Das kostet der neue VW T7 Multivan ("Bulli")

Vorverkauf gestartet

Das kostet der neue VW T7 Multivan ("Bulli")

In Österreich kann der völlig neue Familien- und Businessbus ab sofort bestellt werden. 

Im Juni hat VW den  neuen T7 Multivan  vorgestellt. Nun ist die Produktion des „Bulli“, der erstmals auf einer Pkw-Plattform (modularer Querbaukasten) basiert, gestartet. Zeitgleich hat Volkswagen in Österreich den Vorverkauf eröffnet. Kunden können den neuen T7 Multivan ab sofort vorbestellen, die Markteinführung erfolgt im November.

Preise

Die Preise beginnen in Österreich ab 49.525 Euro. Wie berichtet, gibt es zum Marktstart nur Benziner und einen Plug-in-Hybrid. Eine Dieselversion, die auch mit Allrad zu haben sein wird, folgt 2022. Das Doppelkupplungsgetriebe mit sechs bzw. sieben Gängen, das über einen Mini-Shifter neben dem Lenkrad bedient wird, ist stets mit an Bord. Für die knapp 50.000 Euro bekommt man den 136 PS starken TSI. Der Top-Benziner mit 200 PS schlägt mit mindestens 56.301 Euro zu Buche. Die beiden Plug-in-Hybridvarianten (Multivan eHybrid und Eco eHybrid) profitieren vom heimischen Steuersystem. Sie sind mit einer Systemleistung von 218 PS zwar stärker, kosten aufgrund des niedrigen Normverbrauchs (1,7l/100km), der für einen Entfall der NoVA sorgt, jedoch weniger. Konkret werden für den Multivan eHybrid 53.600 Euro fällig, für den Eco eHybrid verlangt VW mindestens 54.392 Euro.

© Volkswagen Nutzfahrzeuge
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Hier rollt einer der ersten neuen Multivan aus dem Werk.

Pkw-Plattform

Der Nachfolger des  T6.1  basiert erstmals auf dem modularen Querbaukasten (MQB) von Golf, Passat, Tiguan & Co. Damit vollzieht der VW Bus, der seit mehr als 70 Jahren gebaut wird, eine ähnlich gravierende Neuausrichtung wie beim Umstieg von Heck- auf Frontmotor. Optisch sieht man ihm das gar nicht so stark an. Das Design wirkt zwar deutlich moderner, erinnert aber dennoch an T4, T5 und T6. In Wahrheit tritt der T7, der nun als Multivan präsentiert wurde, aber die Nachfolge des nicht mehr allzu lange gebauten  Sharan  an. Für gewerbliche Nutzer wird der T6.1 nämlich parallel noch mehrere Jahre weitergebaut. Den Multivan und die Ausstattungslinien „Life“ und „Style“ wird es aber nur noch als T7 geben. Zu den Hauptkonkurrenten zählen die Mercedes  V-Klasse  und der völlig neue Hyundai  Staria .

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Design und Abmessungen

Optisch ist eher Evolution statt Revolution angesagt. Von vorne erinnert der neue Bulli stark an den ebenfalls noch taufrischen  Caddy der 5. Generation . Hinzu kommen Elemente, die an den  ID.4  erinnern. So verfügt die Top-Ausstattung Multivan künftig über ein Tagfahrlichtband, das die Voll-LED-Scheinwerfer verbindet. Lediglich das zentral angeordnete Logo sorgt für eine kleine Unterbrechung. Insgesamt wirkt die Front sehr glatt. Der große Lufteinlass ist weit nach unten in die Frontschürzte gewandert. Die gesamte Karosserie umfassende horizontale Charakter-Linie wird vom T6.1 übernommen. Die Motorhaube fällt nun deutlich kürzer aus und steht flacher. Deshalb musste VW eine zweite A-Säule und ein Dreiecksfenster einziehen. Nur so ist eine gute Übersicht nach seitlich vorne gewährleistet. Hinter dem Zusatzfenster ist ein aerodynamischer Rückspiegel montiert, der stark an die Pkw-Modelle von VW erinnert. Der Einstieg in den Fond erfolgt wieder über Schiebetüren. Auf Wunsch gibt es für den T7 Multivan ein großes Panoramaglasdach. Dieses dürfte das ohnehin großzügige Raumgefühl zusätzlich unterstützen. Der markante Dachkantenspoiler passt wiederum gut zum etwas dynamischeren Auftritt, der allein durch die deutlich reduzierte Höhe (ca. -5 cm) entsteht. Die weit nach unten reichende Heckklappe ermöglicht ein einfaches Beladen. Völlig neu sind auch die schmalen LED-Rückleuchten, die nun erstmals geteilt sind. Auf ein durchgehendes Leuchtenband wird am Heck verzichtet. VW bietet den T7 in zwei Längen an. Die Abmessungen und das Kofferraumvolumen sehen wie folgt aus:

