Bugatti "Bolide": 1.850 PS und über 500 km/h Spitze

Extremstes Modell der Firmengeschichte

Bugatti "Bolide": 1.850 PS und über 500 km/h Spitze

Bei dem Hypercar handelt es sich um das extremste Modell der Firmengeschichte.

Ist das  Bugattis  Antwort auf den  SSC Tatura , der erst unlängst einen neuen Geschwindigkeitsrekord (über 509 km/h) aufgestellt hat? Zumindest könnte man das beim Blick ins Datenblatt des neuen „Bolide“ vermuten. Dort sind u.a. Superlative vermerkt wie 1.850 PS, 1.850 Nm Drehmoment, 1.240 kg Trockengewicht und eine Höchstgeschwindigkeit von über 500 km/h.

© Bugatti

Motor als Ausgangspunkt

Dennoch ist der neue Super-Bugatti, der laut eigenen Angaben eines der extremsten Modelle der Firmengeschichte ist, kein Gegenspieler zum schnellen Konkurrenten aus den USA. Beim Bolide handelt es sich nämlich um einen Rennwagen ohne Straßenzulassung. Bei der Entwicklung sollte nur ein Frage geklärt werden: Was wäre, wenn Bugatti nur um den u.a. aus dem  Chiron  bekannten 8,0-Liter-W16-Motor herum ein radikal leichtes Fahrzeug bauen würde? Herausgekommen ist eben diese experimentelle Studie.

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Rundenzeiten vom anderen Stern

Der extreme Leichtbau sorgt für ein fast schon unglaubliches Leistungsgewicht von 0,67 Kilogramm pro PS. Die 1.850 PS treffen nämlich auf ein Fahrzeuggewicht von nur 1.240 Kilogramm. So viel bringt auch ein 90 PS starker VW Golf auf die Waage. So gerüstet, erreicht der Bolide nahezu Formel-1-Werte, die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Bugatti bei deutlich über 500 km/h. Noch beeindruckender: Für eine Runde in Le Mans soll der Bolide nur 3:07,1 Minuten benötigen, und die Nürburgring-Nordschleife (Grüne Hölle) soll er in sensationellen 5:23,1 Minuten umrunden.

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Technische Leckerbissen

Während der W16-Motor im Chiron 1.500 PS und in  Centodieci  und  Divo  1.600 PS leistet, bringt er es im Bolide mit Rennsprit (110 Oktan) auf 1.850 PS. Den (Allrad-)Antrieb haben die Entwickler konsequent auf den Rundstrecken-Einsatz ausgelegt. Zudem wurden Motor und Getriebe speziell auf höhere Drehzahlen abgestimmt. Die vier neu entwickelten Turbolader verfügen über optimierte Schaufeln. Statt einer Wasser-Luft-Ladeluftkühlung ist beim Bolide eine Luft-Luft-Ladeluftkühlung mit Wasservorkühlung an Bord. Ein weiteres Technik-Highlight stellen die hybriden CFK-Titan-Turbofan-Radialverdichter dar, welche die Hochleistungs-Rennsportbremsanlage durchlüften und kühlen.

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Leichtbau

Um das geringe Trockengewicht zu erreichen, wurden bei den verwendeten Werkstoffen und Fertigungsverfahren alle Register gezogen. Alle Schraub- und Verbindungselemente des Bolide sind vollständig in Titan ausgeführt. Zudem kommen an vielen Stellen hohle, dünnwandige Funktionsbauteile aus einer Luft- und Raumfahrt-Titanlegierung zur Anwendung, die aus dem 3D-Drucker stammen. Hybrid-Komponenten wie die 0,5 Meter lange Antriebsnebenwelle kombinieren gewickelte und hochsteife Kohlenstofffasern mit 3D-gedruckten Titan-Endfittingen. Das reduziert das Gewicht in diesem Beispiel um rund die Hälfte auf 1,5 Kilogramm und erhöht durch die Reduzierung der rotierenden Massen gleichzeitig die Drehfreudigkeit des Triebwerks. Auch die auf den Front- und Heckflügel wirkenden Kräfte werden von ultraleichten Titanelementen übertragen. Die vorderen wiegen lediglich 600 Gramm, die hinteren erstaunliche 325 Gramm. 

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Das sagt der Chefentwickler

Stefan Ellrott, Mitglied der Geschäftsführung Bugatti und Leiter der technischen Entwicklung, sagt beschreibt den jüngsten Spross des Hauses wie folgt: „Der Bolide ist die ultimative Antwort auf die Frage, was wäre, wenn Bugatti einen rennstreckentauglichen Hypersportwagen, der die Sicherheitsanforderungen der FIA erfüllt, bauen könnte. Konzipiert um den W16-Antriebsstrang herum mit einem Mindestmaß an Karosserie und unglaublichen Leistungsdaten. Entstanden ist die kleinstmögliche Hülle, damit sich der W16 frei entfalten kann, für ein atemberaubend performantes Fahrzeug“.

Wie stehen die Chancen?

Ob der Bolide realisiert wird und irgendwann tatsächlich an FIA-Rennen teilnimmt, lässt Bugatti noch offen. Zuletzt wurde auf der französischen Rennstrecke Paul Ricard jedoch ein bis dato unbekannter Prototyp gesichtet, der dem Bugatti Bolide ziemlich ähnlich sah…

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