Mercedes S 600 Guard

Die Panzer-Limousine

Mercedes stellt mit dem S 600 Guard eine gepanzerte Limousine vor, die Schutz vor Projektilen, Granaten und Gasangriffen bietet.

Staatsoberhäupter, Konzernchefs und Mafiabosse gehen bekanntlich selten ohne Leibwächter aus dem Haus. Sobald diese Personen aber im Auto sitzen, wären sie ein leichtes Ziel für Attentäter. Schließlich durchschlägt selbst eine kleinkalibrige Handfeuerwaffe mühelos Glas und Blech. Am sichersten wäre es natürlich, Staatsoberhäupter überhaupt nur mit dem Panzer durchs Land zu kutschieren – der Fahrkomfort lässt dabei allerdings zu wünschen übrig, von würdevollem Ein- und Aussteigen ganz zu Schweigen. Um sowohl Luxusansprüchen als auch Sicherheitswünschen der VIPs gerecht zu werden, muss es schon eine gepanzerte Limousine sein.

Absoluter Spitzenreiter im weltweiten Geschäft mit gepanzerten Limousinen ist Mercedes. Schon seit 80 Jahren baut man bei dem deutschen Automobilhersteller kugelsichere Karossen. Der erste Kunde war übrigens der japanische Kaiser Hirohito, der 1934 ein angriffssicheres Fahrzeug bekam.

Nun hat Mercedes sein neues Topmodell der Panzerlimousinen vorgestellt: Den Mercedes S 600 Guard. Neben dem üblichen S-Klasse-Luxus befindet sich vor allem jede Menge Stahl und Kevlar an Bord: In den Türen (die jeweils über 100 kg schwer sind) sind 14 Millimeter dicke Stahlplatten verbaut, Unterboden und Dach sind gepanzert und die Scheiben bestehen aus zentimeterdickem Panzerglas. Von außen unterscheidet sich der Panzerwagen dennoch nicht von einer herkömmlichen Limousine.

Kugelsicher
Der Mercedes S 600 Guard verfügt über die Panzerklasse B6/7 und kann damit auch anhaltendem Beschuss aus großkalibrigen Waffen, Handgranaten und sogar unter dem Fahrzeug angebrachten Sprengladungen widerstehen. Der Wagen ist zwar nach einem derartigen Bombardement schrottreif, die Personen im Fahrzeuginneren aber sind unbeschadet.

© (c) Mercedes
Mercedes S Class Guard nach Beschuss
(c) Mercedes
× Mercedes S Class Guard nach Beschuss

Weitere Sicherheitsmaßnahmen

  • Ein Notfallfrischluftsystem, das gefährlichen Gasen den Zugang ins Fahrzeuginnere verwehr. Sensoren registrieren Rauch oder Reizgas, worauf die Klimaanlage automatisch die Frischluftzufuhr von außen sperrt. Über Frischluft aus einer Pressluftfla-sche wird im Innenraum einen leichten Überdruck erzeugt, sodass von außen selbst feinste Stoffe und Gase praktisch nicht in den Passagierraum eindringen können.
  • Eine Feuerlöschanlage mit zwölf Düsen und zwei Flaschen Löschmittel. Auslösung entweder über Hitzesensoren oder manuell.
  • Ein verstärkter Benzintank, der Löcher von Projektilen selbsttätig verschließt.
  • Eine Rückkamera, die der Überwachung des Bereichs hinter dem Fahrzeug dient.

Schwergewicht
Derart viel Sicherheit hat allerdings ihren Preis: Das Gewicht des ohnehin nicht gerade leichten Mercedes S 600 wird noch mal um rund 1.400 Kilogramm erhöht. Für den Motor des S-Klasse-Mercedes ist das kein Problem – der 12-Zylinder birgt mit seinen 517 PS immer noch genügend Leistungsreserven. Das Fahrwerk ist verstärkt und ermöglicht dem S 600 Guard fast das gleiche agile Handling wie bei der nicht-gepanzerten Limousine.

Bleiben noch die Kosten. Mercedes schweigt sich über den genauen Preis noch aus, dieser dürfte aber bei 250.000 bis 350.000 Euro liegen.