Renault greift mit dem Twingo Z.E. an

Elektrischer City-Flitzer

Renault greift mit dem Twingo Z.E. an

Elektrischer City-Flitzer setzt auf einen hauseigenen Antriebsstrang.

Der  aktuelle Twingo  ist baugleich mit dem Smart forfour. Doch während es den City-Flitzer von Daimler bereits seit Jahren und mittlerweile  ausschließlich mit Elektroantrieb  gibt, war das beim kleinen Renault bisher nicht der Fall. Doch damit ist bald Schluss. Die Franzosen präsentieren auf dem Genfer Autosalon 2020 (5. bis 15. März) den Twingo Z.E. Doch wer nun glaubt, dass Renault einfach den Elektroantrieb von Smart implementiert hat, der irrt. Der Hersteller setzt nämlich auf eine eigene Lösung.

© Renault

Antrieb

Konkret hat Renault den Elektroantrieb des  Zoe  so angepasst, dass er im Twingo anstelle des Benzinaggregats im Heck Platz findet. Die Leistung der E-Maschine beträgt (wie im forfour EQ) 60 kW (82 PS). In Kombination mit dem ab der ersten Umdrehung bereitstehendem Drehmoment von 160 Nm beschleunigt der 3,62 Meter kürze Fünftürer in 4,0 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 50. Bei Ampelstarts in der Stadt lässt man damit auch deutlich stärkere Fahrzeuge hinter sich. Darüber hinaus verspricht der Mini-Wendekreis von 8,75 Metern unterhaltsame Wendigkeit. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 135 km/h, weshalb man sich auch auf die Autobahn wagen kann. Doch Haupteinsatzgebiet ist die Stadt. Denn die Energie des 22-kWh-Akku reicht im gemischten WLTP-Testzyklus gerade einmal für 180 Kilometer. Im WLTP-Stadtmodus liegt der Aktionsradius dank des höheren Anteils an Rekuperationsphasen zur Energierückgewinnung jedoch bei 250 Kilometern. Das ist deutlich mehr als beim Bruder aus dem Hause Smart.

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Laden und Design

Der Akku des Twingo Z.E. kann mit Wechselstrom in Stärken von 230 und 400 Volt sowie mit Leistungen bis 22 kW aufgeladen werden. Eine halbstündige Pause soll reichen, um an einem 22-kW-Ladepunkt Energie für 80 Kilometer Fahrstrecke im gemischten Betrieb zu „tanken“. Der Zugang zum Stromanschluss befindet sich dort, wo bei den Benzinvarianten die Tankklappe ist. Geladen wird wie bei den anderen Elektroautos von Renault per Typ 2-Stecker. Wie der Zoe lässt sich auch der E-Twingo im so genannten B-Modus fahren. Das Fahrprogramm gibt dem Fahrer die Wahl zwischen drei Stufen der Rekuperation. In der höchsten Stufe ist das Ein-Pedal-Fahren möglich - das Bremspedal ist dabei obsolet. Äußerlich ist der Twingo Z.E. je nach Ausstattung u.a. an blauen Zierelementen an den Radnabenabdeckungen oder Felgen zu erkennen. Hinzu kommen blaue Streifen an den Fahrzeugflanken. Auch an den Spangen des Kühlergrills findet sich das blaue Dekor. Hinzu kommt der Schriftzug „Z.E. Electric“ an B-Säulen und Heckklappe.

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Innenraum

Obwohl Renault die Batterien integrieren musste, müssen beim Platzangebot keine Abstriche in Kauf genommen werden. Selbst das Kofferraumvolumen entspricht mit 240 Litern demjenigen der Twingo Varianten mit Benzinaggregat. Wird die Rückbanklehne umgeklappt, steigt die Lade­kapazität auf 980 Liter. Die Beifahrersitzlehne ist darüber hinaus ab Werk umklappbar, so dass sich Gegenstände bis zu 2,31 Meter Länge transportieren lassen. Je nach Ausstattung verfügt der Twingo Z.E. über das Online-Multimediasystem Easy Link mit 7-Zoll-Touchscreen. Neben Multimedia- und Navigationsfunktionen liefert das System spezifische Inofs für Elektroautos wie etwa die nächstgelegenen Ladestationen. Smartphone-Integration erfolgt via Apple CarPlay und Android Auto, die Bedienung erfolgt per Sprachsteuerung, am Lenkrad oder über den Touchscreen. Mit seinen Brüdern  CapturClioMégane (Facelift)  und  Zoe (Facelift)  hat der Twingo Z.E. das Aufspielen von Navigations- und Software-Updates „over the air“ gemeinsam.

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Praktische Lösungen für E-Auto-Fahrer

Die an die Anforderungen von E-Autos angepasste Navigation ermittelt bei der Routenwahl die verbleibende Restreichweite und informiert über die nächstgelegenen Lade­stationen. Außerdem lässt sich die Ladung mit Hilfe des Systems so programmieren, dass Zeiten mit geringer Nutzerfrequenz und günstigeren Stromtarifen genutzt werden können. Zudem lässt sich das On-Board-System mit der Smartphone-App „MY Renault“ verbinden, die eine Reihe von speziellen E-Mobility-Services beinhaltet. Hierzu zählen u.a. die Möglichkeiten, von außen den Ladestand der Batterie zu prüfen, die Vorklimatisierung für den Fahrzeuginnenraum während des Ladens zu steuern oder ein Navigationsziel vom Smartphone ins Auto zu schicken. Darüber hinaus kann der Fahrer mit der Funktion „Find My Car“ den Standort seines Fahrzeugs lokalisieren und mit dem „EV Route Planner“ geeignete Ladesäulen entlang der geplanten Fahrtroute lokalisieren.

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Verfügbarkeit

Wer sich den elektrischen Cityflitzer zulegen möchte, braucht noch etwas Geduld. Denn laut Renault kommt der Twingo Z.E. in Österreich erst zum Jahreswechsel 2020/2021 in den Handel. Preise stehen noch nicht fest. Außerdem haben die Franzosen auch noch keine Auskunft darüber gegeben, ob es beim Elektro-Twingo ebenfalls ein Miet-Modell für die Batterie geben wird, wie das beim Zoe der Fall ist. Zu den Hauptgegnern zählt das Volkswagen-Trio VW e-Up!, Seat Mii electric und Skoda Citigo-e iV. Der Newcomer könnte in absehbarer Zeit auch einen rumänischen Ableger bekommen. Denn auch Tochter-Marke Dacia hat den Start eines  günstigen Elektroautos für die Stadt angekündigt.  Dieses könnte die Technik des Twingo Z.E. nutzen.

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