen IS
Insgesamt sollen seit dem Start der Offensive mehr als 60 Ziele aus der Luft und vom Boden aus angegriffen worden sein.
Türkei schickt Panzer
Offensive mit Bodentruppen Türkei schickt Panzer
Ankara startete Mittwochfrüh eine Großoffensive zu Luft und zu Land.
Hofer Slogan: Macht braucht Kontrolle
Bundespräsidentenwahl Hofer Slogan: Macht braucht Kontrolle
Nach Van der Bellen hat auch der FPÖ-Kandidat seine Plakate präsentiert.
Mann sticht Backpackerin nieder
Im Namen "Allahs" Mann sticht Backpackerin nieder
Die hübsche Britin wurde vor 30 Zusehern erdolcht.
Überlebende unter Schock
Italien-Erdbeben Überlebende unter Schock
Renzi kündigt Hilfe an. Papst Franziskus zeigt sich tief betroffen. Und die Rettungsarbeiten laufen auf Hochtouren.
Linienbus kracht in Güterzug
Deutschland Linienbus kracht in Güterzug
Dabei wurden mindestens neun Personen verletzt, zwei von ihnen schwer. Insgesamt mussten drei Menschen ins Krankenhaus gebracht werden.

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.