Opel stoppt "Ampera"-Auslieferung

Nach Brand in USA

Opel stoppt "Ampera"-Auslieferung

Dem deutschen Autobauer drohen zudem neue Milliardenverluste.

Der Autohersteller Opel hat die Auslieferung seines Elektroautos Ampera (siehe Diashow unten) an Endkunden vorerst gestoppt. Grund sind noch nicht abgeschlossene Untersuchungen in den USA nach einem Brand des Schwesterfahrzeugs Chevrolet Volt , erklärte am Mittwoch ein Unternehmenssprecher in Rüsselsheim. Das nahezu baugleiche Fahrzeug hatte im Mai drei Wochen nach einem Crashtest zu brennen begonnen, vermutlich durch Stromfluss aus der nicht entladenen Batterie.

Untersuchungen noch nicht agbeschlossen
Man arbeite derzeit daran, die Abläufe im Umgang mit Unfallfahrzeugen exakt festzulegen, sagte der Opel-Sprecher. Vor dem Abschluss der Untersuchung durch die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHSTA könnten keine Fahrzeuge an Privatleute abgegeben werden.

Opel hatte die Markteinführung des Ampera für Ende 2011 angekündigt, was nun wohl nicht mehr zu halten ist. Ein neues Zieldatum sei derzeit nicht zu nennen, erklärte der Sprecher. Es würden aber weiterhin Fahrzeuge an Händler zu Probefahrten und Vorführzwecken geliefert. Beim kürzlich durchgeführten EuroNCAP-Crashtest erreichten beide Modelle die Höchstwertung von fünf Sternen.

Diashow: Fotos vom neuen Opel Ampera

Fotos vom neuen Opel Ampera

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    Opel drohen neue Milliardenverluste

    Dem Autohersteller Opel drohen einem Medienbericht zufolge neue Milliardenverluste. Die Europa-Tochter von General Motors gehe in einer internen Prognose davon aus, im kommenden Jahr nur 1,4 Millionen Autos verkaufen zu können, schreibt die Zeitschrift "Capital". Mit dem Verfehlen der Vorgaben um 100.000 Fahrzeuge drohe 2012 ein operativer Verlust von 1 Milliarde Euro. Für dieses Jahr erwartet Opel wegen der hohen Restrukturierungskosten einen noch nicht bezifferten Verlust. In den ersten neun Monaten waren bereits 429 Millionen Euro aufgelaufen.

    Das Unternehmen wollte sich zu "Spekulationen" nicht äußern. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Friedrich Stracke hatte erst vor wenigen Tagen das Ziel ausgegeben, den Absatz insbesondere über das Flottengeschäft anzukurbeln. Für das Jahr 2016 versprach er auch in Folge einer Modelloffensive einen Milliardengewinn.

    Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer nannte die Prognose unwahrscheinlich, da Opel die Lasten der Restrukturierung im wesentlichen 2011 tragen musste. In einem schwierigen Markt sei das Unternehmen eigentlich ganz gut unterwegs, sagte der Leiter des CAR-Instituts an der Uni Essen-Duisburg.

    Laut "Capital" könnte Opel dem Szenario zufolge in Schwierigkeiten geraten, die Kredite an die Mutter GM nicht zurückzahlen zu können. Die Amerikaner hatten sich bereits unzufrieden über die Entwicklung in Europa gezeigt und weitere Sparmaßnahmen verlangt. Gleichzeitig würden aber laut Betriebsrat Exporte der Opel-Wagen ins außereuropäische Ausland erschwert. Stracke bleibe daher nur ein harter Kostenschnitt im Unternehmen und beim Einkauf, schreibt "Capital". Mit dem Sanierungsplan aus dem Jahr 2010 sind allerdings weitere Entlassungen oder Werksschließungen ausgeschlossen.