Alle Infos vom Elektro-Porsche Taycan

Erster Stromer der Marke ist da

Alle Infos vom Elektro-Porsche Taycan

Nun startet auch Porsche in die Elektro-Ära. Der deutsche Sportwagen- und SUV-Bauer hat am Mittwoch mit der Serienversion des Taycan sein erstes reines Elektroauto vorgestellt. Mit der viertürigen Sportlimousine wird ein Frontalangriff auf Tesla gestartet. Im Vergleich mit dem Taycan sieht das Model S jedoch etwas alt aus. Abschreiben darf man den amerikanischen Elektroauto-Pionier dennoch nicht. Künftig wird es das Unternehmen aber deutlich schwerer haben. Auch weil immer mehr andere Hersteller sehr gute Stromer auf die Straße bringen. Doch zurück zum neuen Porsche. Dieser feiert seine Publikumspremiere auf der IAA in Frankfurt (Publikumstage 12. bis 22. September 2019). Die Weltpremiere fand am 4. September zeitgleich auf drei Kontinenten statt und konnte auch bei uns live mitverfolgt werden.

porsche-taycan-620-off.png © Porsche

Performance

Bei der Performance ist der in zwei Versionen erhältliche Taycan ein echter Porsche. Zwei permanent-erregte Synchronmotoren (PSM) mit einer Spitzenleistung von 560 kW (761 PS) und einem maximalen Drehmoment von irrwitzigen 1.050 Nm beschleunigen den deutlich über zwei Tonnen schweren Taycan Turbo S in 2,8 Sekunden auf Tempo 100 und in 9,8 Sekunden auf 200 km/h. Maximal sind 260 km/h möglich. Und auch der "normale" Taycan Turbo steht mit 680 PS und 850 Nm bestens im Futter (siehe technische Daten unter). Für beide Modelle verspricht Porsche eine von Elektrofahrzeugen bisher unerreichte Dauerleistung: Mehrere Beschleunigungsvorgänge direkt hintereinander sollen ohne Leistungsverlust möglich sein. Beim Tesla Model S und Model X ist das nicht möglich. So hat der Elektro-Porsche bereits einen (strapaziösen) Test mit 26 Beschleunigungen hintereinander von null auf 200 km/h anstandslos gemeistert - die Differenz zwischen schnellster und langsamster Beschleunigung betrug lediglich 0,8 Sekunden. Zudem hat er problemlos 3.425 Kilometer binnen 24 Stunden am legendären Testoval im italienischen Nardò abgespult. Die Fahrgeschwindigkeit bei der Hitzeschlacht auf dem süditalienischen Testgelände lag zwischen 195 und 215 km/h. Erst vor wenigen Tagen erzielte die Elektrolimousine einen Nürburgring-Nordschleifen-Rekord

porsche-taycan-620-off2.png © Porsche

Reichweite und Antriebsstrang

Der Taycan verfügt über eine Batteriekapazität von 93,4 kWh. Die maximale Reichweite beträgt laut Porsche 450 Kilometer (WLTP), der Normverbrauch liegt bei 26,9 kWh auf 100 km. Positiv: Der elektrische Viersitzer verfügt über eine 800-Volt-Architektur und ist für das Laden am Schnellladenetz mit bis zu 270 kW vorbereitet. Damit lässt sich beim Taycan in rund fünf Minuten Energie für 100 Kilometer Reichweite nachladen (nach NEFZ). Bei der Entwicklung des Antriebsstrangs konnte Porsche auf sein Motorsport-Know-How zurückgreifen. Die zwei verbauten permanent-erregten Synchron-Elektromotoren (PSM) wurden in ähnlicher Form auch beim Le-Mans-Sieger 919 Hybrid eingesetzt. Sie beschleunigen den E-Sportwagen nicht nur, sondern gewinnen beim Bremsen Energie zurück, mit der wiederum die Akkus gespeist werden. Porsche spricht von 265 kW regenerative Bremsleistung. Die enorme Kraft kommt über den bedarfsgesteuerten Allradantrieb mit Torque Vectoring (automatische Verteilung des Drehmoments auf die einzelnen Räder) auf die Straße. Die serienmäßige Luftfederung soll einen perfekten Spagat aus Sportlichkeit und Langstreckenkomfort ermöglichen.

Design des Elektro-Porsche Taycan

Obwohl sich der 4,96 m lange, 1,96 m breite und 1,38 m flache Taycan von seinen Verbrenner-Geschwistern abgrenzt, ist er dennoch auf den ersten Blick als Porsche zu erkennen. Die Matrix-LED-Scheinwerfer erinnern mit ihren vier eckigen Elementen an die bekannten Rundscheinwerfer der Marke. Gleiches gilt für den Bug und die Dachform. Lediglich die fehlenden Lufteinlässe in der Frontschürze und die sichelförmigen Luftschlitze wirken etwas ungewohnt. Die hinteren Türen sind im Serienmodell konventionell angeschlagen – bei der Studie Mission E öffneten sie noch gegenläufig. Auch das Heck weist Parallelen zu aktuellen Modellen auf. Wie bei allen neuen Porsche-Modellen gibt es auch hier ein durchgehendes Leuchtenband. Darüber ist ein ausfahrbarer Spoiler integriert. Die gewählte Form wirkt sich auch auf das Fahrverhalten aus. So konnten die Designer eine optimale Gewichtsverteilung mit tiefem Schwerpunkt realisieren. Im Fond geht es für die Insassen enger zu als etwa im Panamera. Dafür dürfen die hinten Sitzenden auf gut ausgeformten Einzelsitzen Platz nehmen. Die beiden Kofferräume fassen 81 Liter (vorn) und 366 Liter (hinten). 

