Das ist das völlig neue BMW 4er Coupé

Mit polarisierender Niere

Das ist das völlig neue BMW 4er Coupé

Neue Generation hebt sich optisch jetzt klar vom Plattformspender 3er ab.

BMW  lässt seinen Worten Taten folgen und grenzt die neue 4er-Reihe deutlich stärker vom Plattformspender  3er  ab, als das bei der (noch)  aktuellen Generation  der Fall war. Den Anfang macht das neue 4er Coupé, das im Oktober 2020 zu den heimischen Händlern rollt. Im kommenden Jahr folgen dann noch das Cabrio, das wie der Z4 zum Stoffverdeck zurückkehrt, sowie das viertürige Gran Coupé, das die Silhouette des rein elektrischen  i4  übernimmt. Doch zurück zum Coupé. Dieses hat sich im Vergleich zur 2019er-Studie „ Concept 4 “ kaum verändert. Sogar die polarisierende Niere hat es in die Serie geschafft.

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Design und Abmessungen

BMWs wichtigstes Markenzeichen ist nun zusammengewachsen, zieht sich beim neuen 4er Coupé von der Motorhaube bis zum unteren Ende der Frontschütze, beherbergt das Kennzeichen und spaltet die Fangemeinde. Befürworter halten sie für prägnant und ausdrucksstark. Kritiker bezeichnen sie als „Hasenzähne“ oder „Nasenbär“. Doch da sich über Geschmack nicht streiten lässt, lassen wir diese Diskussion außen vor. Am restlichen Design werden sich die Geister ohnehin kaum scheiden. Denn der 4,78 m lange (+12,8 cm), 1,85 m breite (+2,7 cm) und 1,38 m hohe Zweitürer wirkt wie aus einem Guss. Vorne blickt er aus schmalen LED-Scheinwerfern, die es optional auch mit adaptiver Laser-Technologie gibt. Da die Niere so weit nach unten reicht, wurde der untere Lufteinlass geteilt. Die vertikalen Einlässe ganz außen kennen wir bereits vom 3er. Die flache langgestreckte Silhouette mit dem sanft auslaufenden Dachverlauf sowie das extrem cleane Heck sind echte Schokoladenseiten. Hier gibt es keine Effekthascherei durch Sicken, Kanten oder Falten. Seitlich nimmt der 4er deutliche Anleihen beim  8er . Die nun deutlich flacheren, zweigeteilten LED-Rückleuchten erinnern mit ihrer Grafik an das ebenfalls brandneue  5er-Facelift-Modell . Verwechslungsgefahr mit dem 3er gibt es jedenfalls keine mehr. Dieses Ziel hat BMW also eindeutig erreicht. Wer sich für das M Sportpaket entscheidet (blaues Foto-Auto), bekommt einen noch dynamischeren Look. Hier gibt es bekannte Zutaten wie größere Lufteinlässe, Seitenschweller, spezielle Räder, Heckdiffusor oder Abrisskante.

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Innenraum

Während sich der neue 4er außen vom 3er loslöst, sieht die Sache im Innenraum etwas anders aus. Das Cockpit wird nahezu eins zu eins aus dem Plattformbruder übernommen. Daran gibt es auch nichts auszusetzen, denn bis auf den gegenläufigen Drehzahlmessser des virtuellen Kombiinstruments gibt es an Layout, Bedienung und Haptik nichts zu kritisieren. Das Cockpit ist leicht zum Fahrer orientiert und besteht aus einem Anzeigenverbund mit bis zu 10,25 Zoll großem Touchsreen und optionalem, volldigitalem 12,3 Zoll großem Instrumentenkombi. Dank des aktuellen Betriebssystems (BMW OS 7) kommt der 4er auch in den Genuss aller aktuell verfügbaren Technologien. Zu den Highlights zählen der Sprachassistent ("Hey BMW"), kabellose Smartphone-Integration (Android Auto & Apple CarPlay), induktive Ladeschale, das Head-up-Display mit 70 Prozent größerer Anzeigefläche oder einen WLAN-Hotspot. Das neue, cloud-basierte Navigationssystem BMW Maps ist serienmäßig. Es bietet laut Hersteller schnelle und präzise Berechnung von Routen und Ankunftszeiten, Aktualisierung von Echtzeit-Verkehrsdaten in kurzen Intervallen, freie Texteingabe zur Auswahl von Navigationszielen. Bedient wird die Vielzahl an Funktionen per Touchscreen, Lenkradtasten, Sprach- und optionale Gestiksteuerung oder dem nach wie vor unerreichten iDrive-Controller (Dreh/Drücksteller). Software-Updates können dank integrierte SIM-Karte nun auch „over the air“ aufgespielt werden. Zudem können die Fahrer ihr Smartphone zum Entsperren und Starten des Fahrzeugs nutzen. Das Kofferraumvolumen beträgt 440 Liter.

