So kommt der völlig neue Porsche 911

8. Generation im Härtetest

So kommt der völlig neue Porsche 911

Im Frühjahr 2018 hat August Achleitner, der Leiter der Baureihe 911, erstmals einen konkreten Ausblick auf die neueste Generation des Kultsportwagens gegeben. Jetzt befindet sich die Entwicklung des neuen "Elfers" (interner Code 992) im Endspurt. Ende November wird er im Rahmen der Los Angeles Autoshow 2018 offiziell präsentiert. Obwohl Porsche mittlerweile deutlich mehr SUVs (Macan und Cayenne) und Limousinen bzw. Kombis (Panamera und Panamera TS) verkauft, ist der 911 nach wie vor das Herz der Marke. Kein Wunder, dass das Entwicklungsteam hier besonders akribisch zu Werke geht. Die noch aktuelle Generation, die 2011 auf den Markt kam und 2015 überarbeitet wurde, war bereits derart perfekt, dass das Verbesserungspotenzial ziemlich bescheiden ausfällt. Dennoch soll der 992 den 991 wieder in allen Belangen überflügeln.

porsche_911_2019-erli-960-4.jpg © Porsche

Nummer 8 in Startlöchern

Die achte Generation des Sportwagen-Klassikers kommt Anfang 2019 auf den Markt. Davor geben die Prototypen nochmal richtig Gas und spulen rund um den Globus das finale Erprobungsprogramm ab. Dabei pendeln die nur mehr leicht getarnten 911 zwischen Klimazonen mit einem Temperaturunterschied von bis zu 85 Grad Celsius, fahren über Höhendifferenzen von mehr als vier Kilometern, quälen sich durch Großstadt-Staus und werden rund um diverse Rennstrecken geprügelt. „Der 911 zeichnet sich neben seiner hervorragenden Performance schon immer auch durch seine Alltagstauglichkeit aus” sagt Andreas Pröbstle, Projektleiter Gesamtfahrzeug 911. „Deswegen testen wir ein Fahrzeug unter allen Bedingungen, bei allen Wetterlagen, in allen Regionen“.

porsche_911_2019-erli-960.jpg © Porsche

Neues Cockpit im Panamera-Stil

Im Fokus der Erprobungen standen dabei die klassischen Porsche-Kernkompetenzen wie Fahrwerk und Motor mit der nochmals vergrößerten Spreizung zwischen Performance und Alltagstauglichkeit. Dazu kommen Funktionstests und Belastungsproben des komplett neuen Bedienkonzepts samt Instrumenten und Displays. Dieses wird weitestgehend vom aktuellen Cayenne und Panamera übernommen. So gibt es in der Mittelkonsole deutlich weniger Knöpfe. Viele Funktionen werden über den großen Touchscreen gesteuert. Bei den Instrumenten ist nur mehr der mittig platzierte Drehzahlmesser analog ausgeführt. Daneben befinden sich an beiden Seiten weitestgehend frei konfigurierbare Displays.

porsche_911_2019-erli-960-7.jpg © Porsche

Design

Beim 911 müssen die Designer immer besonders vorsichtig vorgehen. Das Auto muss auf den ersten Blick als Porsche 911 erkennbar sein, sollte sich aber trotzdem etwas vom Vorgänger unterscheiden. Optisches Haupterkennungsmerkmal des 911 ist die sogenannte Flyline, die typische Dachlinie des Autos, deren stilbildende Grundform vom ersten Modell bis heute überlebt hat. Auch der achte Elfer, die Generation 992, wird diese Tradition fortsetzen. Auf den Fotos ist der Sportwagen zwar noch mit Tarnfolie beklebt, dennoch ist deutlich erkennbar, dass die typische Grundform erhalten bleibt. Auch an den Rundscheinwerfern wird nicht gerüttelt. Die markanteste Neuerung wird es am Heck geben. Hier setzt Porsche künftig auch beim 911 auf ein durchgehendes Leuchtenband. Dieses kennen wir bereits vom neuen Cayenne, Panamera und der 718er-Baureihe (Cayman/Boxster). Darüber hinaus gibt es am Heck künftig einen 3D-förmigen Porsche-Schriftzug und einen in den Stoßfänger hinuntergewanderten Kennzeichenhalter. Und auch der ausfahrbare Spoiler wird deutlich breiter.

