Stardesigner Luigi Colani (91) gestorben

Galt auch als Auto-Visionär

Stardesigner Luigi Colani (91) gestorben

Designte neben VW Polo und Ford K auch sehr ungewöhnliche Fahrzeuge. 

Der Designer Luigi Colani ist im Alter von 91 Jahren in Karlsruhe gestorben. Er sei am Montag einer schweren Krankheit erlegen, sagte seine Lebensgefährtin Yazhen Zhao. Colanis Markenzeichen war der runde Schwung, die organische Form. Der Universaldesigner entwarf unter anderem Autos und Rennwagen. Neben Großserienmodellen wie VW Polo oder Ford K designte Colani auch sehr ungewöhnliche und extravagante Fahrzeuge. Und auch vor Möbel, Geschirr, Brillen, Kameras, Fernseher und Kleidung machte der umtriebige Designer nicht Halt.

© Getty Images

Stardesigner galt als streitbar

"Meine Welt ist rund", sagte er vor seinem 90. Geburtstag im vergangenen Jahr in Karlsruhe, wo er sich zur Ruhe setzte. Er galt als sehr streitbar. Ablehnung, wie sie ihm nicht zuletzt wegen seiner hochfahrenden und überheblichen Art entgegenschlug, kränkte ihn, auch wenn er das nicht gerne zugeben mochte. "Das Scheitern liegt auf der anderen Seite", sagte er bockig. Colani fühlte sich verkannt. Im Laufe seines Lebens arbeitete er außer in Deutschland, Italien, Mexiko, den USA oder Russland auch in Japan oder China. 

© Getty Images

Colani hatte Faible für Aerodynamik

Er feierte riesige Erfolge etwa mit der legendären Canon T90, die das Design der Marke entscheidend prägte. Er verdiente in den 70er- und 80er-Jahren viel Geld, und er war einer der ersten Designer, der seine Produkte unter seinem Namen vermarktete mit dem so unverwechselbar wellenförmig geschwungenen Schriftzug "Colani". Für namhafte Möbelhersteller entwarf er Stühle und Tische. Colani wurde am 2. August 1928 in Berlin geboren. Nach der Schule studierte er an der Berliner Kunstakademie. Später in Paris beschäftigte er sich an der Universität Sorbonne mit Aerodynamik.

© Getty Images

Viele Ideen wurden nie umgesetzt

Viele seiner extravaganten, avantgardistischen Entwürfe blieben in der Schublade. Zahlreiche seiner Monsterprojekte wurden nie umgesetzt. Und ein Colani-Museum, das er dann doch so gerne gehabt hätte, wurde nie gebaut. Er, das Vorbild für viele Generationen von Designstudenten, hatte nach eigenem Bekunden keine Vorbilder. "Ich bewundere niemanden." Was ihm vielleicht Genugtuung sein mag: Am Ende seines Lebens würdigte man ihn zunehmend wieder als den, der er schon immer war - ein Visionär.

Diese Website verwendet Cookies

Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer   Datenschutzerklärung .