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Studie

Österreicher wissen wenig über Vormerksystem

73 Prozent der Führerscheinbesitzer haben immerhin schon vom Vormerksystem gehört - das Wissen über die Delikte, die zu einer Vormerkung führen, lässt aber zu wünschen übrig.

Das fand eine österreichweite Studie des Focus Institutes heraus. Die Befragung zum Informationsstand über das Führerschein-Vormerksystem wurde erstmals im August 2005 bei 361 Führerscheinbesitzern ab 18 Jahren durchgeführt und heuer im September mit 278 Fahrberechtigten ab diesem Alter wiederholt.

22 Prozent wußte kein Punkte-Vergehen
Dabei konnten 22 Prozent der Auskunftspersonen spontan gar kein Vergehen nennen, das mit einem so genannten Punkt geahndet wird. Im Vorjahr waren es dagegen nur 14 Prozent. Ein sehr hoher Anteil der Befragten - 43 Prozent - glaubte fälschlich, dass Geschwindigkeitsüberschreitung ein Vormerkdelikt sei, 2005 waren es "nur" 32 Prozent.

Schnellfahren kein Punkteabzug
Raserei ist zwar ein " Entzugsdelikt", im Vormerksystem werden Geschwindigkeitsübertretungen aber nicht verzeichnet. An zweiter Stelle der Nennungen lag mit 34 Prozent das Vergehen "Alkohol am Steuer" - zumindest neun Prozent mehr als im vergangenen Jahr wussten, dass zu viel Promille einen Punkt bringen kann.

32 Prozent - um zwei Prozent weniger als 2005 - antworteten auf die Frage nach einem Vormerkdelikt richtig mit "nicht Anhalten bei Zebrastreifen" . Dass man sich beim Überfahren einer roten Ampel nicht erwischen lassen sollte, ist allgemein bekannt, dass dies der erste Schritt zum Führerscheinentzug ist, der nach drei Punkten erfolgt, nur 29 Prozent (2005: 30 Prozent).

Verschlechterungen zum Vorjahr
Zusammenfassend wurde dieses Jahr bei fast allen "richtigen" Delikten eine höhere Nennung als 2005 verzeichnet. Allerdings erhielten auch "falsche" Delikte teilweise höhere Zustimmung als bei der ersten Untersuchung. Waren es 2005 noch 19 Prozent, die Missachtung der Gurtenpflicht für ein vermeintliches Delikt hielten, sind es diesmal nur sechs Prozent.

Auf die Frage nach den Konsequenzen von Vormerkungen konnten 60 Prozent angeben, dass der Führerscheinentzug droht. Nachschulungen - die beim zweiten Verstoß anstehen - waren einem Viertel ein Begriff. Genauere Auskünfte konnten allerdings nur wenige geben.

Vormerkdelikte
Zu den "richtigen" Vormerkdelikten zählen außerdem: das Lenken eines Kfz, dessen technischer Zustand oder nicht entsprechend gesicherte Beladung eine Gefährdung der Verkehrssicherheit darstellt, das Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes, das Übertreten der Vorschriften bezüglich der Beförderung gefährlicher Güter bei Fahrt durch Autobahntunnel oder die Missachtung des Fahrverbots für Kfz mit gefährlichen Gütern in Tunneln, das Befahren des Pannenstreifens, die Nichtbeachtung des Zeichen "Halt", des Rotlichts generell sowie bei Bahnübergängen und das Umfahren bereits geschlossener Schranken.