porsche_911_2019-erli-960-2.jpg © Porsche

Abmessungen

Das Größenwachstum hält sich zum Glück in Grenzen. Der 992 ist im Vergleich zum aktuellen Modell nur minimal gewachsen: zwei Zentimeter in der Länge, fünf Millimeter in der Höhe. Der Radstand bleibt mit 2,45 Meter sogar identisch. Lediglich bei der Breite legt der 911 deutlich zu. Hier stehen künftig 1,85 Meter (ohne Spiegel) im Typenschein. Damit ist bereits die Standardversion so breit wie derzeit der GTS. Zudem ermöglicht das Breitenwachstum, dass Porsche den Elfer erstmals auch mit 21 Zoll großen Hinterrädern ausstatten kann. Auf diesen sind 305 Millimeter breite Reifen aufgezogen. Das steigert nicht nur den Grip sondern sorgt auch für eine bessere Traktion aus Kurven heraus.

porsche_911_2019-erli-960-5.jpg © Porsche

Antrieb und Handling

Einige technische Daten sind bereits bekannt. So steigt die Leistung beim 911 Carrera S von 420 auf 450 PS. Die Kraft des per Turbo aufgeladenen 3,0 Liter Boxermotors wird über ein 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) oder eine manuelle 7-Gang-Box an die Hinterräder übertragen. Später wird es auch wieder Allradversionen geben. Mit PDK, Sport Chrono Paket und Launchcontrol soll der Sportwagen in 3,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h stürmen. Zum Vergleich: das aktuelle Modell benötigt 3,9 Sekunden. Manuelle Eingriffe sind beim Doppelkupplungsgetriebe über die Lenkradpaddels möglich. Das Handling profitiert wiederum von der breiteren Spur und den größeren Rädern. Darüber hinaus wird der 911 etwas leichter und verfügt über noch fester zupackende Bremsen. Die gefühlvolle, direkte und extrem präzise Lenkung war schon immer eine Domäne des Elfers.

porsche_911_2019-erli-960-1.jpg © Porsche

Hitze- und Kältetests

Den Herausforderungen des Erprobungsmarathons müssen sich auch die neuen Assistenzsysteme und die erweiterte Connectivity stellen. Die Erprobung der Bedienung und Funktionen von Porsche Connect (Online-Dienste) erfordere aufgrund der unterschiedlichen Ländervarianten einen erheblichen Aufwand, so die Porsche-Entwickler.  In Heißländern wie den Golfstaaten im Mittleren Osten oder im Death Valley in den USA müssen bei Temperaturen bis 50 Grad Celsius unter anderem die Klimatisierung, das Thermomanagement und das Verbrennungsverhalten Funktionsprüfungen über sich ergehen lassen. Das Interieur darf sich zum Beispiel in der Hitze nicht verziehen und daraus resultierende Geräusche abgeben. Im minus 35 Grad kalten Finnland stehen Stichworte wie Kaltstart, Heizung und Klimatisierung, Traktion, Handling und Bremsverhalten sowie Reaktionsschnelligkeit der Fahrdynamik-Regelsysteme auf dem Testkalender.

porsche_911_2019-erli-960-3.jpg © Porsche

Rennstrecke und Gebirge

In Deutschland gehört der Nürburgring („Grüne Hölle“) traditionell zum Porsche-Testprogramm. Motor, Getriebe, Bremsen und Fahrwerk mussten in der Eifel ihre Feuertaufe bestehen. In Italien umrundeten die Versuchswagen den Hochgeschwindigkeitskurs von Nardò, wo es nicht nur um Höchst-Tempo, sondern auch um Kühlung und Handling ging. Im bis zu knapp 90 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden Death Valley erreichten die Versuchsfahrzeuge den tiefsten Punkt ihres Dauerlaufs. Auf dem 4.300 Meter hohen Mount Evans in Colorado wurde die dünne Luft zur Herausforderung für die Biturbo-Aufladung und das Kraftstoffsystem. Am Ende der Erprobung summieren sich die zurückgelegten Strecken auf rund drei Millionen Kilometer.

>>>Nachlesen:  Porsche zeigt den völlig neuen 911

Verfügbarkeit

Porsche zeigt den neuen 911 erstmals auf der Los Angeles Motorshow 2018 (30. November bis 8. Dezember). Die achte Generation des Sportwagen-Klassikers kommt Anfang 2019 auf den Markt. Los geht es mit dem Carrera S mit Heck- oder Frontantrieb. Kurze Zeit später wird das Basismodell nachgereicht. Und dann wird die Modellpalette laufend erweitert. Neben diversen Karosserievarianten (Cabrio, Targa und Speedster) wird es auch wieder jede Menge Modellversionen (Turbo, GT2, GT3, RS, GTS, T, etc.) und limitierte Editionen geben.

Noch mehr Infos über Porsche finden Sie in unserem Marken-Channel.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum  
Es gibt neue Nachrichten