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Antrieb

Zum Verkaufsstart bietet BMW fünf Motoren an, die alle die Abgasnorm Euro 6 erfüllen, die Kraft über eine Achtgang-Automatik übertragen und – wie beim 5er Facelift – teils über ein Mild-Hybridsystem verfügen. Konkret ist beim Reihensechszylinder-Ottomotor und allen Dieselantrieben ein 48-Volt-Startergenerator an Bord, der den Verbrennungsmotor mit einer Zusatzleistung von 11 PS unterstützt. Der Allradantrieb xDrive ist zur Markteinführung in zwei und ab März 2021 in vier Modellvarianten erhältlich. Vorläufiges Top-Modell bei den Benzinern ist das M440i xDrive Coupé, dessen Reihensechszylinder stolze 374 PS (+11 Elektro-PS) leistet und ein maximales Drehmoment von 500 Nm bietet. Darunter firmieren die Turbo-Vierzylinder 420i (184 PS/300 Nm) und 430i (258 PS/400 Nm). Für Diesel-Fans bieten die Münchner als Basismodell den 190 PS (400 Nm) starken 420d an, der auch mit Allrad zu haben ist. Bei den beiden Sechszylinder-Selbstzündern sind vier angetriebene Räder obligat. Der 430d xDrive bringt es auf 286 PS und 650 Nm, der M440d xDrive auf 340 PS und 700 Nm.

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Fahrwerk

Damit sich die 4er-Reihe auch fahrdynamisch vom ohnehin sportlichen 3er abhebt, haben die Ingenieure auch diesbezüglich Hand angelegt. So wird die Karosseriesteifigkeit durch diverse Streben gesteigert. Der Fahrzeugschwerpunkt ist um 21 Millimeter niedriger und die Hinterachs-Spurweite um 23 Millimeter größer als bei der 3er Limousine. Hinzu kommen eine im Verhältnis 50:50 ausgeglichene Achslastverteilung sowie hubabhängige Dämpfer mit eigenständiger Abstimmung. Gegen Aufpreis ist ein M Sportfahrwerk mit nochmals strafferer Auslegung von Dämpfern, Lagern und Stabilisatoren sowie zusätzlichen Karosseriestreben und Variabler Sportlenkung verfügbar. Außerdem optional erhältlich: Adaptives M Fahrwerk mit elektronisch geregelten Dämpfern, Sportbremsanlage mit wahlweise blauen oder roten Bremssätteln und Sportdifferenzial mit vollvariabler Sperrwirkung im Hinterachsgetriebe.

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Assistenzsysteme

Bei den Assistenzsystemen lässt das neue 4er Coupé seinen Vorgänger ziemlich alt aussehen. Serienmäßig sind u.a. Frontkollisionswarnung mit Bremseingriff, Spurverlassenswarnung einschließlich Fahrbahnrückführung mit Lenkunterstützung und Speed Limit Info an Bord. Der optionale Driving Assistant Professional umfasst den Lenk- und Spurführungsassistenten mit den neuen Funktionen aktive Navigationsführung und Rettungsgassenassistent. So fährt der BMW teilautonom über die Autobahn und Landstraßen. Zusätzlich zur serienmäßigen Park Distance Control mit Sensoren an Front und Heck steht gegen Aufpreis der Parking Assistant für automatisches Ein- und Ausparken (einschließlich Rückfahrassistent) zur Verfügung. Wem das immer noch nicht reicht, kann zum Parking Assistant Plus greifen. Dieser bietet zusätzlich Park View, Panorama View, 3D Top View und Remote 3D View. Der völlig neue Drive Recorder erstellt bis zu 40 Sekunden lange Videoaufnahmen des Fahrzeugumfelds.

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Verfügbarkeit und Fazit

Laut BMW ist die Markteinführung des neuen 4er Coupés im Oktober 2020 geplant. Preislich geht es ab 48.950 Euro los. Somit steht fest, dass sich der Audi  A5  und das Mercedes  C-Klasse Coupé  auf einen extrem starken Gegner einstellen müssen. Die Baureihen der Erzrivalen wurden zwar unlängst aufgefrischt, dennoch ist der BMW nun das deutlich jüngere und modernere Fahrzeug.

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