08. Februar 2019 08:17
iNext auf Erprobungsfahrt
BMWs Elektro-Flaggschiff im Wintertest
Neuer Strom-Crossover wird bei Minusgraden zur Serienreife getrimmt.
BMWs Elektro-Flaggschiff im Wintertest
© oe24

Mit der Studie „Vision iNEXT“ hat BMW im Vorjahr bereits einen Ausblick auf sein kommendes Elektro-Flaggschiff gegeben. Die Serienversion des großen Crossovers kommt 2021 in den Handel. Sie startet also kurz nach dem i4, der bereits 2020 als direkter Konkurrent zum Tesla Model 3 in den Ring steigen soll. Die Entwickler haben also noch gut zwei Jahre Zeit, um den iNext serienreif zu machen. Als offizielles Technologie-Flaggschiff der Marke, dürfte er in gewissen Bereichen selbst den soeben überarbeiteten 7er alt aussehen lassen. Aktuell werden Prototypen des großen Elektro-Crossovers einem Wintertest unterzogen.

Gesamtfahrzeugerprobung

Bei diesen Testfahrten im BMW Wintertestzentrum im schwedischen Arjeplog nimmt der iNext eine weitere Hürde auf dem Weg zur Serienreife. Sie führen über verschneite Straßen und auf zugefrorene Seen. Im Rahmen dieser Gesamtfahrzeugerprobung werden alle Bestandteile der Antriebs- und Fahrwerkstechnik unter extremen Klima- und Fahrbahn-Bedingungen geprüft, optimiert und aufeinander abgestimmt. Bei einem Elektroauto sind die eisigen Temperaturen natürlich eine noch größere Herausforderung. Wie wir alle wissen, vertragen sich Batteriezellen und Minusgrade nicht ganz optimal. Leistungsdaten und Reichweite hat BMW noch nicht verraten. Der rein elektrisch betriebene iNext wird jedoch über Allradantrieb – wahrscheinlich via zwei E-Motoren (einer pro Achse) – und eine modellspezifischer Fahrwerkstechnik verfügen.

Ideale Härtetes-Bedingungen

Die Kälte stellt vor allem den Elektromotor, die Hochvoltbatterie und das Kühlsystem des iNext vor Herausforderungen. Ein besonderes Augenmerk richten die Ingenieure darüber hinaus auf das Energiemanagement des eDrive Systems. Sie analysieren, wie sich die Minustemperaturen auf das Aufladen der Batterie, die Abgabe von Strom an den Elektromotor, die Versorgung des Bordnetzes sowie den Betrieb der Heizungs- und Klimatisierungsanlage auswirken. Zudem lässt sich auf den abgesperrten Eisflächen schon bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten ein Eingreifen der elektronischen Regelung provozieren. So kann das Zusammenwirken des speziell für den E-Antrieb entwickelten Allradsystems und der Fahrstabilitätsregelung DSC (Dynamische Stabilitäts Control) analysiert und optimiert werden. Feinabstimmung ist auch bei Lenkung und Bremsanlage angesagt. Und auch die Rekuperationsleistung im Schubbetrieb muss an die jeweilige Fahrsituation angepasst werden.

Design

Aufgrund der extrem starken Tarnung lassen sich auf das Design der Serienversion noch keine Schlüsse ziehen. Laut BMW wird sich das Exterieur jedoch stark an der Studie orientieren. Die steil stehende Front mit der riesigen Niere sind bereits erkennbar. Letztere ist bei den E-Autos jedoch geschlossen und völlig neu interpretiert. Das wurde von kritischen Stimmen gar als Nasenbär beschimpft. Bleibt abzuwarten, ob das auf das Serienmodell auch noch zutreffen wird. Die Seitenansicht erinnert an eine Mischung aus X7 und X5. Vom (getarnten) Heck hat BMW keine Fotos freigegeben. Gleiches gilt für das Cockpit. Dieses dürfte aber deutlich weniger radikal und progressiv ausfallen als jenes beim „Vision iNEXT“. Einige der in der Studie vorgestellten Technologien dürften sich im Innenraum jedoch wiederfinden.

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Zeitplan und Positionierung

Die Serienausführung des iNext wird von 2021 an im BMW Werk Dingolfing produziert. Dort laufen bereits das 8er (Cabrio und Coupé) vom Band. Der i4 wird hingegen gemeinsam mit dem 3er gefertigt. Der iNext ist deutlich oberhalb von Audi e-tron, Mercedes EQC oder Jaguar I-Pace angesiedelt. Gegen diese Elektro-SUVs bringt BMW den iX3 in Stellung.

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