Rettet das SUV DBX die Marke Aston Martin?

Auslieferung startet

Rettet das SUV DBX die Marke Aston Martin?

Für den kriselnden britischen Luxusautobauer hängt vieles vom Erfolg seines ersten SUV ab.

Aston Martin  ist im ersten Halbjahr 2020 noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich fuhr das Unternehmen in der Coronakrise einen Verlust von knapp 200 Mio. britischen Pfund (219,86 Mio. Euro) ein, wie der britische Luxusautobauer in Gaydon mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen einen deutlich geringeren Fehlbetrag von knapp 63 Mio. Pfund eingefahren. Der Umsatz sackte um 64 Prozent auf 146 Mio. Pfund ab. Aston Martin schwächelt schon länger bei den Auslieferungen, im ersten Halbjahr waren es mit 1.770 Autos um rund 63 Prozent weniger.
 
 

DBX als Hoffnungsträger

Aston Martin setzt große Hoffnungen in sein erstes SUV, genannt  DBX . Der 550 PS starke und 247.868 Euro (ohne Extras) teure Crossover soll die Wende bringen, im Juli wurden die ersten Exemplare ausgeliefert (Bild oben). Mit ihm wollte das Unternehmen die Gesamtproduktion bis 2023 mehr als verdoppeln. Er könnte also noch gerade reichtzeitig in den Handel gekommen sein. Sollt der DBX nicht den gewünschten Erfolg bringen, wird die Luft für Aston Martin ziemlich dünn. Eines der Vorbilder ist das erfolgreiche SUV  Urus  vom Nobel-Konkurrenten Lamborghini aus dem Volkswagen-Konzern.
 
 

Neue Investoren

Für den Produktionsstart des Autos hatte das Unternehmen viel Geld in die Hand genommen. Am Jahresanfang musste Aston Martin über eine Finanzspritze von Investoren rund um den Formel-1-Milliardär  Lawrence Stroll gerettet werden , der mittlerweile Verwaltungsratschef ist. Zuletzt holten die Briten Tobias Moers von der Mercedes-Sportwagentochter AMG als Vorstandschef an Bord, der Anfang August startet.
 
 

Börse reagierte positiv

Aston Martin Lagonda, wie das Unternehmen vollständig heißt, war im Oktober 2018 für damals 1.900 Pence je Aktie an die Börse gegangen. Recht zügig danach ging es rasant bergab mit dem Kurs - im ersten Halbjahr belastete zudem die Ausgabe neuer Aktien. Zuletzt kostete die Aktie nur noch rund 50 Pence. Auf die Halbjahreszahlen reagierten Papiere des vor allem für die Autos aus den James-Bond-Filmen bekannten Konzerns aber positiv. Wegen des geringer als erwartet ausgefallenen operativen Verlusts zog der Kurs an.