07. Juni 2019 10:38
Offroad-Kombi
Das ist der neue Audi A6 allroad (2019)
Ingolstädter rüsten auch die neue Generation für abseits befestigter Straßen aus.
Das ist der neue Audi A6 allroad (2019)
© oe24

Kurz nach dem Bestellstart für den neuen S6 (Avant), den es nur mehr als Diesel gibt, präsentiert Audi ein weiteres Modell seiner Oberklasse-Baureihe. Konkret handelt es sich dabei um den neuen A6 allroad. Dessen vierte Generation, die auf dem aktuellen A6 Avant basiert, kommt somit exakt 20 Jahre nach ihrem erstmaligen Debüt in den Handel. Wie beim Vorgänger sind auch hier der Allradantrieb, die adaptive Luftfederung und eine erhöhte Bodenfreiheit serienmäßig an Bord. Zu den Hauptkonkurrenten zählen weiterhin der Volvo V90 Cross Country und die Mercedes E-Klasse All Terrain. Für Preisfüchse stellt auch der brandneue Skoda Superb Scout eine (konzerninterne) Alternative dar.

Motoren

Der neue A6 allroad quattro hat eine Gemeinsamkeit mit dem neuen S6. Auch den auf Offroad-Look getrimmten Kombi wird es bei uns nur mit Dieselmotoren geben. Hier können sich die Kunden beim V6-TDI jedoch für drei Leistungsstufen entscheiden. Das Top-Triebwerk wird dabei eins zu eins vom S6 Avant übernommen. Konkret bietet Audi folgende Versionen des 3.0 TDI an: In der ersten gibt er 231 PS sowie 500 Nm Drehmoment ab, genug für einen Sprint von 0 auf 100 in 6,7 Sekunden und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der Normverbrauch (WLTP) beträgt beim A6 allroad quattro 45 TDI 5,9 bis 5,8 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Im 50 TDI leistet der Sechszylinder 286 PS und stemmt 620 Nm Drehmoment. Die Daten: 0 bis 100 km/h in 5,9 Sekunden, Spitze (abgeregelt) 250 km/h, Verbrauch 5,9 bis 5,8 Liter auf 100 Kilometer. Das aus dem neuen S6 bekannte Top-Aggregat bildet der 55 TDI mit 349 PS Leistung und 700 Nm Drehmoment. Er beschleunigt den fast fünf Meter langen Kombi in 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Auch als Zugfahrzeug ist der A6 allroad gerüstet – er darf bis zu 2,5 Tonnen Anhängelast ziehen. Wie bei A6, A7, Q8 oder A8 bringen die drei TDI auch beim A6 allroad quattro die Mild-Hybrid-Technologie (MHEV = Mild Hybrid Electric Vehicle) auf Basis eines 48-Volt-Hauptbordnetzes mit. Der Riemen-Starter-Generator als zentraler MHEV-Baustein gewinnt beim Verzögern bis zu 8 kW Leistung zurück und speist den Strom in eine separate Lithium-Ionen-Batterie ein, die 10 Ah Kapazität hat. So kann der große Audi selbst bei hohen Geschwindigkeiten mit deaktiviertem Motor „segeln“ und der Start-Stopp-Betrieb beginnt schon beim Ausrollen ab 22 km/h.

Antrieb und Fahrwerk

Der 3.0 TDI überträgt seine Kraft stets mit einer Achtstufen-tiptronic. Der serienmäßige permanente Allradantrieb quattro ist beim A6 allroad natürlich Pflicht. Dank der radselektiven Momentensteuerung werden bei dynamischer Fahrweise die kurveninneren Räder leicht abgebremst, was die Traktion verbessert und das Handling dynamischer macht. Auf Wunsch verteilt ein optionales Sportdifferenzial die Kräfte stufenlos variabel zwischen den Hinterrädern. Die Progressivlenkung ist serienmäßig an Bord, optional verbaut Audi eine Allradlenkung mit mitlenkenden Hinterrädern. Das Fahrwerk des Offroad-Kombis verfügt serienmäßig über eine Luftfederung (adaptive air suspension) mit geregelter Dämpfung. Sie variiert die Trimmlage der Karosserie anhand der gefahrenen Geschwindigkeit und des Modus, der im System Audi drive select eingestellt ist. In den Modi Auto und Comfort startet der A6 allroad quattro auf Normalniveau mit einer Bodenfreiheit von 139 Millimeter und kann aktiv verändert werden. Bei Wahl des höchsten Niveaus bis maximal 35 km/h wird die Karosserie um stolze 45 Millimeter angehoben. Bei Autobahntempo ab 120 km/h senkt sich die Trimmlage um 15 Millimeter. Startet der Fahrer im Offroad-Modus, der bis zu 80 km/h reicht, liegt die Karosserie im Vergleich zum Normalniveau 30 Millimeter höher. Bei sehr langsamer Fahrt bis 35 km/h kommen im Lift-Modus weitere 15 Millimeter hinzu, sodass die Bodenfreiheit hier plus 45 Millimeter zur Normallage beträgt. Dann sind sogar schwierigere Geländeaufgaben zu bewältigen.

Weitere Geländezutaten

Neben dem speziell angepassten Fahrwerk bietet der A6 allroad quattro noch weitere Geländezutaten. Dazu zählen der serienmäßigem Bergabfahrassistent und der Neigungswinkelassistent. Für die Fahrt im leichten Gelände kann der Fahrer auf dem Cockpit-Monitor eine Anzeige aufrufen, die den aktuellen Neigungswinkel in Längs- und Querrichtung darstellt – bei akuter Kippgefahr erscheint eine Warnung. Der Bergabfahrassistent limitiert an einem steilen Gefälle die Geschwindigkeit im Bereich von 2 bis 30 km/h auf einen vom Fahrer definierten Wert und bremst bei Bedarf alle vier Räder individuell ab. Auf losem Untergrund soll das System durch eine spezielle ABS-Bremsfunktion eine zusätzliche Keilbildung vor dem Rad aus losem Untergrund ermöglichen. Im Offroad-Modus werden alle relevanten Fahrdynamiksysteme bis zur Stabilisierungskontrolle automatisch auf Gelände-Bedingungen eingestellt.

