E-Autos offenbar deutlich sauberer als Diesel & Benziner

Neue Studie zur CO2-Bilanz

E-Autos offenbar deutlich sauberer als Diesel & Benziner

Neue Studie errechnet deutlich bessere CO2-Bilanz für reine Stromer.

Während Studien zur gesamten Umweltbilanz von Fahrzeugen vor einigen Jahren noch meistens für Benziner und Diesel und gegen Elektroautos sprachen, hat sich das  Blatt in letzter Zeit gewendet . Immer mehr Anlysen gehen davon aus, dass E-Autos bereits jetzt sauberer sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Zu diesem Schluss kommt auch eine am Montag vorgestellte Neuberechnung der heimischen Umwelt- und Verkehrs-NGO Transport&Environment (T&E). Laut dieser hätten  Elektroautos  eine deutlich bessere CO2-Bilanz als Benzin- und Dieselfahrzeuge. Die Annahmen wurden allerdings sehr stromfreundlich ausgelegt.
 
 

CO2 über gesamte Lebenszeit

Ein durchschnittliches Mittelklasse-Elektroauto, das 2020 gekauft wird, stößt über seine Lebenszeit in Europa pro Kilometer 90 Gramm CO2 aus. Ein Diesel-Fahrzeug hingegen 234 Gramm, ein Benziner 253 Gramm, so der T&E-Vergleich. Wird mit österreichischem Strommix getankt, verbessert sich die CO2-Bilanz um ein Fünftel auf 78 Gramm CO2 pro Kilometer, schreibt der VCÖ, Partnerorganisation von T&E in Österreich. Am saubersten sind Elektroautos demnach in Schweden (60 g CO2/km), am umweltverschmutzendsten in Polen (183 g CO2/km), was mit der dortigen Stromerzeugung zu tun hat.
 
Bisher gibt es eine durchaus intensive Diskussion, ob Elektroautos überhaupt weniger CO2 ausstoßen als Benziner, weil vor allem bei der Herstellung der Batterie sehr viel Treibhausgase entstehen. Entscheidend für das Ergebnis sind die Annahmen über den Herstellungsprozess der Batterie, deren Lebensdauer, die Stromerzeugung aber auch den tatsächlichen Treibstoffverbrauch von Verbrennungsmotoren und die CO2-Intensität der gesamten Ölwirtschaft.
 
 

Effizientere Batteriefabriken 

T&E argumentiert nun, dass moderne Batteriefabriken, die im großen Maßstab arbeiten, nur mehr halb so viel CO2 (pro Leistungseinheit der Batterien) produzieren wie noch vor wenigen Jahren angenommen. Alte Studien dazu seien überholt. Die Zusammensetzung der Stromquellen habe sich ebenfalls sehr geändert, zugunsten erneuerbarer Energieträger und werde sich im Laufe der Lebenszeit der Fahrzeuge noch weiter verbessern - auch diese erwartete Verbesserung beim Strommix rechnet T&E ein.
 
Auf der anderen Seite nimmt T&E für den Kraftstoffverbrauch "reale" Werte aus Nutzungsprofilen von Fahrern an und nicht die offiziellen Testwerte. Außerdem werden Berechnungen verwendet, wonach die Ölwirtschaft von der Quelle bis zur Tankstelle den CO2-Ausstoß pro Liter Treibstoff noch einmal um ein Viertel erhöht. Im Gegenzug wurden auch die Energieverluste bei der Stromübertragung und beim Ladevorgang berücksichtigt.
 
 

Moderne Akkus halten länger durch

T&E nimmt weiters an, dass die Haltbarkeit von Batterien inzwischen dramatisch zugenommen hat und E-Autos ohne Batterietausch ebenso viele Kilometer fahren können, wie Verbrenner. Die durchschnittliche Kilometerleistung über 15 Jahre veranschlagt T&E dabei mit 170.000 km für kleine Fahrzeuge, 225.000 km für Mittelklassewagen, 280.000 km für große und dann noch bis zu 500.000 km für beruflich genutzte Autos.
 
Unter diesen Annahmen stoßen Autos mit Verbrennungsmotoren über den Lebenszyklus schon heute drei Mal so viel CO2 aus wie durchschnittliche Elektrofahrzeuge. 2030 wäre es dann vier Mal so viel. Unter idealen Bedingungen kann ein Elektroauto schon heute nur ein Fünftel der Treibhausgase eines Verbrenners emittieren. Selbst in Polen, einem Land, das bei der Stromproduktion auf Kohle setzt, sind Elektroautos nach der T&E-Berechnung um 30 Prozent "sauberer" als Benziner oder Diesel.
 
 

30 Tonnen CO2-Ersparnis pro Fahrzeug

Im durchschnittlichen Szenario mache ein E-Auto schon nach etwas mehr als einem Jahr die Mehrbelastung durch die Batterieproduktion wett, meint T&E. Über den ganzen Lebenszyklus spare jedes Fahrzeug über 30 Tonnen CO2. Bei stark genutzten Fahrzeugen wie Taxis oder Leihfahrzeugen seien es deutlich mehr.