Kia verpasst dem Rio ein großes Facelift

Design, Technik & Antrieb

Kia verpasst dem Rio ein großes Facelift

Koreanischer Polo-Gegner wird umfangreich überarbeitet.

Kurz nachdem Kia dem  Picanto ein umfangreiches Facelift  verpasst hat, ist nun der etwas größere Bruder an der Reihe. Auch der  Rio  wurde von dem koreanischen Hersteller rundum erneuert. Neben dem Design und dem Infotainment steht beim Modelljahr 2021 auch die Elektrifizierung im Mittelpunkt.

© Kia

Design

Das Design der vierten Rio-Generation wurde mit der Überarbeitung nachgeschärft. Der Kühlergrill in der Kia-typischen Form der „Tigernase“ ist schmaler als bisher, der Frontstoßfänger ist tiefer und breiter und beinhaltet je nach Ausführung neu gestaltete Nebelscheinwerfer. Eine weitere Neuerung sind die optionalen LED-Scheinwerfer mit integriertem Tagfahrlicht. Insgesamt lassen die Änderungen die Front sportlicher wirken. In der Seitenansicht fallen die achtspeichigen 16-Zoll-Leichtmetallfelgen (ausstattungsabhängig) auf.  Für den überarbeiteten Rio stehen jetzt bis zu neun Lackierungen zu Wahl, darunter zwei neue Grau- und Blautöne (Perennial Grey Metallic, Sporty Blue Metallic). Die wichtigsten Veränderungen im Interieur sind der größere Touchscreen und eine neue Instrumenteneinheit mit hochauflösendem 4,2 Zoll Display (bisher 3,5 Zoll). Die sportliche Ausführung  GT Line  verfügt über schwarze Sitzbezüge mit weißen Kontrastnähten sowie ein Karboneffekt-Armaturenbrett. Und neben dem Fahrersitz ist nun – je nach Ausstattung - auch der Beifahrersitz höhenverstellbar.

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Vernetzung

Besonders stolz sind die Entwickler auf das neue Infotainment. Das überarbeitete Modell bietet einen bis zu 8 Zoll großen Touchscreen (bisher bis zu 7 Zoll), der je nach Ausführung entweder mit einem Audio- oder einem Navigationssystem kombiniert ist. Der Bildschirm lässt sich zudem per Split-Screen-Funktion unterteilen, um verschiedene Funktionen gleichzeitig zu nutzen. Die Smartphone-Schnittstellen Android Auto und Apple CarPlay lassen sich künftig auch kabellos mit dem Fahrzeug verbinden. Die Modelle mit Navigationssystem (inkl. 7 Jahre Karten-Update) verfügen über die bereits aus anderen Modellen der Marke bekannten Online-Dienste UVO Connect mit dem Service Kia Live und der UVO-App. Ersteres bietet dem Fahrer u.a. Verkehrsinformationen in Echtzeit, Wettervorhersagen, die Suche nach „Points of Interest“, aktuelle Kraftstoffpreise sowie die Anzeige nahegelegener Parkmöglichkeiten inklusive Angaben zu Preisen und verfügbaren Plätzen. Eine Online-Spracherkennung, die den Nutzern ermöglicht, per Sprachbefehl nach Informationen zu suchen oder Textmitteilungen zu verschicken, ist ebenfalls integriert. Mit der UVO-App (gratis für iOS und Android) lassen sich zum Beispiel geplante Routen an das Navigationssystem des Rio schicken, der Standort des Fahrzeugs ermitteln sowie Fahrzeugberichte und Diagnosemitteilungen abrufen.

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Antrieb

Bei der modernisierten Antriebspalette gibt es sogar eine Kia-Premiere: In der Topmotorisierung 1.0 T-GDI 120 (120 PS) setzt der Hersteller erstmals ein Benzin-Mildhybridsystem ein. Gekoppelt ist die 48-Volt-Technologie dabei mit dem neuen „intelligenten Schaltgetriebe“ (iMT). Optional ist die elektrifizierte Antriebsvariante auch mit einem Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) erhältlich. Das Mildhybridsystem mit der Bezeichnung EcoDynamics+ beinhaltet eine 48-Volt-Lithium-Ionen-Polymer-Batterie und einen Startergenerator, der per Riementrieb mit der Kurbelwelle verbunden ist. Der Startergenerator kombiniert die Funktionen eines Elektromotors und einer Lichtmaschine. Beim Beschleunigen unterstützt er den Verbrennungsmotor, beim Abbremsen, Bergabfahren oder Ausrollen dient er zur Stromerzeugung und gewährleistet so eine Energierückgewinnung. Zum niedrigeren Verbrauch des Mildhybriden trägt auch das iMT-Schaltgetriebe bei. Es verfügt über eine elektronisch gesteuerte Kupplung, die sowohl per Pedal als auch durch ein elektronisches Steuergerät betätigt werden kann. Wenn der Fahrer beim Ausrollen vor einer Kreuzung oder in anderen Situationen, in denen der Verbrennungsmotor abgeschaltet werden könnte, den Fuß vom Gas nimmt, entkoppelt das iMT den Motor eigenständig vom Getriebe. Laut Kia werden die kombinierten CO2-Emission der Topmotorisierung um rund neun Prozent reduziert. Gleichzeitig steigt das maximale Drehmoment auf 200 Nm, 16 Prozent mehr als bisher. Der Mildhybrid ist serienmäßig mit der Fahrmodus-Wahl „Drive Mode Select“ ausgestattet (Modi: Eco, Normal, Sport).

