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WILLWARN

Autos als rollende Funknetzwerke

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DaimlerChrysler will Autos vernetzen und so mehr Sicherheit und Komfort auf die Staße bringen.

Datenübertragung per Wireless-LAN-Funk wechselt in Europa auf die Überholspur. Hersteller wie DaimlerChrysler machen bereits erste Fortschritte mit autointerner Funkvernetzung - die in diesem Fall vor allem der Sicherheit dienen soll. Nun hat DaimlerChrysler aber einen Feldversuch seines WILLWARN Projektes angekündigt: Hierbei stellen Autos mit Fahrzeugen in ihrer Umgebung automatisch eine Datenverbindung her und tauschen Fahrzeuginformationen in Echtzeit miteinander aus. Wenn beispielsweise das erste Auto in einer Kolonne abrupt bremst, wird auch der Fahrer 30 Autos weiter hinten sofort informiert.

Das WILLWARN Projekt verwendet fast ausschließlich bereits in Autos integrierte Sensoren. Im Anti-Blockiersystem ABS oder der Elektronischen Stabilitätskontrolle ESP stecken fast alle wichtigen Fahrzeugdaten, die meisten modernen Autos verfügen ausserdem über einen Temperaturfühler und ein Navigationssystem - womit so ziemlich alle relevanten Informationen gesammelt wären. Natürlich soll WILLWARN auch mit modernsten Autosystemen wie Radar-Kollisionswarnern, Infrarot-Sichtsystemen oder Regensensoren zusammenarbeiten können.

So funktioniert WILLWARN
Hier ein paar anschauliche Beispiele, wie WILLWARN vor Gefahren warnen kann:

© oe24
C2C Rutschige Fahrbahn

© oe24
C2C Hindernisse

© oe24
C2C Baustelle

© oe24
C2C Schlechte Sicht

Funkvernetzte Autokolonnen
Im Prinzip verwantelt das WILLWARN-System ein Auto in einen riesigen, fahrenden WLAN-Router, der selbständig eine Verbindung mit anderen, ebenfalls mit WILLWARN ausgestatteten Fahrzeugen herstellen kann. Sämtliche Informationen werden wie in einem P2P-Netzwerk (ähnlich einer Online-Tauschbörse) unter den vernetzten Autos ausgetauscht - also auch über mehrere Zwischenstationen. Ein Auto muss also nur eine Verbindung zu einem einzigen anderen Verkehrsteilnehmer herstellen um auf das gesamte Netzwerk zugreifen zu können.

Technisch arbeitet WILLWARN mit einem speziellen WLAN-Protokoll, das den namebn Car2Car Communication trägt und die Funkdaten über das 5.9 GHz Band überträgt.

Das System ist ausserdem so konzipiert, dass es möglichst günstig in der Anschaffung ist und auch in Autos der untersten Preiskategorie serienmäßig integriert werden kann.

Um die Reichweite der fahrenden Funknetze noch weiter zu erhöhen, denkt man bei DaimlerChrysler bereits darüber nach, am Rand der Fahrbahn kleine Sendestationen aufzustellen. So sollen größere Lücken zwischen Fahrzeugen überbrückt werden. Ausserdem würde sich WILLWARN dann auch ideal für die Vorhersage und Vermeidung von Verkehrsstaus (und auch zum Roadpricing...) eignen.

Bedienung als Knackpunkt
Eine Schwachstelle hat das System allerdings derzeit noch: Das Interface. Vor allem ältere Verkehrsteilnehmer können leicht mit dem Überangebot an Information überfordert werden, und auch routinierten Fahrern könnte im Infodschungel schon mal das eine oder andere wichtige Detail entgehen. Schon in der Grundfunktion würde WILLWARN nämlich über mögliche Eisbildung oder Aquaplaning informieren, die Fahrzeugabstände der nächsten Verkehrsteilnehmer anzeigen, Geschwindigkeitslimits angeben, dazu noch Stauinformationen, Sichbedingung (wieder in Verbindung mit empfohlener Geschwindigkeit und Abstand zum Vordermann) etc.

Glücklicherweise haben sich Automobilhersteller in der Vergangenheit aber als recht kompetent in Sachen Inferface-Design erwiesen - schließlich kann praktisch jeder nach kurzer Einführung ein Auto "bedienen".

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