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Umfrage

So beurteilen sich Österreichs Autolenker

Neue Umfrage unter Autofahrern: Österreicher sehen sich als hervorragende Autofahrer - Schuld sind immer die anderen.

Die VAV Versicherung und der Verkehrsstaatssekretär Mag. Helmut Kukacka präsentieren die Umfrage "Ich doch nicht – Das Risikobewusstsein der Österreicher im Straßenverkehr“. Die Kernaussagen des Umfrage-Ergebnis:

  • Österreicher sehen sich als hervorragende Autofahrer
  • Subjektive Einschätzung: Größte Gefahr geht von allen anderen PKW-Lenkern aus
  • Tempolimits sollen keinesfalls angetastet werden

Das Selbstbild der österreichischen Autofahrer ist ein höchst positives. Das zeigt eine Umfrage der VAV Versicherung, die vom Gallup-Institut durchgeführt wurde. So wiegen sich 44 Prozent der Befragten im Straßenverkehr in Sicherheit. Nur acht Prozent glauben, einem überdurchschnittlichen Risiko ausgesetzt zu sein. Fehler werden in erster Linie bei den anderen Verkehrsteilnehmern gesucht. So sehen sechs von zehn Autonutzer andere PKW-Lenker als Gefahrenquelle Nummer Eins. In einem sind sich die Österreicher in jedem Fall einig: Sie fühlen sich mit den aktuellen Tempolimits wohl und erteilen Plänen zur Veränderung der Geschwindigkeitsbegrenzungen eine klare Absage.

Dr. Norbert Griesmayr, Generaldirektor der VAV Versicherung: "Der Großteil der heimischen Autofahrer unterschätzt das eigene Verhalten als Risikofaktor. Gefährdet fühlen sie sich in erster Linie durch andere Verkehrsteilnehmer, vor allem durch andere PKW-Lenker und den Schwerverkehr. Eine Gefährdung durch eigene Sorglosigkeit wird erst an fünfter Stelle genannt. Eine eigene mangelnde Fahrpraxis als Gefahrenquelle wird erst an neunter und damit letzter Stelle genannt. Trotz des Rückgangs an Unfällen im Straßenverkehr, der durch verkehrspolitische Maßnahmen erreicht wurde, ist es jedoch nicht ratsam, den Kopf in den Sand zu stecken und zu denken, dass ausschließlich andere Verkehrsteilnehmer eine Gefahrenquelle darstellen und man selbst immun gegen Fehlleistungen ist. Durch vorausschauendes Fahren und Mitdenken für die anderen Lenker kann in vielen gefährlichen Situationen schon vor dem Crash richtig reagiert werden.“

Angst vor anderen PKW-Lenkern
Im Straßenverkehr fürchten sich die Österreicher vor allem vor den anderen PKW-Lenkern. Beinahe 60 Prozent sind der Ansicht, dass die anderen Autolenker die größte Gefahrenquelle auf Österreichs Straßen darstellen. Der Schwerverkehr rangiert mit 30 Prozent überraschenderweise erst an zweiter Stelle, gefolgt von den Zweiradfahrern mit 27 Prozent und schlechten Wetter- und Sichtverhältnissen, die 25 Prozent als gefährdend einschätzen. Danach folgen mit 16 bzw. 15 Prozent die eigene Sorglosigkeit und ein schlechter Straßenzustand. Fußgänger, zu hohe Geschwindigkeitsbegrenzungen und mangelnde Fahrpraxis bilden die Schlusslichter.

Österreicher sehen sich als sehr gute Autofahrer
2005 gab es auf Österreichs Straßen insgesamt 40.896 Unfälle, wobei 53.234 Verletzte und 768 Tote zu beklagen waren. Dass die bereits gesetzten Maßnahmen des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie hier positiv wirken, zeigt die Tatsache, dass alle drei Parameter sinken. Von 2004 auf 2005 verringerte sich die Zahl der Todesfälle um 12,5 Prozent. Die Unfälle weisen im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 4,1 Prozent auf. Diese Verringerung ist angesichts des stetig steigenden Verkehrsaufkommens umso bemerkenswerter.

Die für die Studie befragten Verkehrsteilnehmer schätzen folgerichtig ihr persönliches Risiko, in einen Autounfall verwickelt zu werden, zu einem großen Teil optimistisch ein. 17 Prozent glauben, dass ihr Risiko im Vergleich zu anderen viel niedriger ist, 27 Prozent halten es für etwas niedriger und 46 Prozent für gleich hoch wie jenes anderer Verkehrsteilnehmer. Nur acht Prozent geben an, nach ihrer subjektiven Einschätzung einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt zu sein.

Signifikante Unterschiede gibt es hier zwischen den einzelnen Bundesländern. So sehen sich die Wiener einem niedrigeren Unfallrisiko ausgesetzt als der österreichweite Durchschnitt. In den westlichen Bundesländern wird das Risiko tendenziell höher eingeschätzt.

Unfallrisiko laut Selbsteinschätzung gestiegen
Trotz der real gesunkenen Unfallzahlen schätzen die Autolenker das generelle Risiko, auf Österreichs Straßen zu verunglücken, als steigend ein. 44 Prozent halten das Risiko, im Straßenverkehr einen Unfall zu erleiden, für stark oder zumindest leicht steigend. Keine Veränderung gab es nach den Angaben von 28 Prozent der Befragten. Mit zehn Prozent meint nur eine Minderheit, dass sich das Unfallrisiko in den vergangenen Jahren verringert hat.

Tempolimit nicht antasten
Eine klare Absage erteilen die Autofahrer einer Änderung der Tempolimits auf Österreichs Straßen. Mit 64 Prozent sind beinahe zwei Drittel aller befragten Personen der Meinung, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen richtig angesetzt sind. 20 Prozent der Autofahrer halten die Begrenzungen für fallweise oder generell zu niedrig, und nur elf Prozent halten die Geschwindigkeiten für zu hoch.

Die Ergebnisse der Umfrage sprechen gegen die derzeitigen Bemühungen, die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu verändern. Sowohl die Erhöhung auf Tempo 160 als auch eine Senkung auf 100 km/h in Teilabschnitten der Westautobahn finden bei den Autofahrern wenig Zuspruch. Griesmayr: "Gleichbleibende Tempolimits bedeuten weniger Unfälle und weniger Staus. Das bestätigt die Forschung eindeutig. Die derzeitigen Tempolimits werden von der großen Mehrheit der Österreicher akzeptiert. Das ist die beste Voraussetzung dafür, dass sich die Autofahrer daran halten. Ein gleichmäßiger Verkehrsfluss ist auch die beste Prävention gegen Unfälle."