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So lassen sich Unterhaltskosten deutlich reduzieren

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Autofahren wird zunehmend zum Luxus: steigende Kraftstoffpreise, Versicherung, Reparaturen – immer mehr Fahrer können sich das Auto kaum noch leisten. 

Das muss nicht sein, denn mit der richtigen Fahrweise lässt sich viel sparen. Die besten Tipps gibt es hier.

Schon die richtige Reifenwahl hilft beim Sparen

Ein saisonaler Reifenwechsel ist auch in Österreich genauso wie im Nachbarland Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben. Deshalb verzichten immer mehr Autofahrer auf den Tausch von Sommer- und Winterreifen. Nicht nur eine Zeit-, sondern eine Kostenersparnis.

Clevere Autofahrer setzen sich, ähnlich wie in der Formel 1 angedacht, eine Ausgabengrenze. Dies hilft dabei, sämtliche Kosten für den Unterhalt und die Fahrten im Blick zu behalten. Durch den Umstieg auf Ganzjahresreifen lassen sich rund mindestens 120 Euro einsparen, denn ein zweiter Satz Reifen für den Sommer bzw. Winter kostet abhängig von Material und Größe ca. 30–100 Euro sparen. Hinzu kommen die Kosten für den Reifenwechsel und die Einlagerung, denn nicht jeder hat zu Hause Platz für die Räder.

© pixabay.com @ pixel2013 (CC0 Creative Commons)
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Ganzjahresreifen sind günstiger als je ein Satz Sommer- und Winterreifen, dürfen aber in Österreich nur mit Schneeketten gefahren werden. 

Ganzjahresreifen besser als ihr Ruf

Lange haben Autofahrer auf die Ganzjahresreifen verzichtet, denn sie hatten viele Jahre einen zwiespältigen Ruf. Fehlende Sicherheit auf Schnee und Eis oder ein unrundes Fahrgefühl – alles Einwände, die bei innovativen Ganzjahresreifen längst nicht mehr gelten. Auch die Reifenhersteller haben reagiert und an den Gummimischungen ihrer Ganzjahresreifen gearbeitet. Allerdings haben die Ganzjahresreifen einen höheren Profilverschleiß. Dies ist der Gummimischung geschuldet, die sowohl für kalten und eisigen Untergrund als auch für aufgewärmte Fahrbahnen angepasst sein muss.

Wer mit den Ganzjahresreifen besonders sportlich und viel fährt, muss mit einem höheren Verschleiß und womöglich einem häufigeren Tausch als beim Einsatz von Sommer- und Winterreifen rechnen. Spätestens, wenn die Profiltiefe unter 1,6 mm bei einem Kfz-Gesamtgewicht bis 3,5 t beträgt, ist gesetzlich ein Wechsel zwingend erforderlich.

Beim Kauf der Ganzjahresreifen hilft das neue Reifenlabel der Europäischen Union, kraftstoffsparende Exemplare zu finden. Eingeführt wurde das Label im Mai 2021, sodass Reifen mit dieser Kennzeichnung nicht nur auf Kraftstoffersparnis hinweisen, sondern auch die Neuheit des Reifens beurkunden.


Hinweis: In einigen Regionen Österreichs gibt es bei der Benutzung von Ganzjahresreifen zusätzliche Vorschriften. Wird das Fahrzeug auf winterlichen Fahrbahnverhältnissen genutzt, müssen wahlweise Winterreifen oder Ganzjahresreifen mit Schneeketten aufgezogen sein. Anders als in Deutschland beispielsweise gilt in Österreich von November bis April die Winterreifenpflicht bzw. die Verpflichtung zum Aufziehen wintertauglicher Bereifung. Wer innerhalb dieses Zeitraumes in Österreich ohne wintertaugliche Bereifung angetroffen wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. In Deutschland gibt es dafür keine Bestrafung, denn es besteht lediglich eine Empfehlung für Winterreifen, aber keine Verpflichtung. Für ungeübte Hände kann ein Aufziehen der Ketten zunächst äußerst anspruchsvoll sein. Deshalb am besten vor Eintritt der Winterreifenpflicht üben, um ein mögliches Bußgeld durch das Fehlen der Ketten auf Ganzjahresreifen zu vermeiden.

