Das BMW M2 Coupé im Test

Kompaktkracher

Das BMW M2 Coupé im Test

Dieses Auto wurde geschaffen, um Freude zu bereiten – Mis­sion accomplished!

Ein sachlicher Pragmatiker ist er nicht, der M2 . Eher genau das Gegenteil. Trotzdem gilt ihm unsere Stimme. Das liegt zum einen an der Ehrlichkeit des Kompaktkrachers von BMW. Er verbiegt sich nicht. Er gibt nicht vor, etwas anderes zu sein, als ein inbrünstiges, Lust spendendes Fahrgerät. Da steckt kein tieferer Sinn dahinter.

© TZ ÖSTERREICH/zac
Vier „Röhrln“ weisen dezent auf ein orgiastisches Geräuscherlebnis hin.

Der Weg ist das Ziel
Und so fahren wir ihn eben, und zwar ins Blaue. Ziel braucht man keines. Es ist wie so oft der Weg, der zählt. Hier aber wirklich. Ständig ist man versucht, den vier Auspuffrohren synthetische Fehlzündungen oder das wunderbar hundsordinäre Blubbern (Anti Lag) zu entlocken. Und dann dieser Schub unter Volllast, wenn die 370 PS des aufgeladenen Reihensechszylinders den M2 mit vollem Karacho von hinten andrücken. Da kann es weniger Sportwagen-Geeichten schon passieren, dass sich unkontrollierte Laute den Weg bahnen – oral, versteht sich. Positiv: BMW bietet den M2 auch mit manuellem Sechsgang-Getriebe an, das für extrem sportliche Fahrer, die oft auf Rennstrecken unterwegs sind, wohl erste Wahl sein dürfte. Alle anderen, die den Kompaktkracher auch im Alltag benutzen, sind mit der famosen 8-Gang-Automatik aber besser bedient. Sie schaltet unglaublich schnell, dreht die Gänge bei Bedarf voll aus und lässt via Schalpaddels am Lenkrad auch manuelle Gangwechsel zu. Zudem absolviert der M2 mit dem Doppelkupplungsgetriebe den Standardspurt minimal schneller und glänzt auch mit einem niedrigeren Normverbrauch. Letzteres dürfte für die Käufer aber eher weniger interessant sein.

© TZ ÖSTERREICH/zac
Im Testwagen war die 8-Gang-Automatik verbaut. BMW verkauft den M2 aber auch mit 6-Gang-Schaltbox.

Fahrmaschine für Könner
Erstaunlich allerdings, wie kontrolliert sich der M2 um die Kurven bugsieren lässt. Präzise, haarscharf und verdammt trittsicher. Allerdings nur bei vollständig aktivierten Regelsystemen. Knipst man die aus, wäre es der Sache nicht undienlich, säße vorne links ein versierter Volantdreher. Die Achsen und die Bremsanlage stammen aus dem M3 bzw. M4 . Aufgrund seines geringeren Gewichts und der knackigen Maße kann er seinen größeren Brüdern trotz Leistungsdefizit von rund 60 PS fahrdynamisch das Wasser reichen.

Lange Lieferzeiten
Wenn ihre Wahl nun auch auf das M2 Coupé fällt, sollten Sie einen langen Atem mitbringen. Die offizielle Markteinführung erfolgt zwar am 24. Oktober 2016, doch die Liefertermine der 65.450 Euro (Automatik: 68.620 Euro) teuren Hedonistenschleuder liegen mittlerweile gegen Ende 2017. Zuletzt ließ BMW übrigens mit der Studie 2002 Hommage aufhorchen. Diese basiert auf dem aktuellen M2 und könnte ein Vorbote einer noch schärferen CSL- oder GTS-Kleinserie sein. (C. Zacharnik)

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Technische Daten
Motor: 3,0-Liter-Turbobenziner (R6)
Leistung: 370 PS; 465 Nm ab 1.400 U/min.
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 4,3 Sekunden; Spitze: 270 km/h
Normverbrauch: 7,9 Liter auf 100 km
Basispreis: 65.490 Euro; Testwagen: 76.625 Euro

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Diashow: BMW 2002 Hommage (Mai 2016)

BMW 2002 Hommage (Mai 2016)

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    Diashow: Fotos vom BMW M2 Coupé

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