porsche-taycan-cockpit-960-.png © Porsche

Cockpit mit fünf Displays

Der Taycan setzt als erster Porsche auf ein volldigitales Kombiinstrument setzt. Beim neuen 911 und Cayenne Coupé ist zumindest der Drehzahlmesser noch analog ausgeführt. Beim Stromer werden die Rundinstrumente hingegen ausschließlich digital angezeigt. Und zwar auf einem gebogenen (curved) 16,8 Zoll Display. Neben Geschwindigkeit und Drehzahl gibt es hier auch Anzeigen für die Fahrmodi (Range, Normal, Sport, Sport Plus) und Dämpfereinstellungen. Fahrer können die digitalen Instrumente auch anpassen.

porsche-taycan-off-620.png © Porsche

Darüber hinaus gibt es einen bündig ins Armaturenbrett eingelassenen Infotainment-Monitor. Hier setzt Porsche auf einen 10,9 Zoll Touchscreen. Und auch auf der Mittelkonsole darunter befindet sich ein Touchscreen. Über dieses 8,4 Zoll große Display werden Funktionen wie die Klimaanlage gesteuert. Doch das war noch nicht alles: Vor dem Beifahrer ist ein großer Touchscreen integriert. Über diesen lassen sich eigene Inhalte konsumieren und steuern. Und am hinteren Ende der Mittelkonsole sitzt noch ein 5,9 Zoll Monitor, über den die beiden Fondpassagiere Klima- und Sitzeinstellungen vornehmen können.

porsche-taycan-off-620-1.png © Porsche

Am Multifunktionslenkrad gibt es hingegen noch „echte“ Tasten. Einige Hersteller setzen ja mittlerweile sogar hier auf Touchflächen. Und auch der aus anderen Modellen bekannte runde Zusatzknopf für Schnelleinstellungen ist unterhalb der rechten Speiche installiert. Darüber hinaus thront ganz oben eine runde Stoppuhr. Deren Anzeige ist analog ausgeführt. Nostalgiker wird´s freuen. Genau wie der links neben dem Lenkrad sitzende Startknopf.

porsche-taycan-620-off1.png © Porsche

Apple Music und CarPlay

Porsche hat beim Taycan auch eine Kooperation mit Apple am Laufen. Auf dem Touchscreen des Elektro-Porsche können Abonnenten von Apple Music über eine dreijährige kostenlose In-Car-Internetverbindung mehr als 50 Millionen Songs sowie zahlreiche Playlists streamen und den Livestream von Beats 1 nutzen. Neu- und Bestandskunden von Porsche können den Streaming-Dienst bis zu einem halben Jahr lang kostenlos verwenden. Der Taycan wird das erste Fahrzeug überhaupt sein, das eine vollständige Integration von Apple Music bietet. Der Dienst ist auch per Spracheingabe steuerbar. Natürlich unterstützt der Stromer auch die Apple Smartphone-Integration CarPlay. Das iPhone wird dabei mit dem Fahrzeug verbunden und durch Tippen auf den Touchscreen des Taycan oder über die Siri-Sprachsteuerung erhält der Fahrer an das Verkehrsgeschehen angepasste Routenvorschläge, kann telefonieren, Nachrichten senden und empfangen, etc.

porsche-taycan-cockpit-620.jpg © Porsche

Taycan Turbo viel günstiger als 911 Turbo

Der Taycan steht ab Ende diesen / Anfang nächsten Jahres bei den heimischen Händlern. Trotz seiner enormen Leistungsdaten gibt es beim Preis eine echte Überraschung. Denn der Taycan ist deutlich günstiger als der kommende neue 911 Turbo sein wird. Grund dafür ist, dass für Elektroautos in Österreich keine NoVA bezahlt werden muss. Darüber hinaus kommen die Käufer von strombetriebenen Fahrzeugen auch bei der Versicherungssteuer besser weg. Konkret kosten der Taycan Turbo S und Taycan Turbo in Österreich inklusive Mehrwertsteuer 189.702 Euro beziehungsweise 156.153 Euro. Zum Vergleich: Das derzeitige 911 Spitzenmodell, der Carrera 4S (450 PS und Allrad), kostet bereits mindestens 155.178 Euro. Das sind nur rund 1.000 Euro weniger als der Taycan Turbo mit 680 PS. Der neue 911 Turbo, der in der S-Version rund 600 PS leisten dürfte und 2020 an den Start geht, wird in Österreich deutlich über 200.000 Euro kosten. Dagegen ist der insgesamt ebenfalls teure Taycan fast schon ein Schnäppchen.

Später wird Porsche auch noch einen schwächeren Taycan (ohne den Namenszusatz Turbo) nachreichen, der aber ebenfalls über 400 PS leisten und mit Allradantrieb ausgestattet sein wird. Dieser dürfte dann Preislich etwas unterhalb des 911 Einstiegsmodells (Carrera mit 385 PS und Heckantrieb) starten, das derzeit ab 127.656 Euro zu haben ist.

Namensbedeutung

Laut Porsche bedeutet der Name Taycan sinngemäß „lebhaftes, junges Pferd“. Damit greift er auch das zentrale Element des Porsche-Wappens auf: Seit 1952 ist hier ein springendes Ross zu sehen. „Unser neuer Elektro-Sportler ist stark und leistungswillig; ein Fahrzeug, das ausdauernd weite Strecken zurücklegt und für Freiheit steht“, so Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Porsche.

Alle Infos zu den Porsche-Modellen finden Sie in unserem Marken-Channel.

porsche-taycan-d-620-grafik.png © Porsche

porsche-taycan-d620-grafiks.png © Porsche

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