Britisches Kraftpaket

Aston Martin DBS

Britisches Kraftpaket

Der aktuelle Dienstwagen von James Bond ist der stärkste in der Geschichte des Geheimagenten.

Mit Daniel Craig als Bond-Darsteller waren nicht alle gleich einverstanden. Aber am Dienstwagen des Agen­ten 007 gab es von Anfang an nichts auszusetzen: James Bond bleibt in „Casino Royale“ seiner Linie treu und fährt Aston Martin. Der Geheimagent seiner Majestät fährt zwar seit 1962 zum siebenten Mal einen Aston als Dienstwagen, aber ursprünglich war ein anderes Auto für Bond vorgesehen. In der Romanvorlage von Ian Fleming fährt Bond einen Bentley. Doch als Produzent Harry Saltzman Anfang der sechziger Jahre wegen eines Wagens bei Bentley anfragte, bekam er eine Abfuhr. So kam es, dass Bond sein Leinwand-Debut 1964 in „James Bond jagt Dr. No“ in einem Sunbeam Series Alpha II absolvierte. Erst ein Jahr später, vom kommerziellen Erfolg des Agenten-Streifens milde gestimmt, stellte Bentley für „Liebesgrüße aus Moskau“ einen Mark IV zur Verfügung.

Das ultimative Bond-Auto
Dann beginnt aber auch schon die Ära von Aston Martin in der Geschichte der berühmtesten Doppelnull. 1964 lenkt Sean Connery in „Goldfinger“ den legendären DB5. Kein anderes Bond-Auto hat sich derart in die Herzen der Fans gefahren wie dieses. Aston Martin ist Bond – Bond ist Aston Martin. Offensichtlich kommerziell motivierte Seitensprünge, etwa mit BMW in den 90er-Jahren, wurden vor allem von britischen Cineasten mit hochgezogenen Augenbrauen skeptisch beäugt. Seit 2002 hat sich das Publikums wieder entspannt: Aston Martin feierte in „Stirb an einem anderen Tag“ seine glanzvolle Wiederauferstehung – und zwar mit dem Vanquish.

Tradition
Das aktuelle Dienst-Vehikel in „Casino Royale“, der Aston Martin DBS, ist dem geneigten Bond-Kenner ein Begriff – zumindest dem Namen nach. Bereits George Lazenby, Kurzzeit-Agent in „Im Geheimdienst ihrer Majestät“, absolviert den bisher am wenigsten erfolgreichen Auftritt eines 007-Darstellers in einem Aston Martin DBS.

Ein kurzer Ausflug in die Geschichte dieses Autos: Die Modellbezeichnung DB steht für den britischen Unternehmer David Brown, der die noble Sportwagenschmiede 1947 kaufte und in wirtschaftliche Diskrepanzen führte. Erst der neue Eigentümer Ford brachte Aston Martin wieder auf Kurs.

Hitech
Der aktuelle DBS aus „Casino Royale“, gelenkt von Daniel Craig, ist der stärkste Dienstwagen des Geheimagenten der vergangenen 44 Jahre. Mehr als 500 PS leistet das sechs Liter große 12-Zylinder-Triebwerk des Sportwagens aus dem englischen Gaydon in der Grafschaft Warwickshire. Der DBS basiert auf dem etwas schwächeren DB9 (455 PS). Für das Dienstauto von James Bond wurde die Motorelektronik modifiziert und aufgepowert. Die Karosserie aus Karbon bringt eine Gewichtsersparnis von 200 Kilo. Keramikbremsen verhelfen der Bremsleistung des Supersportlers zu Referenzwerten.

Allerdings: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern im Einsatz zur Rettung der Welt kann der Aston Martin DBS herzlich wenig. Da gibt es keine Stinger-Raketen und keine Tarnkappenfunktion, die das Auto unsichtbar macht. Der DBS ist einfach nur schön und schnell.

Wer selbst einmal ‚Bond fährt Auto‘ spielen möchte, braucht Geld und Geduld. Der Produktionsstart des Aston Martin DBS ist Oktober 2007. Ein Exemplar des limitierten Nobelsportlers kostet 250.000 Euro. Ein Preis, der einen mehr schüttelt als rührt.

Einfacheres gibt es billiger: Bond fährt auch einen Ford Mondeo. Wer sich für die Autos der Aston-Mutter Ford interessiert, kann Kinokarten gewinnen. Und Bond zumindest zusehen, wie sich der Aston Martin DBS fährt.

Technische Daten

  • Motor: V12
  • Hubraum: 5935 ccm
  • Leistung: 500 PS
  • Drehmoment: 570 Nm bei 5000 U/min
  • Beschleunigung: 4,0 s von 0 auf 100 km/h
  • Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h
  • Verbrauch (Stadt/Land/Mix): 24,9/11,7/16,5 l/100 km
  • Maße L/B/H: 4710/1875/1270 mm;
  • Tankinhalt: 80 Liter
  • Preis Aston Martin DBS: ca. 250.000 Euro