Bild: © Peugeot

Le Mans 2009

Berühmtestes 24-Stundenrennen steht bevor

Am Samstag (13.06.2009) startet der diesjährige Langstreckenklassiker. Für das zu den Favoriten zählende Peugeot-Team fahren in diesem Jahr zwei österreichische (Ex-Formel 1) Fahrer

Peugeot startet erneut einen Frontalangriff auf Seriensieger Audi. Die Fahrzeuge wurden gegenüber dem  Vorjahr noch einmal verbessert und die Fahrer speziell auf den harten Einsatz vorbereitet. Christian Klien und Alexander Wurz setzen sich hinter das Steuer des "Löwen" und wollen unbedingt gewinnen. Wurz konnte schon einmal siegen und ist noch immer der jüngste Le Mans Sieger aller Zeiten.

Neuerungen
Verbessert wurde beim Peugeot 908 HDi FAP, der in der LMP1 startet, unter anderem die Traktionskontrolle, die im Vorjahr bei einsetzendem Regen nicht optimal arbeitete. Auch den Bereich der Kühler gestalteten die Techniker erfolgreich neu, um sie vor Verschmutzung zu schützen. Reifenpartner Michelin leistete ebenfalls wertvolle Detailarbeit. Die Pneus sind jetzt effektiver auf die Charakteristik des Peugeot 908 HDi FAP abgestimmt. Außerdem erleichtert eine modifizierte Radaufnahme den Reifenwechsel beim Boxenstopp.


Berücksichtigen mussten die Ingenieure um Technikchef Bruno Famin auch die Regeländerungen durch den Le-Mans-Veranstalter „Automobile Club de l’Ouest“ (ACO). Famin benennt dabei fünf Schwerpunkte: „Zum einen beschnitt uns der ACO durch einen von 39,9 auf 38,3 Millimeter reduzierten Luftmengenbegrenzer die Leistung. Im Gegenzug verbesserten wir zusammen mit unserem Partner Bosch die Einspritzung und Verbrennung des Dieselkraftstoffs. Als zweite Hürde setzte der ACO eine maximale Cockpit-Temperatur von 32 Grad bei geschlossenen Sportwagen wie unserem fest. Diese können wir nur mittels einer Klimaanlage erreichen, deren Kompressor seine Kraft vom Getriebe abzapft. Der von zwei auf 1,6 Meter gekappte Heckflügel erforderte eine komplett neue Frontpartie mit weniger Abtrieb, um die aerodynamische Balance wiederherzustellen. Diese neue Nase kommt erstmals in Le Mans zum Einsatz. Im April wurden uns noch 30 Kilogramm Zusatzgewicht aufgebürdet, die eine signifikante Mehrbelastung auf einige mechanische Komponenten mit sich brachte, speziell in den Bereichen Fahrwerk und Bremsen. Die fünfte Hürde ist der reduzierte Treibstoffdurchlass der Zapfanlage. Wir gehen davon aus, dass uns das bis zu drei Sekunden beim Nachtanken kostet.“

Die 3 Teams
Der Australier Brabham wird sich den Peugeot 908 HDi FAP mit der Startnummer „9“ mit zwei weiteren Routiniers teilen: Marc Gené aus Spanien und dem langjährigen Formel-1-Piloten Alexander Wurz aus Österreich. Grand-Prix-Star Bourdais ist Teil eines rein französischen Trios, das das Auto mit der Startnummer „8“ besetzen wird. Die anderen Fahrer sind Franck Montagny und Stéphane Sarrazin, die beide ebenfalls über Formel-1-Erfahrung verfügen. Die Startnummer „7“ ist mit dem ehemaligen DTM-Piloten Pedro Lamy aus Portugal, dem österreichischen BMW-Sauber-Testfahrer Christian Klien und dem schnellen Franzosen Nicolas Minassian international besetzt. Ein vierter Peugeot 908 HDi FAP wird vom Le-Mans-erfahrenen Team „Pescarolo Sport“ eingesetzt. Dort wechseln sich die Franzosen Simon Pagenaud, Benoît Tréluyer und Jean Christophe Boullion ab.

Fitnesskurs zur Stärkung des Teamgeistes
Um sich körperlich auf die anstehende Herausforderung vorzubereiten, absolvierten die Werkspiloten im Mai in Chamonix einen dreitägigen Fitnesskurs. Zweiter Effekt dieser intensiven Vorbereitung: Der Teamgeist wurde gestärkt und die Mannschaft auf Le Mans eingeschworen. Die Mechaniker von Peugeot Sport durchliefen ihrerseits ein Trainingsprogramm. Beim Rennen selbst wird ein Osteopath dem Team zur Seite stehen. Trotz aller akribischer Vorbereitung von Mensch und Material sieht sich Peugeot auch 2009 in der Rolle des Herausforderers vom achtmaligen Sieger Audi. „Aber wir sind ein Herausforderer mit großem Appetit auf Erfolg“, fügt Olivier Quesnel hinzu.

(Bilder: © Peugeot)