Was VWs vernetzte Autos können sollen

Neue Plattform kommt

Was VWs vernetzte Autos können sollen

Fahrer bekommen Zugang zu ortsbasierten Diensten sowie Smart-Home-Geräten.

Der Volkswagen -Konzern nimmt seine in der " Strategie 2025 " enthaltene Digitalisierungsoffensive ernst und entwickelt eine eigene Plattform für vernetzte Autos. Dabei kooperiert Europas größter Autobauer mit dem Elektronik-Anbieter LG aus Südkorea, nicht mit den US-Anbietern Apple oder Google. Die Plattform setzt auf die neuesten Cloud-Technologien und soll den Fahrern unter anderem Zugang zu ortsbasierten Diensten (Infos zur Verkehrslage, zu Restaurants, Veranstaltungen, Konzerten, Geschäften, etc.) sowie Smart-Home-Anwendungen wie Beleuchtung, Heizung, Sicherheitssysteme oder Hausgeräte bieten, erklärte VW.

Vernetzte Geräte wie Kühlschränke, Kaffeemaschinen, Heizkörper, E-Herd, Alarmanlagen Überwachungskameras etc. sollen also bereits von unterwegs gesteuert und überwacht werden können. Zu der neuen Plattform gehört auch ein "Benachrichtigungscenter" - wie wer es vom Smartphone kennen -, in dem relevante Mitteilungen und Empfehlungen in Echtzeit angezeigt werden.

Eigene Lösungen im Vordergrund

Mit der Partnerschaft zeigt der Konzern, dass er stärker auf eigene Lösungen setzt, statt sich auf Plattformen von Google und Apple zu stützen. Die beiden Smartphone-Schwergewichte bieten Software an, mit der sich Smartphones besser an Infotainment-Systeme der Autos anschließen lassen und auch den Zugang zu diversen Online-Diensten bieten. Google baute zudem die nächste Android-Version " Nougat " so aus, dass sie auch als Betriebssystem der Bordcomputer dienen kann .

Angst um die (lukrativen) Daten

Aus der Branche war zugleich immer wieder zu hören, dass Autohersteller die Sorge hätten, an Google und Apple zu viele Daten abzutreten, mit denen sie selbst Geschäftsmodelle aufbauen könnten. Die deutschen Autobauer zeigten bereits den Willen, viel Geld in die Hand zu nehmen, um ihre Unabhängigkeit abzusichern: BMW, Daimler und die VW-Tochter Audi kauften Nokia im vergangenen Jahr für mehr als 2,5 Mrd. Dollar (2,2 Mrd. Euro) den Kartendienst Here ab .

Nicht das erste Gemeinschaftsprojekt

Mit LG arbeitete VW schon seit einiger Zeit bei Vernetzungs-Projekten zusammen. Unter anderem wurde schon Anfang 2015 bei der Technik-Messe CES die Möglichkeit, ein Auto per Smartwatch zu steuern, mit einer damals noch unveröffentlichten LG-Uhr demonstriert.