  • Länge: 4.973 mm (kurz) / 5.173 mm (lang)
  • Breite: 1.941 mm
  • Höhe: 1.903 mm
  • Radstand: 3.124 mm
     
  • Kofferraum (Kurzversion): 469 bis 3.672 Liter
  • Kofferraum (Langversion): 763 Liter bis 4.053 Liter
     

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Cockpit und Bedienung

Im Cockpit bleibt kein Stein auf dem anderen. Zwar hat die Digitalisierung bereits im T6.1 Einzug gehalten, doch nun bekommt der Bulli erstmals eine reines Pkw-Cockpit. Dieses orientiert sich stark am Golf 8, der ebenfalls stets über zwei Displays verfügt. Serienmäßig ist der T7 mit einem 10,25 Zoll digitalem Cockpit („Digital Cockpit“) und dem Infotainmentsystem „Ready 2 Discover“ mit 10 Zoll Touchscreen ausgestattet. Leider werden auch die meisten Bedienelemente als digital gesteuerte Touchflächen und Taster ausgelegt. Auch das Lenkrad verfügt über sensitive Tasten. Per Touchflächen aktiviert werden auch die Sitzheizung und die Beleuchtung, für das Einstellen der Innenraumtemperatur gibt es Slider. Das mag zwar für einen aufgeräumten Eindruck sorgen, führt im Alltag aber auch zu Ablenkung. Uns wäre lieber, VW hätte ein paar „echte“ Tasten und Drehregler am Leben gelassen. Für etwas Entschärfung sorgen unter dem Touchscreen angeordnete Direkteinstiegstasten in verschiedene Menüfunktionen.

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Praktisch: Am Touchscreen wird erstmals im Multivan eine reale 360-Grad-Darstellung des Fahrzeugs als „Area View“ (optional) angezeigt, um das Parken und Rangieren zu erleichtern. Der T7 ist dank integrierter eSIM immer online. Die Online-Dienste und -Services von „We Connect“ und „We Connect Plus“ (letzteres mit zeitlich begrenzter Laufzeit, danach kostenpflichtig verlängerbar) sind ebenfalls serienmäßig an Bord. Mit diesen Diensten besteht die etwa Möglichkeit, das Fahrzeug aus der Ferne via Smartphone zu „Verriegeln & Entriegeln“ oder die Standheizung zu steuern. In Kombination mit den optionalen Navigationssystemen „Discover Media“ und „Discover Pro“ beinhaltet „We Connect Plus“ weitere navigationsbezogene Dienste. Dazu zählen unter anderem die Online-Kartenaktualisierung sowie Echtzeitverkehrsinfos.

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Variabilität

Da es den neuen Bulli nur noch mit Doppelkupplungsgetriebe (DSG) gibt, wird er auch noch praktischer. Denn wie in Golf 8 und Co. wird das Getriebe rein elektronisch (Shift-by-wire) über einen kleiner Schalter gesteuert. Dieser ist rechts neben dem Lenkrad in die neue Instrumententafel integriert. Dadurch wird der im Bulli typische Durchstieg nach hinten noch einmal erleichtert. Eine Etage tiefer wurde indes auch der klassische Handbremshebel aus dem Weg geräumt. Die Parkbremse wird fortan elektronisch per Taste betätigt. Und so vergrößert sich der Platz zwischen Fahrer- und Beifahrersitz nochmals.

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Im Fond gibt es künftig keine durchgängige Rückbank in der dritten Sitzreihe mehr. VW setzt hingegen auf ein neues Schienensystem mit um 25 Prozent leichteren Einzelsitzen. Diese sind nicht nur schnell verschiebbar, sondern können auch ganz einfach ausgebaut werden. Da die Dreierrückbank den Einzelsitzen wich ist es künftig zum Beispiel möglich, etwa zum Transport vorn Fahrrädern nur die Sitze auf einer Fahrzeugseite auszubauen. Oder den mittleren Sitz der dritten Reihe stufenlos nach vorn bis kurz vor die erste Sitzreihe zu schieben.

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Fondtisch als Bulli-Highlight

Absolutes Highlight ist jedoch der Tisch im Fond, der zu einem echten Multifunktionstool wird. Einmal arretiert, lässt er sich dank des neuen Schienensystems im Fond verschieben und anordnen. Da die entsprechenden Schienen bis nach vorn zwischen den Fahrer- und Beifahrersitz reichen und der Tisch ein Multitool geworden ist, kann er sogar als Mittelkonsole in der ersten Sitzreihe eingesetzt werden. In der Standardposition sind die zwei herausklappbaren Tischhälften und die Höheneinstellung eingefahren. Der Tisch ist in dieser Position eine Mittelkonsole, die in jeder Sitzreihe angeordnet werden kann. Oben in dieser Konsole sind drei Cupholder und eine Ablage integriert. Über eine Drücktaste kann das Multifunktionstool nach oben gefahren werden. Jetzt erschließen sich weitere Staufächer – etwa für Spielzeug und größere Getränkeflaschen. Parallel können nun zudem die zwei Tischhälften links und rechts herausgezogen und aufgeklappt werden. Möchte man den Tisch ausbauen, wird er einfach über zwei Griffe am Sockel ausgeklinkt. Das gab es bislang in keinem Multivan.

