Neue C-Klasse könnte schon selbst fahren

Ohne Mensch am Steuer

Neue C-Klasse könnte schon selbst fahren

Nötige Hardware wie Kameras und Sensoren ist bereits an Bord.

Das völlig automatisierte Autofahren ist, wie bereits mehrmals berichtet , zwar noch ein Fernziel für das Ende dieses Jahrzehnts - doch es wirft seine Schatten voraus. Neue Modelle wie die auf der Automesse NAIAS 2014 in Detroit gerade präsentierte neue C-Klasse von Mercedes , die in Österreich bereits bestellt werden kann, werden schon jetzt mit Sensoren und Kameras ausgestattet, womit die Basis für das Fahren ohne Mensch am Steuer gelegt wird.

Fotos von der neuen C-Klasse

Diashow: Fotos von der neuen Mercedes C-Klasse 2014

Fotos von der neuen Mercedes C-Klasse 2014

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    Mehr Komfort für den Fahrer
    Autos sollen in Zukunft ohne den Fahrer einen Parkplatz suchen oder den Wagen durch den Stau lenken. Die dazu notwendige Software soll später einfach per Update aufgespielt werden, wie es heute beispielsweise bei Computer-oder Kamera-Betriebssystemen üblich ist.

    Daimler-Forschungs-Vorstand Thomas Weber spricht vom Übergang in eine neue Ära. "Bisher war es so: Das Auto behielt die Eigenschaften, genauso wie es gekauft worden war. Künftig werden wir zu einem Update-Prozess kommen, der dem Kunden neue Funktionalitäten in seinem eigenen Fahrzeug ermöglicht."

    Fotos vom Messerundgang in Detroit 2014

    Diashow: Fotos von der Detroit Auto Show 2014

    Fotos von der Detroit Auto Show 2014

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      Wenn das Auto mit der richtigen Hardware ausgestattet sei, könnten die Funktionen später erweitert werden. Die Volkswagen-Tochter Audi hat bereits ein System eingeführt, das den Kunden nicht nur den Austausch von Software, sondern auch von Hardware ermöglicht. Updates bietet auch schon der US-Elektroauto-Pionier Tesla an.

      Neue Verkaufsstrategie
      Die digitale Revolution im Auto fordert von den Autokonzernen eine neue Verkaufsstrategie, wie Gartner-Analyst Thilo Koslowski erklärt. Der Vormarsch von Internet und Elektronik im Auto werde die Branche in den kommenden Jahrzehnten grundlegend verändern. "Der durchschnittliche Verbraucher kann mit Verbesserungen des Motors nicht viel anfangen - aber er sieht sofort den Vorzug eines Updates im Infotainment", sagt Koslowski.

      Den Autoschmieden ist das längst bewusst. "Was der Kunde von seinem Smartphone kennt, erwartet er auch im Auto. Das werden wir ihm anbieten", sagt Daimler-Forschungschef Weber. Elektronik und Telematik gewännen an Bedeutung. Der vor zwei Jahrzehnten schon im Silicon Valley dafür gegründete Forschungsstandort von Daimler in Sunnyvale soll ausgebaut werden. Mercedes wie BMW nutzen den technischen Sprung außerdem für neue Produkte über das Auto hinaus. Beide bieten eine Online-Plattform an, über die ein Parkplatzmieter oder -besitzer zeitweise seinen Abstellplatz vermieten kann.

      Tücken
      Die schöne neue Technikwelt hat allerdings auch ihre Tücken. So schob Renault Verzögerungen beim Start seines Elektroautos Zoe auf Probleme mit dem Touchscreen. Fehler und Störungen beim Navigations- und Unterhaltungssystem von Ford brockten dem US-Konzern einen Absturz in der Rangliste für Fahrzeugzuverlässigkeit ein. Und General Motors musste ein Trainingsprogramm für Händler und Kunden auflegen, weil es Beschwerden hagelte, der neue Bordcomputer sei "überladen und frustrierend".