Der richtige Reifendruck spart Kraftstoff

Ein unterschätztes Sparpotenzial ist der richtige Reifendruck. Ist er zu niedrig, fördert dies nicht nur den Reifenverschleiß, sondern sorgt auch für einen höheren Kraftstoffverbrauch. Ursächlich dafür ist der erhöhte Rollwiderstand, den der Reifen mit weniger Druck aufweist. Experten haben ermittelt, dass eine geringe Abweichung von ca. 0,5 bar vom empfohlenen Reifendruck des Herstellers ein Plus um 5 % beim Kraftstoffverbrauch ausmachen kann.

Vorausschauendes Fahren verringert Kraftstoffverbrauch ebenfalls

Aggressive Fahrer haben häufig nicht nur mehr Stress, sondern auch eine höhere Tankrechnung. Die ständige Betätigung von Gas und Bremse sorgt für deutlich mehr Kraftstoffverbrauch. Wer hingegen vorausschauend fährt, muss weniger bremsen und braucht durch die notwendige Beschleunigung im Anschluss weniger Kraftstoff. Stattdessen hilft die Motorbremswirkung auf natürliche Weise, das Fahrzeug zu verlangsamen und Kraftstoff sowie Bremsenverschleiß einzusparen.

Das Anfahren im ersten Gang hat bestimmt jeder in der Fahrschule gelernt, aber hier verbirgt sich viel Einsparpotenzial. Wer beim Anfahren vom ersten in den zweiten Gang wechselt, reduziert seinen Kraftstoffverbrauch und kommt dennoch gut in Gang. Die meisten Fahrzeuge fahren übrigens am sparsamsten bei einer Geschwindigkeit von 100–130 km/h. Wer sich an das in Österreich ohnehin geltende Geschwindigkeitslimit hält, spart nicht nur beim Kraftstoff, sondern auch bei möglichen Bußgeldzahlungen bei Überschreitung. 

Der Blick ins Auto bietet noch mehr Einsparpotenzial

Das Auto ist nicht nur bei den Reifen ein wahres Sparwunder. Ein Blick ins Innere und auf das Dach kann sich lohnen und den Geldbeutel entlasten. Viele Autofahrer nutzen einen Dachgepäckträger, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen. Was nur wenige wissen: Der Dachgepäckträger sorgt für einen erhöhten Spritverbrauch. Deshalb sollte er nur dann montiert werden, wenn er wirklich notwendig ist.

Auch der Blick in den Kofferraum kann beim Einsparen helfen. Jedes Gramm unnötiger Ballast, der sich im Kofferraum oder im Inneren des Fahrzeuges befindet, kostet unnötigen Kraftstoff. Deshalb am besten entrümpeln und alle nicht benötigten Utensilien aus dem Fahrzeug entfernen.

Bei der Fahrt soll es schön kühl oder warm sein? Die Nutzung der Klimaanlage mag zunächst angenehm sein, doch auch sie ist ein wahrer Kraftstofffresser. Vielleicht reicht es, Frischluft durch das Öffnen des Fensters hineinzulassen oder die fehlende Wärme auf Kurzstrecken mit einer Jacke zu erreichen. Diese kleinen Tipps helfen, Kraftstoff und sogar CO₂ zu reduzieren.

© pixabay.com @ Bru-nO (CC0 Creative Commons)
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Jedes Gramm Zusatzgewicht am oder im Auto verbraucht Kraftstoff. Deshalb am besten den Kofferraum ausmisten und Träger, wenn nicht benötigt, demontieren.

Tipp: Zur richtigen Zeit tanken

Die Preise an den Tankstellen ändern sich mehrfach täglich. Wer das gesamte Sparpotenzial optimal ausnutzen möchte, sollte Preise im Umkreis vergleichen. Erfahrungen der Automobilclubs zeigen, dass es vor allem in den frühen Morgenstunden oder abends besonders günstig ist, zu tanken.

Ideal also, um in Tank zu füllen und das Budget zu schonen. Wer fernab der Autobahnen in ländlichen Regionen tankt, spart zusätzlich. Deshalb die Fahrten am besten so planen, dass einige Tankstellen im ländlichen Idyll angesteuert werden können. Einige Tank-Apps helfen besonders komfortabel dabei, die günstigsten Tankstellen in der näheren Umgebung zu finden.