Bedeutende Auto-Pioniere im Porträt

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Bedeutende Auto-Pioniere im Porträt

Informationen zu Benz, Daimler, Bosch, Otto, Diesel, Porsche und Ford.

Geniale Konstrukteure, bedeutende Erfinder, wegweisende Ingenieure - Autopioniere wie Benz, Daimler, Bosch, Otto, Diesel, Porsche oder Ford haben die Geschichte des Automobils wesentlich geprägt:

Carl Benz
Carl Benz (1844 bis 1929) gilt als einer der Väter des modernen Automobils. Die ersten Probefahrten mit seinem knatternden Motorwagen absolvierte der Autopionier Ende 1885 im Hof seiner Mannheimer Fabrik. Nach draußen wagte er sich nur bei Nacht und Nebel - schließlich sollte seine Erfindung geheimbleiben. Am 29. Jänner 1886 meldete er für sein benzingetriebenes Dreirad das Patent an. Heute gilt dieser Tag als Geburtsstunde des modernen Autos.

1871 gründete der Maschinenbauingenieur in Mannheim seine erste eigene Firma. Nach schwierigen Jahren mit Geldsorgen legte er 1883 mit zwei Partnern den Grundstein für die "Benz & Co. Rheinische Gasmotoren-Fabrik". Das Unternehmen entwickelte sich zum weltweit führenden Automobilhersteller. 1926 verschmolz Benz & Co. mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft zur Daimler-Benz AG. Zu diesem Zeitpunkt hatte Benz das Unternehmen längst verlassen und mit seinen Söhnen einen neue Firma gegründet. 1912 überließ er seinen Kindern das Steuer.

Gottlieb Daimler
Kleine leichte Motoren zum Transport von Menschen und Waren - diese Vision trieb Gottlieb Daimler (1834 bis 1900) an und ließ ihn schließlich zu einem der Schöpfer des Automobils werden. Der Sohn eines Bäckers kam nach einem Maschinenbaustudium als Technischer Direktor zur Gasmotorenfabrik Deutz.

Um kompakte Motoren entwickeln zu können, verließ er 1882 die lukrative Position und richtete sich in Cannstatt bei Stuttgart eine Versuchswerkstatt ein. Dort erfand der Tüftler gemeinsam mit dem Konstrukteur Wilhelm Maybach einen nur 100 Kubikzentimeter großen Motor mit Glührohrzündung. 1885 baute Daimler einen 1 PS starken Antrieb in ein hölzernes Zweirad, den Reitwagen, ein Jahr später in eine Kutsche ein. Diese Motorkutsche mit einer damals atemberaubenden Höchstgeschwindigkeit von 18 Stundenkilometern war das erste Vierradautomobil der Welt.

Robert Bosch
"Bosch-Zünder" heißt die Mitarbeiterzeitung des weltgrößten Autozulieferers. So kann auch heute kein Beschäftigter des weltgrößten Autozulieferers die Initialzündung für den Erfolg vergessen. Robert Bosch (1861 bis 1942) hatte am 15. November 1886 in Stuttgart die "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" eröffnet. Auf Kundenwunsch fertigte er einen Magnetzündapparat. 1897 gelang es ihm erstmals, einen solchen Magnetzünder an einen Kraftfahrzeugmotor anzupassen.

Die Magnetzündung erzeugte einen elektrischen Funken, der das Gasgemisch in einem stationären Verbrennungsmotor zur Explosion brachte. Dieses Zündsystem legte den Grundstein für den Erfolg des Technologiekonzerns. Und Robert Bosch war auch als Arbeitgeber wegweisend: Er führte den Acht-Stunden-Tag ein und bezahlte seine Beschäftigten überdurchschnittlich gut. "Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle", lautete ein Credo des Unternehmers.

Henry Ford
Mit seiner ersten Autofirma scheiterte Henry Ford. Mit seiner zweiten schrieb er Industriegeschichte. Statt wie die Konkurrenz Wagen für die oberen Zehntausend zu bauen, zielte Ford mit günstigen Autos auf den Massenmarkt. Sein Modell T - auch "Tin Lizzie" oder "Blechliesel" genannt - verkaufte sich zwischen 1908 und 1927 mehr als 15 Millionen Mal. Erst der VW Käfer sollte Jahrzehnte später mehr Fans finden.

Ford schaffte den Durchbruch, indem er als erster die Fließbandarbeit einführte. Ein Mann, ein Handgriff lautete nun die Devise. Statt zwölf Stunden dauerte es nur noch eineinhalb Stunden, bis ein Modell T fertig montiert war. Der Preis purzelte von ursprünglich 825 auf 260 Dollar. Extras gab es keine. Legendär ist Fords Ansage, der Kunde dürfe sich jede Farbe aussuchen - so lange sie schwarz sei.

