Bytons Tesla-Gegner ist

Serienproduktion startet

Bytons Tesla-Gegner ist "Smartphone auf Rädern"

Der von ehemaligen BMW-Managern gegründete Elektro-Autobauer Byton sieht sich im Zeitplan, die Serienproduktion seines ersten Modells Ende des Jahres zu starten. "Wir sind auf dem Weg zu liefern, was wir versprochen haben", sagte Byton-Chef Carsten Breitfeld zum Auftakt der Technik-Messe CES 2019 (Publikumstage ab 8. Jänner) in Las Vegas. Vor einem Jahr hatte Byton dort einen Prototyp seines Elektro-SUV "M-Byte" vorgestellt. Später im Jahr wurde dann auch eine Limousine präsentiert. Jetzt zeigt die Firma die serienreife Innenausstattung des SUV-Modells, während es an dem äußeren Design noch Änderungen geben könnte.

>>>Nachlesen:  So kommt Bytons zweites Elektroauto

Riesen Display

Byton sorgte vor einem Jahr für Aufsehen unter anderem mit einem großen gebogenen Display, das fast das gesamte Cockpit von Tür zu Tür ausfüllt. Das wird auch im Serienmodell so umgesetzt, nur die Einfassung des Bildschirms mit einer Diagonale von 48 Zoll (rund 1,22 Meter) wurde etwas geändert. Wie angekündigt wird Amazons Sprachassistentin Alexa integriert. Auch eine innovative Gestensteuerung für das Riesen-Display soll wie geplant umgesetzt werden. Der Touchscreen in der Mitte des Lenkrads wurde dagegen etwas kleiner gemacht, um mehr Platz für einen Airbag zu schaffen, der unter anderem in einigen US-Bundesstaaten Pflicht ist, in denen man ohne angelegten Sicherheitsgurt fahren darf.

byton-ces-2019-apa-960-1.jpg © APA/AFP/ROBERT LEVER Das riesige Display zieht sich über das gesamte Cockpit.

Smartphone auf Rädern

Außerdem gibt es im Vergleich zum Innenraum des Prototypen auch mehr klassische Hardware-Knöpfe und einen Touchscreen zwischen den Sitzen. "Man muss ja auch sehen, dass man nicht nur eine Vision zeigt, sondern die Kunden, die in der heutigen Welt unterwegs sind, daran gewöhnt und davon überzeugt", sagte Breitfeld. Designchef Benoit Jacob betonte am Sonntag (Ortszeit) in Las Vegas, aus Konzeptwagen kämen üblicherweise nur wenige Details in tatsächlichen Modellen an. Byton habe sich dagegen das Ziel gesetzt, alle Funktionen des SUV-Prototyps in Serie zu bringen und noch zu verbessern. Das SUV ist voll vernetzt und quasi ein Smartphone auf Rädern. Zu diesem Ansatz passt auch das Vertriebskonzept (siehe unten).

>>>Nachlesen: Byton M-Byte greift Tesla und Co. an

Limousine folgt 2021

Nach Las Vegas brachte Byton auch das Konzept der Limousine "K-Byte" mit, eines geplanten zweiten Modells auf der Plattform, das im vergangenen Sommer zuerst in Shanghai vorgestellt wurde. Ein Serienmodell auf Basis des K-Byte-Konzepts sei für 2021 geplant und ein drittes Fahrzeug für 2023, sagte Breitfeld. Byton strebe weiterhin eine jährliche Produktion von 300.000 Fahrzeugen innerhalb von vier Jahren an. Während das SUV gegen Konkurrenten wie Audi e-tron, Tesla Model X, Mercedes EQC oder Jaguar I-Pace antritt, muss sich die Limousine künftig mit Gegnern wie BMW i4, Audi e-tron GT, Porsche Taycan oder Tesla Model 3 bzw. S messen.

Kampfpreis

Byton will im Schlussquartal 2019 die Serienproduktion des SUV in China starten und die Fahrzeuge zunächst auch nur dort verkaufen. Und zwar zum Kampfpreis von rund 45.000 Dollar (39.500 Euro). Für das dritte Quartal 2020 ist der Markteintritt in den USA und in etwa zeitgleich auch in einigen europäischen Ländern geplant. Deutschland werde darunter sein, versicherte Breitfeld. "Das ist für uns strategisch wichtig." Von den Stückzahlen her werde Deutschland zwar bei weitem nicht der wichtigste Markt sein. Byton rechne damit, rund die Hälfte seiner Produktion in China zu verkaufen und mehr als ein Viertel in den USA. Aber wer mit deutschen Premium-Herstellern konkurrieren möchte, müsse auch in deren Heimatmarkt Präsenz zeigen, betonte der Byton-Chef.

