Bild: ÖAMTC

15 Familienautos im Test

Welche Autos stellen Familien zufrieden?

Fünfzehn Familienautos aus unterschiedlichen Segmenten von Citroen bis zu VW traten zum großen Vergleich an.

Wer mehr als zwei Kinder hat, kennt das Problem: Wie bekommt man alle Kindersitze ins Auto? Da muss oftmals ein größeres Auto her, und das kommt ganz schön teuer - besonders für junge Familien eine erhebliche finanzielle Belastung.
 
Der heimische Autofahrerclub ÖAMTC hat nun 15 Modelle unter die Lupe genommen und kontrolliert ob sie halten was die Werbung verspricht. Wie der Test zeigte erfüllen viele, der als familienfreundlich angepriesenen Autos, die Erwartungen  nicht. Beim Test wurden neben den Autos auch die dazugehörigen Betriebsanleitungen genau unter die Lupe genommen. Gebräuchliche Universal-Kindersitze mit Isofix, die beim aktuellen Kindersitztest besonders gut abgeschnitten haben, wurden testweise an allen erlaubten Sitzplätzen in den Testautos eingebaut.

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Bild: (c) ÖAMTC

Am Start: Citroen C3 Picasso, Ford C-Max, Ford Mondeo Turnier, Opel Astra, Opel Insignia (4-Türer), Opel Zafira, Peugeot 807, Peugeot 5008, Renault Grand Scenic, Renault Kangoo, Renault Megane, Seat Exeo ST, Toyota Verso, VW Golf VI und VW Touran (alphabetische Reihung).


Ergebnis
Im Test hat am meisten der geräumige und mit Schiebetüren ausgestattete Peugeot 807 überzeugt. Die beiden Renaults Grand Scenic und Kangoo können beim Kindersitzeinbau auf der Rücksitzbank mit kleinen Abstrichen ebenfalls überzeugen. Beim Citroen C3 Picasso und Ford Mondeo sind die Sicherheitsgurte zu kurz geraten, was zur Abwertung führt. "Die Montage einer Babyschale erfordert bei beiden einen Mehraufwand", erklärt Steffan Kerbl (Techniker des Clubs). Die ungünstig geformte und schmale Sitzfläche des Ford C-Max kann bei Kindersitzen der Gruppe 1 dazu führen, dass der Kindersitz nicht gut am Fahrzeugsitz aufliegt. Der recht geräumige Toyota Verso muss sich die schlechte Zugänglichkeit der Isofix-Verankerungen vorwerfen lassen. Soll im VW Golf ein Isofix-Kindersitz mit Top-Tether montiert werden, geht dieser Zusatzgurt quer durch den Kofferraum und nimmt so wertvollen Platz weg. Dass es anders geht, zeigen Opel (Insignia mit 4 Türen), Seat und Peugeot 5008, die den Verankerungspunkt für den Top-Tether oben auf dem Rücksitz integriert haben. Dadurch bleibt der vollständige Kofferraum erhalten.
 

Fazit der Tester: Werbung hinterfragen - was ist "familienfreundlich"?
 
Diese Erkenntnisse hat der Test gebracht: Es gibt viele Fahrzeuge, die für Familien in Frage kommen, wobei die benötigte Anzahl an Kindersitzen einen großen Unterschied machen kann. Und nicht jeder Kindersitz passt in jedes Auto, obwohl die Mehrheit der neuen Fahrzeuge über Isofix- und Top-Tether-Verankerungen verfügen. Weiters stimmt das familienfreundliche Bild, das die Autowerbung vermitteln will, nicht immer mit den Erfahrungen in der Praxis überein. "Um herauszufinden, welches Auto wirklich passt, sollte man eine Testfahrt mit der ganzen Familie machen und alle notwendigen Kindersitze gleich mitbringen", empfiehlt daher der Techniker. Und es gibt nicht nur Verbesserungspotenzial an den Fahrzeugen selbst - manche Bedienungsanleitungen sind für technische Laien schwer verständlich. 

Das sollte man vor dem Kauf eines Familienautos wissen
 
Das Prädikat "familienfreundlich" in den Autowerbungen bezieht sich augenscheinlich nicht auf die Anzahl der Kinder. Die Praxis zeigt: Nur Großraumlimousinen - wie beispielsweise in diesem Test der Peugeot 807 - bieten wirklich angenehm Platz für drei Universal-Kindersitze in der zweiten Reihe. Für größere Kinder kann auch ein Sitzerhöher zwischen zwei Kindersitzen verwendet werden, der weniger Platz in Anspruch nimmt.Faustregel für die Wahl eines Familienautos: Ist das Fahrzeug eher hoch gebaut, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass drei Kindersitze auf der Rücksitzbank gut montiert werden können. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte den Sitz unbedingt probeweise einbauen.

Bei einigen Autos ist die Verwendung von Kindersitzen an einzelnen Plätzen per Bedienungsanleitung sogar untersagt. In der Werbung kommt das natürlich nicht vor. Daher ist es ratsam, dass man nicht nur beim Händler genau nachfragen, sondern auch die Betriebsanleitung vor dem Autokauf liest. Generell zeigte der Test weitere Sachzwänge auf, die beim Transport von Kindern im Auto und somit beim Autokauf beachtet werden müssen: Beifahrerairbag und rückwärtsgerichteter Sitz, Kindersitz mit Stützbein auf Fahrzeugboden mit Staufach, Zulassung von Isofix-Kindersitzen für das jeweilige Fahrzeug.
 

So genannte "Sieben-Sitzer" entpuppen sich oftmals als serienmäßige "5 plus 2-Sitzer", deren dritte Sitzreihe nur gegen Aufpreis lieferbar ist. Bei Sitzen in der dritten Reihe kommt es bei der Montage von Kindersitzen oft zu Problemen.

Den Autoherstellern erwachsen aus diesem Testergebnis einige Hausaufgaben. Bedienungsanleitungen müssen einfach und klar verständlich sein - bei den getesteten Fahrzeugen war das oftmals nicht der Fall. Entweder Werbung präzisieren oder Fahrzeuge verbessern. Ein Auto, das in Prospekten und Werbespots als familienfreundlich angepriesen wird, sollte über mehr als zwei Sitzplätze verfügen, die sich für den Kindertransport eignen, und gute zugängliche Isofix- und Top-Tether-Verankerungen haben.