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Antriebe

Beim Marktstart im Herbst wird der neue Multivan mit zwei Turbobenzinern (TSI) und erstmals mit einem Plug-in-Hybridantrieb erhältlich sein. 2022 wird dann ein 150 PS starker Turbodiesel (TDI) mit doppelter Abgasreinigung nachgereicht. Wie bereits erwähnt sind alle Antriebsversionen serienmäßig an ein Doppelkupplungsgetriebe (DSG) gekoppelt.

Die vom Start weg verfügbaren TSI leisten 136 PS (1,5 Liter) und 204 PS (2,0 Liter). Den Plug-in-Hybridantriebsstrang kennen wir aus dem  Arteon eHybrid , dem Passat GTE und dem Skoda  Superb iV . Die E-Maschine ist 85 kW (116 PS) stark, der 1.4 Liter große Vierzylinder-Turbobenziner entwickelt 150 PS. Die Systemleistung durch die Kopplung beider Antriebe beträgt 160 kW / 218 PS. Als maximales Systemdrehmoment ergeben sich 350 Nm. Laut VW ist die elektrische Reichweite dank der 13 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie so ausgelegt, dass die typischen Tagesdistanzen lokal emissionsfrei zurückgelegt werden können. Wird der Akku vor der Fahrt voll aufgeladen, kommt der Plug-in-Bulli rein elektrisch rund 50 Kilometer weit. Ab einer Geschwindigkeit von mehr als 130 km/h respektive je nach Ladestand der Batterie schaltet sich der Benziner hinzu. Die Benziner und der Teilzeitstromer verfügen über Frontantrieb, ob es beim Diesel auch eine Allradvariante (4Motion) geben wird, hat VW noch nicht verraten.

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Assistenzsysteme

Noch stärker als bei der Vernetzung profitiert der T7 von seiner Pkw-Plattform bei den Assistenzsystemen. In der Maximalausstattung sind es mehr als 20, die an Bord des Multivan Einzug halten. Serienmäßig sind u.a. das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ inklusive City-Notbremsfunktion, die Ausweichunterstützung mit neuem Abbiegeassistent, die Verkehrszeichenerkennung und der Spurhalteassistent „Lane Assist“. Zu den neuen Systemen gehören Car2X (lokale Kommunikation mit anderen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur, um vor Gefahren zu warnen), der Flankenschutz (Rangierhilfe), ein Seitenwindassistent, der Abbiegeassistent (Warnung vor Gegenverkehr beim Queren der Fahrbahn), der Ausstiegswarner (Bestandteil des „Side Assist“ (warnt beim Öffnen der Türen vor sich nähernden Fahrrädern und Fahrzeugen von hinten) und der „IQ.DRIVE Travel Assist“. Letzterer ermöglicht das teilautomatisierte Fahren von 0 bis 210 km/h. Bei dem System werden die automatische Distanzregelung „ACC“ und der für die Querführung zuständige „Lane Assist“ kombiniert. Auf langen Autobahnetappen geht es somit äußerst komfortabel zu.

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Fazit

Mit dem Umstieg auf den modularen Querbaukasten kommt der VW Bus endgültig in der Neuzeit an. Technisch ist der T7 in allen Belangen voll auf Höhe der Zeit. Hinzu kommen ein nach wie vor hervorragendes Platzangebot sowie eine nochmals verbesserte Variabilität. Mit dem neuen Plug-in-Hybridantrieb erfolgt auch eine Teilelektrisierung. Rein elektrisch wird es den T7 nicht geben – diesen Part übernimmt der  ID.Buzz . Dennoch geht auch etwas vom Original verloren. Denn gerade die Abstammung von einem Nutzfahrzeug sorgte für das rund um den Globus geliebte Bulli-Flair. Doch immer strengere CO2-Vorgaben machen die Neuausrichtung unumgänglich. Und da der T7 auf den ersten Blick als „Bulli“ erkennbar ist, im selben Schritt aber auch problemlos die Nachfolge des Sharan antreten kann, hat VW die schwierige Herausforderung sehr gut gemeistert. Und für alle Nostalgiker wird der T6.1 (als Nutzfahrzeug bzw. Transporter-Variante) weitergebaut.

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