>>>Nachlesen:  Model 3 sorgt für neuen Tesla-Rekord

400 km Reichweite

Der Wagen soll in der Standard-Ausführung eine Reichweite von 400 Kilometern mit einer Batterieladung haben, in einer Version mit größeren Akkus soll sie bis 520 Kilometer gehen. Je nach Ausführung wird der Byton entweder von einem Elektromotor an der Hinterachse oder je einem E-Aggregat an beiden Achsen angetrieben. Der Hecktriebler leistet 200 kW und 400 Nm, während es die Allradversion auf 300 kW und 710 Nm Drehmoment bringt. Den Antriebsstrang und die Akkuzellen kauft Byton zu, entwickelt aber die Batteriepacks selbst, weil das eine Schlüsseltechnologie für das Geschäft sei. Exakte Leistungsdaten gibt es aber noch nicht.

>>>Nachlesen:  BMW i4 greift Tesla Model 3 an

Verkaufskonzept ähnelt Handy-Herstellern

"Autos bauen und verkaufen, das ist ein auslaufendes Geschäftsmodell", sagte Breitfeld. Man werde stattdessen - ähnlich wie im Smartphone-Geschäft - die Auto-Hardware als Plattform nutzen, um den Kunden digitale Angebote und Fahrdienste zu verkaufen. "Das ist das eigentliche Geschäftsmodell der Zukunft, dafür haben wir auch die Firma aufgebaut." Byton sehe sich als Start-up besser für diesen Wandel aufgestellt als etablierte Autokonzerne: "Ein Unternehmen mit 150.000 oder 250.000 Mitarbeitern wird sich extrem schwer tun, sein Geschäftsmodell komplett umzubauen."

>>>Nachlesen:  So kommt Audis "Tesla-Model-S-Killer"

Alternativer Produktionsstandort

Byton prüfe auch Produktions-Alternativen zur Produktion in China für Exporte in die USA für den Fall, dass Mitte 2020 die angekündigten amerikanischen Strafzölle für Produkte aus dem Land gelten sollten. Byton wäre nach aktuellem Stand von einem 25-prozentigen Aufschlag betroffen. Mögliche Optionen wären eine Produktion in Südkorea oder eine Endmontage in den USA selbst. "Aber es ist jetzt noch zu früh, eine konkrete Entscheidung zu treffen."

>>>Nachlesen:  Das ist Mercedes' Elektro-SUV EQC

>>>Nachlesen:  Neuer Jaguar I-Pace im Test

>>>Nachlesen:  Teslas Elektro-SUV Model X im großen Test

Diashow Tesla Model X 100D im Test

Model X im Test

Während die Front des Teslas von den meisten neugierigen Elektroauto-Interessenten während des Tests als gelungen eingestuft wurde,...

tModel X im Test

...schieden sich am Heckdesign die Geister. Dieses wurde von vielen als etwas pummelig eingestuft. Doch spätestens wenn sich...

Model X im Test

...die hinteren Flügeltüren ("Falcon Doors") in spektakulärer Art und Weise öffnen, mutiert das Hinterteil zur Nebensache. Es werden Smartphones gezückt, Fragen gestellt und Wiederholungen des Prozederes gefordert.

Model X im Test

Das Interieur mit hellem Leder und penibler Verarbeitung hat einen hochwertigen Eindruck hinterlassen. Selbst bei den aufwendigen Doppelnähten waren keinerlei Fehler zu finden. Hier ist Tesla mittlerweile auf dem Niveau von deutschen Premiumanbietern angekommen. Die Bedienung...

Model X im Test

...erfolgt fast ausschließlich über den 17 Zoll großen Touchscreen. Während sich das bei vielen Herstellern als mühsam erweist, hat es Tesla geschafft, die Menüs selbsterklärend und intuitiv zu gestalten. Dabei profitieren die Amis natürlich auch von der schieren Größe des Displays. Neben dem hervorragenden Navigationssystem sammelte das Model X auch mit dem kostenlosen Spotify-Zugang Pluspunkte.

Model X im Test

Das Kombiinstrument ist ebenfalls als Display ausgeführt. Hier werden alle fahrrelevanten Infos angezeigt. Die Restreichweitenanzeige der Batterie erwies sich dabei als äußerst präzise. Die...

Model X im Test

...Flügeltüren sind nicht nur Show. Sie erleichtern auch den Zugang in den Fond. Bei unserem Testmodell war die 6-sitzige Lounge-Ausführung verbaut. Tesla bietet das Model X auch als 5- oder 7-Sitzer an. Auf den...

Model X im Test

vorderen Sitzen fühlen sich Fahrer und Beifahrer gut aufgehoben. Sie sind langstreckentauglich und verfügen über einen weiten Verstellbereich.

Model X im Test

Selbst wenn alle Sitze aufgestellt sind, bleibt noch Platz für etwas Gepäck. Die hintersten Sitze verschwinden übrigens voll elektrisch im Boden. Im...

Model X im Test

...Fach unter dem Kofferraumboden finden die Ladekabel Platz. Der Anschluss...

Model X im Test

...befindet sich links hinten. Er wird über das Touch-Display geöffnet. Außer man lädt das Auto an einem Tesla Supercharger auf. Dann ploppt die Klappe automatisch auf, sobald man sich mit dem Ladekabel nähert.

1 / 11

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum  
Es gibt neue Nachrichten