So tricksen Porsche, Audi, BMW & Co. die NoVA-Erhöhung aus

Nicht alle dicken SUVs teurer

So tricksen Porsche, Audi, BMW & Co. die NoVA-Erhöhung aus

Dicke SUVs werden um bis zu 29.000 Euro teurer, doch die Hersteller haben eine Gegenstrategie.

Seit dem Wochenende ist klar, dass mit der neuen Öko-Steuerreform Neuwagen ab Juni 2021 teils  deutlich teurer werden . Die türkis-grüne Bundesregierung adaptiert die Normverbrauchsabgabe (NoVA) im Sinne einer "Ökologisierung". Laut den Plänen sollen dadurch vor allem die Preise "dicker" SUVs enorm steigen. Die NoVA-Erhöhung erfolgt gestaffelt und erreicht im Jahr 2024 ihren Höhepunkt. Je mehr Gramm CO2 ein Fahrzeug pro Kilometer ausstößt, umso höher wird die NoVA.

Bis zu 29.000 Euro teurer

Dabei hat die Regierung vor allem leistungsstarke SUVs ins Visier genommen. Hier einige Beispiele: Ein BMW X4 M (256 g CO2/km), der heuer (alles gerundet) brutto 116.000 Euro kostet (NoVA: 21.600 Euro) kostet nächstes Jahr 119.400 Euro (NoVA 25.200; +3.600 Euro) und 2024 dann 127.000 (NoVA: 32.800; +11.200 Euro). Bei einem Range Rover Sport SVR werden derzeit rund 175.000 Euro fällig (NoVA 38.300 Euro), nächstes Jahr 193.000 Euro (NoVA 56.300; +18.000 Euro ) und 2024 schließlich 204.000 Euro (NoVA 67.000 Euro; +29.000 Euro).

Plug-in-Hybridantrieb

Doch die Hersteller, die an den großen SUVs viel Geld verdienen, haben bereits vorgesorgt.  AudiPorscheBMWMercedesRange Rover  und Co. bieten ihre großen Stadtgeländewagen nämlich auch mit Plug-in-Hybridantrieben an. Und bei diesen sorgt der unrealistische Messzyklus für derart geringe Normverbräuche, dass teils keine bzw. fast keine NoVA anfällt. Bei Plug-in-Hybriden sind nämlich gleich zwei Antriebe verbaut. Zum einen ein herkömmlicher Benzinder, zum anderen E-Motoren, die ihre Energie aus einer an der Steckdose, Wallbox oder Ladesäule aufladbaren Batterie saugen. So kommen sie je nach Batteriekapazität rund 60 km weit rein elektrisch. Da der Messzyklus nur die ersten 100 km berücksichtigt, ergibt sich dann je nach Modell ein Normverbrauch von 0,9 bis 3,8 Liter auf 100 km – und das bei einer Systemleistung von bis zu 680 PS (!). Wer jedoch weitere Strecken fährt, oder die Batterie nie auflädt, verbraucht dann schnell einmal über 10 Liter auf 100 km. Denn die zweigleisige Technik sorgt für ein sehr hohes Gewicht. Doch das wirkt sich alles nicht auf die NoVA aus. Hier zählen nur die ersten 100 km des Messverfahrens und die werden stets mit vollen Batterien gefahren. Aus diesem Grund beträgt bei diesen großen SUVs die NoVA derzeit auch 0 Prozent.

Konkret führt das zu folgenden, für die Hersteller fabelhaften Normverbräuchen:

  • Porsche Cayenne E-Hybrid (462 PS): 3,1l/100 km, 71g CO2/km
     
  • Porsche Cayenne Turbo S E-Hybrid (680 PS): 3,8l/100 km; 86g CO2/km
     
  • Audi Q7 55 TFSIe (340 PS): 2,6/100 km; 59g CO2/km
     
  • Range Rover Sport P400e (404 PS): 3,2l/100 km; 72g CO2/km
     
  • BMW X5 xDrive45e (394 PS): 1,2l/100km; 27g CO2/km
     
  • Mercedes GLE (347 PS): 0,9l/100 km; 21g CO2/km
     
  • VW Touareg eHybrid (340 PS): 2,6l/100 km; 60g CO2/km

 

Kleinwagen hat doppelten CO2-Ausstoß

Zum Vergleich: Ein moderner Kleinwagen wie der Opel Corsa weist mit seinem 75 PS starken Einstiegsbenziner einen Normverbrauch von 5,2 Liter auf 100 km auf. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 117 Gramm pro Kilometer. Das ist knapp das Doppelte des 340 PS starken Audi Q7 55 TFSIe.

Fazit

Große SUVs mit hohem CO2-Ausstoß werden ab Mitte 2021 also tatsächlich drastisch teurer. Doch wer sich für eines dieser dicken Autos mit Plug-in-Hybridantrieb entscheidet, entkommt trotz hoher Leistung der enormen Erhöhung der NoVA.