Großes Maul und viel dahinter

BMW 740i

Großes Maul und viel dahinter

Als genügsamer Mensch hadert man selten mit seinem finanziell relativ minderbemittelten Status.

Ein Dach über dem Kopf, täglich eine warme Suppe – was braucht man mehr. Dann aber steht der neue BMW 740i in unserem Testwagenparcours und eröffnet den Blick in eine begehrenswerte andere Welt: So also fühlen sich die Großen und Mächtigen. So also fühlt es sich an, wenn jeder Wunsch von den Lippen abgelesen, jeder Handgriff abgenommen wird. Fast so zumindest. Denn: Ein Chauffeur wurde von BMW nicht mitgeliefert.

Wendekreis eines Kompaktwagens

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Großes Maul und viel dahinter
Fahren mussten wir unseren 740i schon selbst, und das war auch gut so: der große Bayer ist nämlich das Fahraktivste, was derzeit in der Welt der Luxus-Limousinen geboten wird. Da ist zum einen mal der gediegene 6-Zylinder-Benziner mit 326 PS, der den Zweitonner in 5,6 Sekunden auf 100 stemmt. Regelrecht der Mund bleibt einem offen stehen, wenn der Kreuzer durch enges Gassengewirr manövriert und in diesem auch mal reversiert werden muss. Die mitlenkende Hinterachse verschafft dem Hünen den Wendekreis eines Kompaktwagens.


Radarsensoren


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Großes Maul und viel dahinter
Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher? Im 7er kein Thema. Im Comfort-Modus wird aus der Rumpelpiste ein Tanzparkett. Wenn’s rasanter zu Sache gehen soll, empfiehlt sich die Einstellung Sport oder Sport+: Der Protz spannt dann die Muskeln an, strafft das Fahrwerk und präzisiert die Lenkung. Und nun zum dienstbaren Charakter des Edelschiffs: Eine Kamera detektiert Verkehrsschilder, erkennt Tempo-Limits und zeigt sie dem Fahrer an. Radarsensoren beobachten das Umfeld des Fahrzeugs und warnen per optischem Warnsignal, wenn sich beim Umspuren ein Auto im toten Winkel befindet. Der Fernlichtassistent erkennt entgegenkommende Fahrzeuge und blendet automatisch ab.  All das kostet im 740i 130.000 Euro. Und da wären wir wieder in der realen Welt angelangt.