Aston Martin hat neuen Großaktionär

Formel-1-Investor steigt ein

Aston Martin hat neuen Großaktionär

Kanadischer Milliardär Stroll übernimmt etwa 20 Prozent des britischen Luxusautobauers.

Der kanadische Milliardär und Formel-1-Rennstallbesitzer Lawrence Stroll kauft sich bei  Aston Martin  ein. Er übernimmt einen Anteil von etwa 20 Prozent für ungefähr 200 Millionen Pfund (rund 238 Mio. Euro), wie der britische Hersteller des  legendären James-Bond-Autos  mitteilte. Insgesamt will der Luxusautobauer einschließlich einer Kapitalerhöhung bei seinen Anteilseignern rund eine halbe Milliarde Pfund einsammeln, um seine Liquidität aufzupolstern.

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Aston Martin sucht schon länger Geldgeber

Aston Martin hat zu spät auf den Trend zu lukrativen SUV gesetzt und kämpft mit sinkenden Verkaufszahlen. Daher fiel der Aktienkurs in den vergangenen zwölf Monaten um rund 66 Prozent. Als Reaktion auf den Stroll-Einstieg schoss die Aktie am Freitag knapp 30 Prozent in die Höhe. Das ist der größte Kurssprung seit dem Börsengang 2018. Schon einige Zeit lief deshalb die Suche nach Geldgebern. Dabei hatte Aston Martin auch Gespräche mit dem chinesischen Autobauer Geely geführt.

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Große SUVs sorgen für Milliardengewinne

Im Frühjahr bringen auch die Briten ihr erstes SUV in den Handel. In Österreich kostet der 550 PS starke  DBX  mindestens 247.868 Euro. Konkurrenten wie Porsche, Maserati, Jaguar, Bentley oder Lamborghini sind schon länger in dem lukrativen Segment vertreten. Trotz Klimadebatte scheffeln sie mit ihren Möchtegern-Offroadern nach wie vor Milliarden. In Europa sind die großen und starken SUVs zwar ein Minderheitenprogramm, aber in den USA, Asien, Russland oder den Emiraten gehen diese Fahrzeuge nach wie vor weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

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Stroll wird Aufsichtsratschef

Stroll soll in den Aufsichtsrat von Aston Martin einrücken und das Gremium leiten. Er ersetzt damit die bisherige Aufsichtsratschefin Penny Hughes. Der deutsche Autobauer Daimler, der 5 Prozent an Aston Martin hält, wollte sich zu dem Einstieg von Stroll nicht äußeren. Aston-Martin-Chef Andy Palmer sagte, Stroll werde seine Erfahrungen in der Formel 1 einbringen und den Zugang zu seinem Rennstall ermöglichen. Strolls Formel-1-Team Racing Point soll ab 2021 mit dem Werksteam von Aston Martin verschmelzen. Palmer sagte: "Wir haben in den letzten Jahren viel darüber gesprochen, dass wir im Luxus-Segment verwurzelt sein wollen und offensichtlich weiß Herr Stroll sehr viel über Luxus."

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Selfmade-Milliardär

Der 60-jährige Kanadier, dessen Vermögen auf 2,7 Milliarden Dollar geschätzt wird, hat sein Geld mit Beteiligungen an Modemarken wie Tommy Hilfiger und Michael Kors gemacht. Er ist zudem seit Jahren in der Formel 1 aktiv. Vor eineinhalb Jahren hatte er zusammen mit einem Konsortium den Rennstall Force India gekauft und damit die Rennfahrerkarriere seines Sohnes Lance gesichert. Force India wurde später in Racing Point umbenannt.

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