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Gibt es genug E-Tankstellen in Österreich?

Ladestationen für Elektroautos

Gibt es genug E-Tankstellen in Österreich?

Wie einfach ist das Aufladen von Elektroautos wirklich?

Laut dem Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEO) waren im August 2020 bereits 36.186 Elektroautos angemeldet. Doch ist die Infrastruktur der Ladestationen bereits soweit ausgebaut, dass reibungslose Mobilität garantiert werden kann?

Batteriekapazität

Die Reichweite kleinerer Autos mit 40 Litern Tankvolumen liegt bei 600 bis 1200 Kilometern pro Tankfüllung. Damit können Elektroautos noch nicht mithalten. Denn die Reichweite einer Akkuladung eines Mittelklasse E-PKWs liegt bei etwa 200 Kilometern. Im Durchschnitt fährt der Österreicher bzw. die Österreicherin pro Tag eine Strecke von unter 50 Kilometern, was mit einem Elektroauto locker zu schaffen ist. Werden längere Routen zurückgelegt, ist man darauf angewiesen, dass sich auf dem Weg eine Ladestation befindet.

Aufladen auf der Autobahn

Besonders wenn man lange Strecken auf der Autobahn fährt, ist es für die Fahrer*innen der Elektroautos wichtig, dass sich Ladestationen auf dem Weg befinden. Dafür hat die ASFINAG (Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft) ein E-Ladestationen-Netz aufgebaut. Dieses umfasst 29 Raststationen mit Ladepunkten, die sich im Abstand von ungefähr 100 Kilometern befinden. Die dort verfügbaren Leistungen variieren zwischen 50 kW, 150 kW und 350kW, womit die Autos teilweise in nur 30 Minuten zu 80% geladen werden können.

Ladeinfrastruktur

In Österreich wurde die Ladeinfrastruktur für Elektroautos bereits soweit ausgebaut, dass es über 5000 Ladestationen gibt, und, dass sich alle 60 Kilometer eine Schnellladestation befindet. Somit kommen auf einen öffentlichen Ladepunkt ungefähr sieben Fahrzeuge. Knapp ein Fünftel der Stationen befindet sich alleine in Wien. Dort wurde als Ziel gesetzt, bis Ende 2020 1000 Ladestationen in der Stadt zu errichten, um die Infrastruktur soweit auszubauen, dass ein Basis-Ladenetz entsteht. Da es an öffentlichen Ladepunkten unterschiedliche Anbieter gibt, sind auch die Tarife und Leistungen verschieden. Je nachdem, welche Ladeleistung verfügbar ist (von 3,7 kW bis 350 kW), variiert die Ladedauer. Sollte man unterwegs sein und nicht wissen, wo sich der nächste Ladepunkt befindet, kann unter ladestellen.at im Ladestellenverzeichnis die nächstgelegene Station ausfindig gemacht werden.

Aufladen zu Hause

Grundsätzlich können Elektroautos zu Hause an jeder normalen 230 V Steckdose aufgeladen werden. Allerdings sollte das Aufladen an der Steckdose zu Hause laut Experten nur als Notlösung angesehen, und nicht auf Dauer praktiziert werden. Denn die 230 V entsprechen nur einer Leistung von 2,3 kW (im Vergleich: bei manchen öffentlichen Ladestationen ist eine Leistung von 350 kW verfügbar), was das Laden des Elektroautos zu einem langen Prozess macht, und sowohl die Steckdose, als auch die Leitungen stark belastet. Abhilfe dazu schafft die sogenannte Wallbox, eine Ladestation für zu Hause. Diese wird meistens an Drehstrom mit 400 V angeschlossen, und sorgt dafür, dass das Auto schneller aufgeladen wird, und die Leitungen entlastet werden.

Fazit

Da fossile Brennstoffe, zu denen auch Benzin zählt, immer weiter reduziert werden sollen, und im Gegenzug dazu die Verwendung von Ökostrom und erneuerbaren Energien gefördert wird, wird die Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Österreich immer weiter ausgebaut werden. Somit wird man sich in weiterer Zukunft kaum noch Gedanken machen müssen, ob man mit dem Elektroauto die nächste Ladestation erreicht, bevor der Akkustand leer ist.