Dieser Seat Ateca ist ein Hellseher

Innovative Technik

Dieser Seat Ateca ist ein Hellseher

Spanier schicken 5G-Drohne voraus, um den Fahrer in Echtzeit auf Gefahren hinzuweisen.

Nach dem  Leon „Cristobal“  aus dem Jahr 2017 hat sich Seat nun ein weiteres Projekt einfallen lassen, das für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen soll. Dieses Mal steht ein spezieller  Ateca  im Mittelpunkt. Im Rahmen des Pilotprojekts „5G Connected Car“ hat in Robledillo de la Jara, einem kleinen Bergdorf 80 Kilometer nördlich von Madrid, die Zukunft Einzug gehalten. Wo sonst Steinadler ihre Kreise ziehen, konnten die Bewohner während der Testphase nun auch unbemannte Flugobjekte in der Luft beobachten.

© Seat

Dieser Seat Ateca ist ein Hellseher

Gemeinsam mit den Partnerunternehmen Telefónica, DGT, Ficosa und Aeorum hat Seat eine Technologie getestet, mit der eine Drohne schwer einsehbare Geländeabschnitte im Voraus erkundet und es dem Fahrer so ermöglichen soll, schneller auf Hindernisse und andere Verkehrsteilnehmer wie etwa Radfahrer zu reagieren. Der Ateca ist also quasi ein Hellseher. Dafür wurde eine 5G-Mobilfunkverbindung installiert, die die autonome Kommunikation zwischen Drohne und Fahrzeug in Echtzeit ermöglicht. Die Daten werden dabei direkt in das Cockpit übertragen.Zuvor hatten die spanische VW-Tochter und Telefónica die 5G- und Echtzeit-Fahrzeugkommunikation im Stadtgebiet von Barcelona getestet. Dort nutzten sie dafür die vorhandene Infrastruktur aus Kameras, Lichtsignalen und Infrarotsensoren.

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Schneller als menschliches Auge

Das Besondere an dieser innovativen Technologie ist vor allem ihre Reaktionsgeschwindigkeit. Zum Vergleich: Der Mensch braucht 150 Millisekunden, um auf visuelle Reize zu reagieren. Mit dem 5G-Mobilfunkstandard beträgt die Reaktionszeit vom Erkennen eines Hindernisses bis zur Kommunikation mit dem Fahrzeug lediglich fünf Millisekunden – das ist 30-mal schneller als das menschliche Auge. „Dank dieser Mobilfunktechnologie, die bereits über 5G-Funktionen verfügt, erreichen wir eine geringe Latenzzeit und können so in Echtzeit Radfahrer oder Fahrzeuge auf künftigen Streckenabschnitten erkennen“, sagt César de Marco, Leiter des 5G-Connected-Car-Projekts.

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So funktioniert die Technik

Die Technik hinter dem Projekt ist zwar sehr komplex, aber trotzdem einfach zu verstehen. Die Kamera der Drohne zeichnet ein Bild eines Hindernisses oder Verkehrsteilnehmers auf, zum Beispiel das eines Radfahrers, und sendet es an einen MEC-Server (Multi-Access Edge Computing). Der Server verfügt über eine Software, die eine lokale Datenanalyse des Bildes in Echtzeit vornimmt und erkennt, ob sich ein Fahrradfahrer oder ein anderes Hindernis auf der Straße befindet. Nach der Informationsanalyse wird im Bedarfsfall eine Warnung an das verbundene Fahrzeug – in diesem Fall der Ateca - gesendet, die anschließend auf der Instrumententafel erscheint. Der Fahrer erhält so gewissermaßen einen sechsten Sinn.

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Deutlich geringeres Unfallrisiko

Wir wollen die Technologie in den Dienst der Verkehrssicherheit stellen“, erklärt de Marco. In Europa verunglücken jedes Jahr 2.100 Radfahrer, 250.000 werden verletzt. Gemeinsam mit Fußgängern und Motorradfahrern bilden sie über die Hälfte aller Verkehrsopfer. „Die Drohnen sind in der Lage, unübersichtliche oder schwer zugängliche Bereiche zu schützen und so Unfällen vorzubeugen“, sagt César de Marco. Laut Angaben des internationalen Automobilverbandes 5GAA (5G Automotive Association) könnte das Unfallrisiko dadurch um 69 Prozent reduziert werden.

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