So stellt VW jetzt seine Marken neu auf

Größter Umbau der Geschichte

So stellt VW jetzt seine Marken neu auf

Wie an dieser Stelle angekündigt, hat der VW-Konzern am späten Donnerstag den Österreicher Herbert Diess (Bild) zum neuen Chef gemacht. Mit sofortiger Wirkung löst der bisherige VW-Markenchef den im Dieselskandal gebeutelten Matthias Müller an der Spitze des weltgrößten Autobauers ab. Neuer Chef, neuer Vorstand, neue Struktur: Der Volkswagen-Konzern leitet den größten Umbau in seiner Geschichte ein. VW will damit die Strukturen verschlanken und schneller Entscheidungen treffen können. Wichtigste Änderung stellt dabei die neue Einteilung der Marken in Gruppen dar.

Die Kernpunkte der Neuordnung

  • Der neue starke Mann im Konzern ist der Herbert Diess. Der bisherige Chef der Konzern-Hauptmarke VW, zu der Modelle wie der Golf und der Passat gehören, wird neuer Konzern-Vorstandschef. Diess leitet zudem in Personalunion die neue Markengruppe "Volumen", unter der die Kernmarke VWSkoda und Seat zusammengefasst werden. Der frühere BMW-Manager ist außerdem verantwortlich für Entwicklung und die Fahrzeug-IT.
     
  • Volkswagen führt neue Markengruppen ein. Damit soll der Autokonzern künftig nicht mehr so zentral geführt werden. Künftig gibt es die Markengruppen "Volumen", "Premium" - mit Audi - sowie "Super Premium" mit PorscheBugattiBentley und Lamborghini. Für die Nutzfahrzeugeinheit Truck & Bus sollen die Voraussetzung geschaffen werden, diese an die Börse zu bringen.
     
  • Für die Markengruppen sind jeweils Vorstandsvorsitzende verantwortlich: Neben Diess für die Volumengruppe sind dies Audi-Chef Rupert Stadler für Premium und Porsche-Chef Oliver Blume für Super-Premium. Stadler ist außerdem verantwortlich für den Konzernvertrieb, Blume für die Konzernproduktion. Blume rückt auch in den Konzernvorstand auf.

 

Zahlreiche Postenwechsel

Weitere Details über die Neuordnung müssen vom Aufsichtsrat noch beschlossen werden und werden im Anschluss nach und nach kommuniziert. Mit dem größten Umbau in der 80-jährigen Firmengeschichte geht ein Stühlerücken im Vorstand einher. Neben Einkaufschef Francisco Garcia Sanz, der auf eigenen Wunsch aus dem Konzern ausscheidet, nimmt Personalvorstand Karlheinz Blessing seinen Hut. Blessing bleibt aber weiterhin als Berater für VW tätig. Für ihn rückt der bisherige Generalsekretär und Vertraute von Betriebsratschef Bernd Osterloh, Gunnar Kilian, in den Vorstand ein. Sanz' Aufgabenfeld übernimmt kommissarisch VW-Beschaffungsvorstand Ralf Brandstätter.

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