Design und Innenraum

Optisch rüstet Audi den A6 allroad quattro auch in der neuesten Generation mit den bekannten Design-Elementen aus. Hier sorgen vor allem die Anbauteile und Beplankungen für den robusten Look. Vorne stechen der Singleframe-Grill mit vertikal verlaufenden Aluminiumstreben sowie der Unterfahrschutz in Aluminiumoptik ins Auge. Seitlich gibt es eine allroad-spezifische Dachreling, graue Radlaufblenden (opional in Wagenfarbe), Schwelleraufsätze mit allroad-Schriftzügen und spezeielle Felgendesigns (von 18 bis 21 Zoll). Am Heck gibt sich die allroad-Variante am Unterfahrschutz sowie der Spange des Diffusors zu erkennen. Letztere ist – wie jene zwischen den Heckleuchten - wahlweise in Schwarz oder in Aluminiumoptik erhältlich. Gegen Aufpreis bietet Audi auch zwei Exterieurpakete (Aluminium oder Optikpaket schwarz) an. Das Interieur ist in drei Farben erhältlich – schwarz, perlmuttbeige und okapibraun. Die Sitze sind serienmäßig mit schwarzem Stoff und Teilleder bezogen, alternativ stehen auch hier die Beige- und Brauntöne sowie weitere Ledervarianten bereit. Statt der serienmäßigen graphitgrauen Dekoreinlagen gibt es auch zwei Holz-Varianten und eine in Aluminium. Wer dem Offroad-Kombi innen einen sportlichen Look verpassen will, kann zur neuen allroad line greifen. Sie umfasst Sportsitze, Dekoreinlagen und Pedale aus Aluminium sowie beleuchtete Türeinstiegsleisten mit Logoprojektion.

Bedienung und Vernetzung

Das restliche Cockpit-Layout stammt eins zu eins vom normalen A6 (und A7 Sportback). Das digitale Bediensystem mit den beiden Touchscreens in der Mittelkonsole ist serienmäßig an Bord. Es besteht aus einem oberen großen Bildschirm (bis zu 10,1 Zoll) der zur Steuerung des Infotainments dient. Auf dem 8,6-Zoll-Display darunter bedient man die Klimatisierung, die Komfortfunktionen und die Texteingabe. Hinzu kommt eine ziemlich ausgereifte und mitlernende Sprachsteuerung. Optional ist für den A6 allroad quattro auch das digitale Kombiinstrument (virtual cockpit) zu haben – sein 12,3-Zoll-Display wird mit den Multifunktionstasten am Lenkrad gesteuert. Die ebenfalls optionale Top-Infotainmentzentrale MMI Navigation plus bringt u.a. ein LTE-Modul und WLAN-Hotspot mit. Die Navigation lernt auf Basis der bisher gefahrenen Strecken und kann dem Fahrer entsprechende Vorschläge bei der Routenauswahl machen. Die Online-Services von Audi connect sind in zwei Pakete aufgeteilt – "Navigation & Infotainment" und "Notruf & Service". Die myAudi App vernetzt das Smartphone mit dem MMI, der connect Schlüssel ermöglicht sogar das Ent- und das Verriegeln sowie den Motorstart über ein Android-Smartphone per Near Field Communication (NFC). Auf Wunsch liefert Audi ebenfalls ein Head-up-Display und ein Bang & Olufsen Soundsystem.

Abmessungen und Assistenzsysteme

Der neue A6 allroad quattro ist 4,95 Meter lang, 1,90 Meter breit und 1,50 Meter hoch. Wie unser Test des normalen A6 Avant zeigte, sind die 2,93 Meter Radstand Basis für ein sehr gutes Raumangebot für bis zu fünf Erwachsene. Wie die normale Variante bietet er ein Kofferraumvolumen zwischen 565 Liter und 1.680 Liter. Die Rücksitze sind serienmäßig im Verhältnis 40:20:40 umklappbar, auch die elektrische Heckklappe und die automatisch öffnende Gepäckraum-Abdeckung sind Standard. Ein Schienensystem, ein Spannband, ein Netz und zwei Taschenhaken sind ebenfalls Serie. Ein Fixierset mit Teleskopstange gibt es gegen Aufpreis. Die Armada an Assistenzystemen (bis zu 30 Helfer sind verfügbar) übernimmt der A6 allroad von seinen zivilen Brüdern. Das Angebot ist in zwei Pakete aufgeteilt: Das Assistenzpaket Tour beinhaltet unter anderem den Effizienzassistenten, den Adaptiven Fahrassistenten und den Notfallassistenten. Im Paket Stadt gibt es den Kreuzungsassistenten und die Ausstiegswarnung. Als Datenquelle für all diese Systeme dient das Fahrerassistenzsteuergerät (zFAS), das permanent ein Abbild der Fahrzeugumgebung errechnet.

Noch mehr Infos über Audi finden Sie in unserem Marken-Channel.

Verfügbarkeit

Die vierte Generation des A6 allroad ist laut Audi in Österreich in Kürze bestellbar. Preise haben die Ingolstädter noch nicht verraten. Die Markteinführung dürfte im Spätsommer bzw. Herbst 2019 erfolgen.