Seite 2: Otto, Diesel, Porsche und Wankel

Nicolaus August Otto
Der Motorpionier Nicolaus August Otto (1832 bis 1891) war ein genialer Autodiktat. Er besuchte nie eine höhere technische Schule oder eine Universität. Sein fürs Kleingewerbe entwickelter "Ottomotor" löste eine weltweite Motorisierung aus. Ottos Idee, ein Gas-Luft-Gemisch zu verdichten, gilt als Initialzündung für die Entwicklung des Automobils.

Otto hatte 14 Jahre als Handlungsreisender in Köln gearbeitet, als er 1867 auf der Pariser Weltausstellung weltweite Anerkennung erfuhr. Der Sohn eines Posthalters war als Kaufmann meist mit der Pferdekutsche unterwegs. Auf diesen mühsamen Reisen dachte er über effektivere Antriebe nach, vermuten Biografen. 1864 gründete Otto in Köln die "N.A.Otto&Cie" (später Deutz AG), die erste Motorenfirma der Welt. 1876 gelang ihm der Durchbruch mit der Konstruktion eines Viertaktmotors, dem das Prinzip "ansaugen, verdichten, verbrennen und ausschieben" zugrunde liegt.

Rudolf Diesel
Seine Erfindung sollte Verkehr und Industrie revolutionieren: Der Dieselmotor. Am 28. Jänner 1897 brachte der Ingenieur Rudolf Christian Karl Diesel (1858-1913) seine Erfindung erstmals richtig in Gang. Jahrelang hatte er an seiner "neuen, rationellen Wärmekraftmaschine" gefeilt. Seine Idee war, Luft im Motorenbrennraum so großem Druck auszusetzen, dass sich der Kraftstoff von selbst entzündet. Dieselmotoren arbeiteten deutlich effektiver als andere Antriebe.

Diesel kam während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 als Flüchtling von Paris über London nach Augsburg. 1893 bekam er in Berlin ein Patent für den später nach ihm benannten Verbrennungsmotor. Bei den Maschinenwerken Augsburg, aus denen 1908 die MAN AG hervorging, entwickelte er sein Projekt weiter, bis er im September 1913 unter ungeklärten Umständen auf der Schiffsreise nach London starb.

Ferdinand Porsche
Der Name Ferdinand Porsche (1875 bis 1951) ist einer der schillerndsten in der Automobilgeschichte. Der Aufstieg der schwäbischen Sportwagenmarke und auch des VW-Konzerns nach dem Zweiten Weltkrieg wären ohne die Vorarbeiten des Technikpioniers undenkbar. Vor allem die Entwicklung des VW-Käfers gilt als sein Meisterstück.

Der Vater von Firmengründer Ferdinand Anton Ernst (Ferry) Porsche begann als Konstrukteur von Elektromobilen für eine Wiener Hofkutschenfabrik. Für die Auto-Union fertigte Porsche in den 1930er Jahren die berühmten "Silberpfeil"-Rennwagen.

Als dunkles Kapitel in Porsches Biografie gilt sein Engagement für die Rüstungsproduktion des NS-Regimes. Er war über Jahre der bevorzugte Ingenieur Hitlers. Später baute er Großvater des heutigen VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piech das Volkswagen-Stammwerk in Fallersleben bei Wolfsburg auf. Der Käfer, der eigentlich als "KdF-Wagen" konzipiert war, ging erst nach Kriegsende in Serie.

Felix Wankel
Seine Idee hatte das Potenzial, ihn zum berühmtesten Erfinder der Automobilgeschichte zu machen: Felix Wankel (1902 bis 1988). Der Tüftler entwickelte in den 1950er Jahren den Kreiskolbenmotor, der im Gegensatz zum Hubkolbenmotor durch seine Einfachheit besticht. Leicht und leise sollte er sein. Im legendären, ab 1967 hergestellten Ro 80 vom Hersteller NSU (später Audi) kam der Antrieb zum Einsatz, doch der rasche Verschleiß minderte den Erfolg. Zehn Jahre später wurde die Produktion eingestellt.

Wankel war ein Bastler, ohne Ingenieurausbildung und auch ohne Führerschein. Marketing war nicht seine Sache. Es gelang ihm nicht, die Branche von der Zukunftsfähigkeit seiner Erfindung zu überzeugen. Nur der japanische Hersteller Mazda hielt lange daran fest. Aber vielleicht werden die Karten in der Autobranche nun neu gemischt: Zumindest lässt die VW-Tochter Audi ihre Wankel-Tradition aufleben und testet den Einsatz des Motors, um die Batterie des geplanten Elektroautos A1 E-Tron während der Fahrt wieder aufzuladen.