Ford buttert 30 Mrd. Dollar in die Elektro-Mobilität

E-Autos, Feststoffakkus & Co.

Ford buttert 30 Mrd. Dollar in die Elektro-Mobilität

US-Autobauer erhöht Budget für Elektroautos und Batterien-Entwicklung bis 2030 massiv. 

Vor wenigen Wochen hat  Ford  angekündigt, ab 2030 in Europa  nur noch Elektroautos verkaufen zu wollen . Seit kurzem kann hierzulande das E-SUV  Mustang Mach-E bestellt werden . Nun weitet der US-Autobauer unter dem Druck schärferer Klimavorgaben seine Investitionen in die Elektrifizierung massiv aus. Der zweitgrößte US-Autobauer kündigte am Mittwoch an, die Ausgaben für neue Elektroautos und die Entwicklung von Batterien bis 2030 um mehr als ein Drittel auf über 30 Milliarden Dollar (24,46 Mrd. Euro) zu steigern. Bisher waren 22 Mrd. Dollar eingeplant.

Nach Ansicht von Analysten muss der Konzern aus Dearborn bei der Elektrifizierung aufholen, um nicht von anderen Autobauern abgehängt zu werden. US-Marktführer General Motors hat angekündigt, die Produktion bis 2035 komplett auf E-Autos umzustellen.

Ford vergleicht E-Offensive mit Model T

So weit geht Ford nicht: Der Konzern, der bei E-Autos in Europa mit Volkswagen zusammenarbeitet, peilt bis zum Ende des Jahrzehnts bei batteriegetriebenen Fahrzeugen einen Anteil von 40 Prozent seines weltweiten Absatzes an. Das Unternehmen hatte jüngst den vollelektrischen SUV Mustang Mach-E auf den Markt gebracht und plant die Einführung je einer elektrischen Version des Transporters Transit und des Pickup-Bestsellers F-150. "Das ist unsere größte Chance für Wachstum und Wertschöpfung seit Henry Ford mit dem Model T begann", erklärte Konzernchef Jim Farley. Mit dem  Model T  hatte Ford zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts die Grundlage für die Massenproduktion von Autos gelegt.

Feststoffbatterien

Auch in die Entwicklung von Batterien für E-Autos steigt Ford gemeinsam mit BMW ein und hat sich dafür  an dem Start-up Solid Power beteiligt , das an kostengünstigen Festkörperzellen arbeitet. Vergangene Woche erst hatte der Autobauer ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem südkoreanischen Hersteller SK Innovation angekündigt, das in zwei Werken in den USA Batteriezellen produzieren soll. Auch an der Softwareentwicklung arbeitet Ford. Die Zahl der Fahrzeuge, deren Systeme übers Internet auf dem neuesten Stand gehalten werden können, soll noch in diesem Jahr auf eine Million steigen. Bis 2028 sollen es 33 Millionen Fahrzeuge sein.

Firma in der Firma

Ford kündigte außerdem die Gründung einer neuen Unternehmenseinheit an, die sich auf gewerbliche und staatliche Kunden konzentrieren soll - ein Segment, in dem Farley große Wachstumschancen sieht. In Europa nutzt Ford gegen Lizenzgebühr den von Volkswagen entwickelten Elektrobaukasten MEB. Dazu wird das Kölner Werk des US-Autobauers zu einem europäischen Zentrum für Elektroautos umgebaut.