Bidl: Mercedes

Wasserstoff-Auto aus Graz

Erstes österreichisches Wasserstoff-Auto fahrfertig

Erstes (von der TU Graz entwickeltes) wasserstoffbetriebenes Auto ist ab sofort auf Österreichs Straßen unterwegs.

Fahrer des ersten Wasserstoffautos auf Österreichs Straßen haben an der Zapfsäule der Zukunft die Qual der Wahl: Benzin, Erdgas oder Wasserstoff. Alle drei Energieträger wurden in dem für den Verkehr zugelassenen Prototypen in Form eines umgebauten Mercedes E von Wissenschaftern der Technischen Universität Graz verwendet. Neun Jahre lang arbeiteten die Experten an dem "Hycar 1", am Mittwoch (4.11.2009) präsentierten sie es der Öffentlichkeit. 

Fahrer entscheidet über den Treibstoff
Das besondere an dem Fahrzeug ist die freie Wahl zwischen Wasserstoffbetrieb und Verbrennungsmotor. Sogar während der Fahrt kann der Lenker des Mercedes per Knopfdruck den Energieträger umstellen - "rucklos", wie Manfred Klell, Geschäftsführer vom Forschungszentrum Hydrogen Center Austria (Hycenta) der TU Graz, erklärte. Rund 150 Kilometer schafft das "Hycar 1" im reinen Wasserstoffbetrieb und stößt dabei weder Kohlenmonoxid oder -dioxid noch Kohlenwasserstoff aus. Die Emission von Stickoxiden sei "äußerst gering".

Der Kombinationsantrieb aus fossilen Energieträgern und Wasserstoff ist für Helmut Eichlseder, Vorstand des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik, eine "Brückentechnologie für den Übergang zu gänzlich CO2-freien Wasserstoffanwendungen". Die Kosten für das mit Wasserstoff betriebene Fahrzeug dürften zehn bis 20 Prozent über dem normalen Marktpreisen liegen, schätzten die Wissenschafter. 


Mangelnde Infrastruktur bremst
Die Experten räumten jedoch ein, dass das Problem bisweilen die Infrastruktur sei, denn die momentan einzige in Österreich öffentlich zugängliche Wasserstofftankstelle befinde sich im Hycenta bei der TU. Außerdem müssen die Gastanks wegen der Sicherheit in dichten Ummantelungen im Fahrzeug gelagert werden. Beim Prototypen nimmt der Tank daher den kompletten Kofferraum ein. Weiterentwicklungen würden aber vorsehen, dass die Flaschen am Fahrzeugboden montiert werden und so weniger Platz verbrauchen. (Quelle: APA)