Neben der elektrifizierten Version bietet Kia den 1,0 Lier T-GDI-Motor auch noch in einer 100 PS starken Variante an. Diese besitzt nun eine CVVD-Ventilsteuerung (Continuously Variable Valve Duration). Diese Technologie soll für eine deutlich gesteigerte Effizienz sorgen. Das Sieben-Stufen-DCT, das bisher der Topmotorisierung vorbehalten war, wird künftig auch für den 1.0 T-GDI 100 angeboten, dessen serienmäßiges Schaltgetriebe nun sechs Gänge hat (bisher fünf). Ebenfalls überarbeitet hat Kia die dritte Motorisierung des Rio, den 1,2-Liter-Saugbenziner mit 84 PS. Der Einstiegsmotor wurde unter anderem mit einem Dual-Port-Einspritzsystem ausgestattet.

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Assistenzsysteme

Der Rio verfügte schon bisher über einige Fahrerassistenzsysteme wie Frontkollisionswarner, aktiven Spurhalteassistenten, Spurwechselassistent, Querverkehrswarner, Müdigkeitswarner und Fernlichtassistent. Zum Modelljahr 2021 kommen je nach Ausführung weitere elektronische Helfer hinzu: bei den Automatikversionen der Stauassistent (LFA), adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-Go-Funktion, Totwinkelwarner mit aktivem Lenkeingriff (BCA) und ein Querverkehrswarner hinten inklusive Notbremsfunktion (RCCA). Unabhängig von der Getriebeart eine Verkehrszeichenerkennung für Geschwindigkeitsbegrenzungen (ISLW) und ein Ablenkungswarner bei stehendem Verkehr.

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Ausstattung und Preise

Wie bisher wird das Rio-Facelift in Österreich in fünf Ausstattungsversionen (Neon, Titan, Silber, Gold, GT-Line) angeboten. Die Basisversion Neon bietet u.a. Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Radio mit DAB+-Empfang, Zentralverriegelung und Bremsassistenten, sowie Klimaanlage. In der Ausstattungsvariante Titan werden zusätzlich Aufmerksamkeits- und Fernlichtassistent, autonomes Notbremssystem inklusive Fußgänger- und Fahrraderkennung, Spurhalteassistent, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspeiegel, elektrische Fensterheber vorne, Lederlenkrad inkl. Lenkradheizung, Sitzheizung vorne, sowie USB-Ladeanschluss auch hinten geboten. Beim Rio Silber kommen 8-Zoll-Multimedia-Display mit Apple CarPlay und Android Auto inkl. Spracherkennung und Rückfahrkamera, Klimaautomatik, Parksensoren hinten, 16-Zoll-Leichtmetallräder, LED-Tagfahrlicht, Projektionsscheinwerfer und Nebelscheinwerfer hinzu. Gold bietet zusätzlich u.a. abgedunkelte Scheiben ab der zweiten Sitzreihe, Außenspiegel auch elektrisch anklappbar, Telematik-Dienste und Nutzung der UVO Connect-App, Parksensoren vorne und hinten sowie LED-Rückleuchten. Am oberen Ende der Ausstattungsliste steht die GT-Line. Sie legt noch Features wie adaptiven Tempomat mit Stop&Go-Funktion und Querverkehrsassistenten bzw. Totwinkelassistenten (aktiv bei DCT), Glasschiebe-Hubdach, 17-Zoll-Leichtmetallräder, Smart-Key und Startknopf, Teilledersitze sowie Doppelrohrauspuff oben drauf.

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Verfügbarkeit und Preise

Der überarbeitete Rio wird im dritten Quartal 2020 in Europa eingeführt und verfügt wie alle Modelle der Marke über 7 Jahre Werksgarantie bzw. 150.000 km. Die neuen Modelle sind ab sofort bestellbar. Die ersten Fahrzeuge werden in Österreich Anfang Oktober landen. Der Einstieg erfolgt für den Rio Neon 1.2 DPI bei 14.290 Euro. Das Topmodell Rio GT-Line 1.0 T-GDI mit Mildhybrid-System und DCT kommt auf  26.290 Euro.