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Marussia B1

Ambitionierter Sportler mit Alltagsnutzen

Mit dem Marussia B1 hat sich ein russischer Showmaster seinen Kindheitstraum verwirklicht. Nun gibt es den Sportwagen zu kaufen.

Bei uns sorgt der Name Nikolay Fomenko aufgrund mangelnder Bekanntheit für kein großes Aufsehen. Ganz anders in seiner Heimat Russland, denn dort zählt dieser Mann zu den erfolgreichsten Showmastern des Landes. Seit seiner Kindheit hat Fomenko einen Spleen für schnelle Autos. Und durch seinen Erfolg kam er auch zu Geld und konnte seinen Traum ausleben. So nahm er bereits an zahlreichen Autorennen (zuletzt mit einen Aston Martin) teil. Doch das war ihm nicht genug, und deshalb verwirklichte er nun gemeinsam mit diversen Investoren seinen eigenen Sportwagen - den Marussia B1.



Beeindruckende Beschleunigung
Vom Konzept her erinnert die flache Flunder etwas an den Porsche Cayman. Starker Mittelmotor, leichter Aufbau und gestochen scharfes Handling standen also im Lastenheft. Doch optisch und technisch gingen die Ingenieure einen eigenständigen Weg. So arbeitet im Marussia B1 ein mittels Turbo beatmeter 2,8 Liter Cosworth-Sechszylinder mit einer Leistung von 360 PS. Bei 4000 Umdrehungen steht bereits das volle Drehmoment von 440 Nm bereit. Die Kraft wird über eine Sechsstufen-Automatik (aus dem Renault-/Nissan-Regal) an die Hinterräder übertragen. Dank der leichten Alukarosserie und diverser Carbonteile erzielt der Sportwagen ein hervorragendes Leistungsgewicht von 3,1 kg pro PS. Dieses hat auch enormen Anteil an den mehr als beeindruckenden Beschleunigungswerten. So schießt die Rakete in 3,5 Sekunden auf Tempo hundert (der 800 PS starke Brabus T65 RS Tuning braucht eine Zehntelsekunde länger) und stürmt bis zur Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h gnadenlos weiter.



Alltagstauglicher Rennwagen
Um die bei Sportwagen nicht immer vorhandene Alltagstauglichkeit zu verbessern, haben die Konstrukteure auch großen Wert auf die Gestaltung des Innenraums gelegt. So gibt es im stylisch designten Cockpit für die zwei Passagiere nahezu fürstliche Platzverhältnisse. Damit Parkmanöwer ohne Probleme klappen, verfügt der Marussia über eine serienmäßige Rückfahrkamera. Außerdem kann die Bodenfreiheit vorne per Knopfdruck angehoben werden (hydraulisches Fahrwerk). Somit verlieren auch Gehsteige, Schweller, etc. ihren Schrecken. Damit  das Ein- und Aussteigen möglichst elegant gelingt, öffnen die Flügeltüren elektrisch. Als elektronische Fahrhilfen sind ABS und ESP mit an Bord. Wer den Boliden als Rennfahrzeug einsetzt, kann Letzteres natürlich komplett deaktivieren. Wie ernst es die Russen mit den Rennambitionen meinen, zeigen schon allein die Räder mit Zentralverschluss.

Kein Schnäppchen
Mit der Serienproduktion wurde Mitte Mai begonnen. Der Nettopreis des Marussia B1 liegt bei selbstbewussten 100.000 Euro. Mit Steuern könnte man sich statt dem russischen Renner also auch zwei Porsche Cayman in die Garage stellen. Aber von denen gibt es auch bedeutend mehr.