Günstiger Familien-Van

Der Dacia Lodgy dCi 110 im Alltagstest

So viel Auto für so wenige Geld bekommt man bei keinem anderen Hersteller.

In unserem Fahrbericht hat der Dacia Lodgy bereits bewiesen, dass er für preisbewusste Van-Käufer eine echte Alternative darstellt. Kein Wunder, schließlich bietet er extrem viel Raum gepaart mit einer guten Ausstattung für vergleichsweise wenig Geld. Nun musste der Kompakt-Van der rumänischen Renault-Tochter zeigen, ob er sich auch im Alltag bewährt.

© TZ ÖSTERREICH/Kernmayer
Der Dacia Lodgy dCi 110 im Alltagstest
× Der Dacia Lodgy dCi 110 im Alltagstest

Im kastenförmigen Heck gibt es viel Platz für Passagiere und Gepäck.

Platz ohne Ende
Drei Kids, Skiausrüstung, viel Gepäck und 560 Kilometer großteils Schneefahrbahn - mit dem Lodgy ist das alles kein Problem. Der stärkere 4-Zylinder-Turbodiesel surrt angenehm, auch bei 130 km/h sind kaum Fahrtwind-Geräusche zu hören. Im geräumigen Kofferraum ist alles verstaut - inklusive fünf Paar Ski. Der Family-Van ist ein echtes Raum-Wunder. Während sich die Kids hinten angenehm ausbreiten (dabei wurde auf die optionale dritte Sitzreihe verzichtet), schätzen wir das angenehme Fahrverhalten und den Extra-Komfort, den es für nur knapp über 2.000 Euro extra gibt. Die beheizbaren Vordersitze machen die klirrende Morgen-Kälte mehr als erträglich. Das extrem günstige (kostet keine 500 Euro) Multimedia-System mit Touchscreen-Navi spielt alle Stückl'n, und das Lederlenkrad gibt uns in dem ansonsten unauffälligen Auto einen Hauch von Luxusgefühl. Die Einparkhilfe ist bei einer Länge von viereinhalb Metern eine durchaus wertvolle Investition.

© TZ ÖSTERREICH/Kernmayer
Der Dacia Lodgy dCi 110 im Alltagstest
× Der Dacia Lodgy dCi 110 im Alltagstest

Solide verarbeitetes Cockpit mit teils billigen Materialien.

Wir empfehlen den stärkeren Diesel
Die Motorisierung (107 PS) ist gerade ausreichend - sie beschleunigen den 1.337 Kilo schweren Van in 11,6 Sekunden von 0 auf 100. Der Lodgy meistert auch echte Herausforderungen - die verschneite Gletscherstraße von Sölden auf den Rettenbachferner schafft er ohne Probleme. Vom kleineren Diesel würden wir jedoch abraten - insbesondere dann, wenn häufig mehrere Personen oder viel Gepäck mit an Bord sind.

Fazit: Viel Auto zum Schnäppchenpreis
Für 18.159 Euro - da starten die Preislisten der meisten Konkurrenten erst - haben wir ein üppig ausgestattetes Familien-Schnäppchen - wer auf das angenehme Drumherum verzichtet, ist beim Einstiegs-Modell (Benziner) schon um 10.000 Euro mit dabei. Für das Basismodell gibt es jedoch kaum Extras, weshalb es eher als Lockangebot durchgeht. In jedem Fall sollte für den Urlaub noch genug Geld im Börsel bleiben.

Der günstige Preis kommt durch mehrere Faktoren zustande. Dazu zählen ein vergleichsweise geringes Lohnniveau im Produktionsland, der Einsatz von bewährter Renault technik und den teils billig wirkenden Materialien im Innenraum. An der Verarbeitung gibt es aber nichts auszusetzen. Moderne Assistenzsysteme sind auch nicht zu haben. Die gewohnte Sicherheitsausstattung (Airbags, ESP, ABS, etc.) ist beim Lodgy aber immer mit dabei. Mit dieser Taktik ist Dacia in den letzten Jahren vom Mauerblümchen zu einem echten Konkurrenten für etablierte Hersteller geworden. Während bei vielen europäischen Autobauern die Verkaufszahlen sinken, erzielen die Rumänen nach wie vor beeindruckende Zuwächse. Auch in Österreich.

Technische Daten (Lodgy dCi 110)
1,5-Liter 4-Zylinder-Commonrail-Turbodiesel mit 107 PS
Beschleunigung: 0 bis 100 km/h in 11,6 Sekunden
Testverbrauch: 5,9 Liter/100 km
Preis: 18.159 Euro (Testwagen inkl. Extras)

Fotos vom Lodgy

Diashow: Fotos vom neuen Dacia Lodgy