Neues Mercedes-Cockpit: Gesamtes Armaturenbrett als Display

"MBUX Hyperscreen" startet im EQS

Neues Mercedes-Cockpit: Gesamtes Armaturenbrett als Display

Geniales Mercedes-Bediensystem MBUX setzt künftig auf den "Hyperscreen".

Wie berichtet, bringt Mercedes in diesem Jahr gleich  vier neue Stromer  (EQA, EQB, EQE und EQS) seiner Elektromarke EQ an den Start. Absolutes Highlight wird dabei die Serienversion des EQS, die eine Reichweite von über 700 km bieten soll. Das Stromer-Pendant zur  neuen S-Klasse  will dabei in allen relevanten Bereichen neue Maßstäbe bei Elektroautos setzen. Einen besonderen Schwerpunkt legten die Entwickler dabei auf das Cockpit und das Bediensystem.

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Gesamtes Armaturenbrett als Display

Im EQS kommt auf Wunsch erstmals der sogenannte MBUX Hyperscreen zum Einsatz. Schon bei der neuen S-Klasse hatte Mercedes das Infotainment- und Bediensystem mit der genialen Sprachsteuerung („Hey Mercedes“) auf ein neues Level gehoben. Doch im Elektro-Flaggschiff wird das Ganze noch einmal getoppt. Während  MBUX  (Mercedes-Benz User Experience) in der S-Klasse aus  zwei getrennten Bildschirmen besteht , gehen beim MBUX Hyperscreen drei Displays scheinbar nahtlos ineinander über und ergeben so ein beeindruckendes, über 141 Zentimeter (!) breites und gewölbtes Bildschirmband. Somit besteht eigentlich das gesamte Armaturenbrett aus Monitoren, die sich hinter einem gemeinsamen Deckglas befinden. Davon profitieren freilich auch die Mitfahrer: Mit bis zu sieben Profilen kann der Anzeigebereich für den Beifahrer individualisiert werden. Die Entertainmentfunktionen des Beifahrer-Displays sind während der Fahrt allerdings nur im Rahmen der länderabhängigen gesetzlichen Vorschriften verfügbar. Ist der Beifahrersitz nicht belegt, wird der Bildschirm zum digitalen Zierteil. In diesem Fall werden animierte Sterne dargestellt.

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Touch-Feedback und immense Rechenpower

Die Bedienung erfolgt auch hier entweder über Toucheingabe, das Multifunktionslenkrad oder die Sprachsteuerung. Für die haptische Rückmeldung bei der Touch-Bedienung sitzen insgesamt 12 Aktuatoren unter den Touchscreen-Flächen. Berührt der Finger dort bestimmte Stellen, sollen sie eine spürbare Vibration der Deckscheibe auslösen. Dieses haptische Feedback kennen wir das bereits von diversen Audi-Modellen. Der EQS verfügt natürlich über eine schier unüberschaubare Menge an Funktionen. Damit dabei alles nahtlos und ruckelfrei läuft, ist eine immense Rechenpower notwendig: 8 CPU-Kerne, 24 Gigabyte RAM und 46,4 GB pro Sekunde RAM-Speicherbandbreite gehören zu den technischen Daten vom neuen MBUX (in der S-Klasse sind es "nur" 16 GB RAM).

Video zum Thema: Das ist der neue Mercedes MBUX Hyperscreen
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Glasklare Darstellung

