Ausstiegswarner neuer Autos im Test

Gegen "Dooring"-Unfälle

Ausstiegswarner neuer Autos im Test

Es ist die Horror-Vorstellung jedes Radfahrers: In dem Moment, in dem man vorschriftsmäßig einen geparkten oder haltenden Pkw passiert, öffnet sich eine Autotüre. Ein Aufprall lässt sich nicht mehr vermeiden. 225 derartige Dooring-Unfälle haben sich 2018 bundesweit zugetragen, dabei wurden 34 Radfahrer schwer verletzt. Ausstiegswarner könnten solche Unfälle verhindern, haben der ÖAMTC und seine Partnerclubs bei einem Test herausgefunden.

ausstiegs-assistent-oeamtc1.jpg © ÖAMTC

Bei Audi und Mercedes im Programm

Derzeit bieten Audi (Weltpremiere 2017 im aktuellen A8) und Mercedes Ausstiegswarner an, bei denen die Funktionsweise des Totwinkelassistenten ausgeweitet wird, so dass rechtzeitig eine herannahende Gefahrensituation erkannt werden kann. Nach einem umfangreichen Test der beiden unterschiedlichen Systeme - in der Mercedes A-Klasse werden Fahrzeuginsassen beim Öffnen der Tür audiovisuell gewarnt, im Audi A6 verzögert ein elektronischer Schließmechanismus das Öffnen der Türe um eine knappe Sekunde - fiel das Fazit des ÖAMTC eindeutig aus. "Auch wenn in engen Parklücken die Funktion eingeschränkt ist, kann der Ausstiegswarner - sofern die nötige Sensorik eines Totwinkelassistenten am Fahrzeug bereits verbaut ist - mit wenig Aufwand einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten", berichtete ÖAMTC-Unfallforscher David Nose am Dienstag. Der Mobilitätsclub empfiehlt daher den serienmäßigen Einbau der Ausstiegswarner. Der ADAC hat auf seinem YouTube-Kanal ein Video vom aktuellen Test veröffentlicht:

So wurde getestet

"Mit drei verschiedenen Verkehrsteilnehmern – einem Auto bzw. einer Fahrzeugattrappe, einem Radfahrer sowie einem E-Tretroller – wurde getestet, ob die Systeme die herannahende Gefahrensituation rechtzeitig erkennen können", so Nosé. "In allen drei Fällen wurde die Fahrertüre genau in dem Moment geöffnet, in dem eine Bremsung gerade noch möglich gewesen wäre." Zudem wurde in weiteren Test-Settings eine enge Parklücke simuliert, um den Einfluss auf die Reichweite des Systems zu bewerten sowie die generelle Funktion für die übrigen Fahrzeugtüren getestet. Bei der A-Klasse erfolgt zuerst eine optische Warnung über eine LED-Leuchte im Außenspiegel, bei Öffnen der Türe erfolgt eine audiovisuelle Warnung. Im A6  sieht die Sache etwas anders aus. Hier verzögert ein elektronischer Schließmechanismus die Öffnung der Türe um eine knappe Sekunde, um den Insassen haptisch zu warnen. Zusätzlich wird visuell über eine Warnleuchte gewarnt. 

 

ausstiegs-assistent-oeamtc.jpg © ÖAMTC

 

Gegen Ignoranz hilft auch kein Ausstiegswarner

Dass selbst die besten Assistenzsysteme keinen Wert haben, wenn Autofahrer keine Umsicht an den Tag legen, ist auch dem ÖAMTC klar. "Fahrzeuglenker müssen immer und ohne Ausnahme vor dem Öffnen der Tür nach vorne und hinten schauen, ob sich ein anderer Verkehrsteilnehmer nähert", betonte der Unfallforscher. Ein Öffnen der Türe mit der türabgewandten Hand erleichtere den Schulterblick sowie den Blick in den Außenspiegel. "Es gehört außerdem zu den Aufgaben der Lenker, Beifahrer und andere Mitfahrer dazu aufzufordern, ebenfalls nach dem Verkehr zu schauen", Nosé. 

>>>Nachlesen:  So gut kennen Fahrer die Assistenzsysteme

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