Für eine brillante Darstellung sorgt bei Zentral- und Beifahrer-Display die OLED-Technologie. Wie bei modernen Fernsehern gibt es also auch hier einen besonders hohen Kontrast unabhängig vom Blickwinkel und den Lichtverhältnissen. Alle Grafiken sind in einer neuen Farbwelt (Blau/Orange) gestaltet. Diese dürfte künftig in allen neuen EQ-Modellen zum Einsatz kommen. Die klassische Cockpit-Anzeige mit zwei Rundinstrumenten wurde mit einem digitalen Laserschwert in einer Glaslinse umgesetzt. Um den Fahrer nicht mit zu vielen Funktionen und Ansichten zu verwirren, wurden auch die Anzeigenstile der verschiedenen Fahrmodi angepasst. Ein Beispiel dafür ist der Anzeigestil EV-Modus. Hier werden Funktionen des Elektroantriebs wie Boost oder Rekuperation auf eine neue Weise, mit einer sich räumlich bewegenden Spange, dargestellt. Zwischen diesen Spangen bewegt sich schwebend ein linsenförmiges Objekt. Es folgt der Schwerkraft und bildet somit die G-Force Kräfte ab.

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Einfache Bedienung dank KI

Darüber hinaus haben sich die Mercedes-Entwickler auch etwas für die einfachere Bedienung der zahlreichen Funktionen einfallen lassen. Um die einzelnen Bedienschritte zu reduzieren, wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) eine Benutzeroberfläche mit kontextsensitivem Bewusstsein entwickelt. Dazu hat Mercedes das Nutzungsverhalten der ersten MBUX Generation untersucht. Die allermeisten Anwendungsfälle fallen demnach in die Bereiche Navigation, Radio/Media und Telefonie. Die Navigationsapplikation steht beim EQS daher immer im Zentrum der Bildschirmeinheit. Laut den Entwicklern soll der MBUX  Hyperscreen proaktiv und unterstützt durch KI stets die für den Anwender richtigen Funktionen zur richtigen Zeit einblenden. Wie das genau funktioniert, zeigen folgende vier Beispiele, bei denen der Fahrer die Vorschläge mit einem Klick annehmen oder ablehnen kann:

  1. Wer dienstagabends auf dem Nachhauseweg immer einen bestimmten Freund anruft, bekommt einen entsprechenden Anruf künftig an diesem Wochentag und zu dieser Uhrzeit vorgeschlagen. Dabei erscheint eine Visitenkarte mit dessen Kontaktinfos, und – wenn hinterlegt - dessen Bild. Alle Vorschläge von MBUX sind an das Profil des Nutzers gekoppelt. Fährt an einem Dienstagabend jemand anderes den EQS, unterbleibt also diese Empfehlung – beziehungsweise es kommt eine andere, abhängig von den Vorlieben des jeweils anderen Nutzers.
     
  2. Verwendet der EQS Fahrer im Winter regelmäßig die Massagefunktion nach dem Hot-Stone-Prinzip, lernt das System dazu und schlägt ihm die Komfortfunktion bei winterlichen Temperaturen automatisch vor.
     
  3. Schaltet der Benutzer regelmäßig zur Sitzheizung beispielsweise auch die Heizung von Lenkrad und von weiteren Flächen ein, wird ihm das vorgeschlagen, sobald er die Sitzheizung betätigt.
     
  4. Das Fahrwerk des EQS kann angehoben werden, um mehr Bodenfreiheit zu bieten. Eine nützliche Funktion bei steilen Garageneinfahrten oder Schwellen zur Verkehrsberuhigung am Boden („sleeping policemen“). MBUX merkt sich die GPS-Position, an der der Nutzer Gebrauch von der „Vehicle-Lift-Up“-Funktion gemacht hat. Nähert sich das Fahrzeug erneut der GPS-Position, schlägt das System selbstständig vor, den EQS anzuheben. Ein ähnliche Funktion bietet auch der neue Porsche  911 Turbo (S) .

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Weltpremiere

Erstmals offiziell gezeigt wird der MBUX Hyperscreen im Rahmen der Technikmesse CES (ab 11. Jänner), die in diesem Jahr coronabedingt rein virtuell stattfindet. Die Serienversion des EQS selbst, soll auch noch im ersten Quartal 2021 enthüllt werden. Spätestens dann müssen sich Tesla  Model S  oder Porsche  Taycan  auf einen extrem starken Konkurrenten einstellen.

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