Der „neue“ Ford C-Max im Test

Kompakt-Van

Der „neue“ Ford C-Max im Test

Auch Grand-Version mit bis zu sieben Sitzen wurde überarbeitet.

Nachdem Ford kürzlich alle Österreich-Infos des aufgefrischten C-Max' verraten hat , steht die Markteinführung (Juni) kurz bevor. Wir konnten die überarbeitete Version des Touran-Gegners auf einer spanischen Insel bereits fahren. Überraschend kommt die Frischzellenkur nicht. Schließlich basiert der C-Max auf dem Focus , der bereits seit Anfang des Jahres von seinem Facelift profitiert. Wie bei diesem konzentriert sich die Überarbeitung beim Kompaktvan ebenfalls hauptsächlich auf die Frontpartie und das Cockpit. Darüber hinaus kommen ein neu abgestimmtes Fahrwerk sowie überarbeitete bzw. neue Motoren zum Einsatz. Die Verbesserungen sollen helfen, den bisherigen Erfolg fortzuführen. Seit der Markteinführung 2003 hat Ford in Europa über 1,3 Millionen C-Max verkauft.

Diashow: Fotos vom Ford (Grand) C-Max 2014

Die schlankeren Scheinwerfer, rechtwinklig-gestreckte Nebelscheinwerfer und der trapezförmige Kühlergrill im „Aston Martin“-Look...

...fügen sich nahtlos in die aktuelle Designlinie der Marke ein.

Wie gewohnt, stellt Ford seinen Kunden auch weiterhin den fünfsitzigen C-Max und sein auf Wunsch...

...siebensitziges Pendant Grand C-Max zur Wahl.

Letzterer verfügt hinten wieder über zwei seitliche Schiebetüren.

Die beiden zusätzlichen Sitze in der dritten Reihe kosten Aufpreis und sind nur etwas für Kinder.

Das maximale Ladevolumen nimmt es auch locker mit einem Besuch im Baumarkt auf.

Die Sitze in Reihe zwei sind straff gepolstert und bieten ausreichend Platz.

Statt dem kleinen Display und den vielen Knöpfen gibt es nun einen bis zu 8-Zoll großen, hochauflösenden Touchscreen.

Ford bietet seine Kompaktvans mit je fünf Benziner und Diesel an, die ein Leistungsspektrum von 85 PS bis 182 PS abdecken, die Euro-6-Norm erfüllen und

allesamt mit einem Start-&Stopp-System (ausgenommen 1,6-Liter Ti-VCT mit 85 PS) ausgestattet sind.

Zu den vielen verfügbaren Assistenzysystemen zählen beispielsweise die automatische Notbremse, die jetzt bis 50 km/h statt 30 km/h funktioniert,..

...und der überarbeitete Parkassistent, der den Van nun auch in Lücken quer zur Fahrbahn einparkt.

Design und Innenraum
Optisch gibt sich der „neue“ C-Max vor allem von vorne zu erkennen. Hier gibt es nun ebenfalls den mittlerweile unvermeidlichen Aston-Martin-Grill sowie schmälere Scheinwerfer. Dezenter Chromaufputz lässt den Kompatvan zudem hochwertiger wirken. In der Seitenansicht und an den Abmessungen hat sich nichts verändert. Am Heck gibt es neu gestaltete Rückleuchten und eine modifizierte Schürze. Während es außen also eher eine Evolution gab, spielte sich im Cockpit eine kleine Revolution ab. Hier haben die Entwickler einen großen Frühjahrsputz veranstaltet, bei dem nicht nur die unübersichtliche Mittelkonsole entrümpelt wurde, sondern auch die verwendeten Materialien ein deutlich höheres Qualitätsniveau erreichen. Anstatt der vielen verstreuten Schalter und Tasten erfolgt die Bedienung nun über ein hochauflösendes, 8 Zoll großes Touch-Display (Serie bei Titanium). Darüber hinaus erkennt das Sync 2 System – wie in allen neuen Ford-Modellen – auch Sprachbefehle. So lassen sich etwa das Navigationssystem, die Soundanlage oder die Klimaanlage per Sprachkommando bedienen. Im Test funktionierte das System recht gut. Wenn man die vordefinieren Kommandos einmal intus hat, gewöhnt man es sich schnell ab, irgendwelche Tasten zu drücken, oder am Touchscreen herumzuspielen. Ein weiteres Lob verdienen die klar gezeichneten Instrumente sowie die hervorragenden Vordersitze, die ausreichend Seitenhalt bieten und absolut langstreckentauglich sind. Große Fahrer würden sich jedoch wünschen, dass die Sitze etwas tiefer verstellt werden können.

Aktive Sicherheit
In Sachen Assistenzsysteme spielt Ford schon länger ganz vorne mit. Hier mach auch der C-Max keinen negativen Ausreißer. Zu den neuen Highlights zählen beispielsweise die automatische Notbremse, die jetzt bis 50 km/h statt 30 km/h funktioniert, und der überarbeitete Parkassistent, der den Van nun auch in Lücken quer zur Fahrbahn einparkt. Darüber hinaus fährt er den C-Max auch wieder selbstständig auf die Straße und achtet dabei sogar auf den Querverkehr. Bekannte Helfer wie die Verkehrszeichenerkennung, der Spurhalte-Assistent und der Toter-Winkel-Warner sind natürlich nach wie vor zu haben. Ebenfalls neu im C-MAX ist der adaptive Tempomat ACC (Adaptive Cruise Control), der eine zuvor eingestellte Distanz zum vorausfahrenden Fahrzeug konstant beihält.

Antrieb
Da Kompaktvan-Käufer viele unterschiedliche Anwendungszwecke haben, ist es in diesem Segment natürlich besonders wichtig, viele Antriebsvarianten im Programm zu haben. In diesem Punkt kann der „neue“ C-Max richtig punkten. Ford bietet ihn mit je fünf Benziner und Diesel an, die ein Leistungsspektrum von 85 PS bis 182 PS abdecken, die Euro-6-Norm erfüllen und allesamt mit einem Start-&Stopp-System (ausgenommen 1,6-Liter Ti-VCT mit 85 PS) ausgestattet sind. Bei den stärkeren Benzinern (150 und 182 PS) handelt es sich um die neuen Turbo-Direkteinspritzer mit 1,5 Litern Hubraum, die ein maximales Drehmoment von 240 Nm erreichen und auch im Focus, Mondeo und dem neuen Galaxy zum Einsatz kommen. Bei besseren Fahrleistungen soll der Verbrauch im Schnitt um rund 20 Prozent sinken. Das 182 PS starke Top-Modell schafft 213 km/h, die sparsamste Diesel-Variante namens „Econetic“ weist einen Normverbrauch von 3,8 Liter auf 100 km auf. Für einige Motoren gibt es auch ein Doppelkupplungsgetriebe, Allrad ist hingegen nicht zu haben.

Fahreindruck
Vom 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS konnten wir uns bereits ein Bild machen. Der quirlige Motor passt gut zum C-Max. Das Aggregat hängt gut am Gas, ist trotz Turbo drehfreudig, beschleunigt den Familienfreund in unter 10 Sekunden auf Landstraßentempo (0 auf 100 km/h in 9,7 Sekunden) und läuft auf der deutschen Autobahn bis 202 km/h. Im Alltag dürfte sich der Verbrauch zwischen 6 und 7 Litern auf 100km einpendeln. Sparsamer gehen die Selbstzünder zu Werke, die in Österreich ohnehin den Großteil der verkauften Modelle befeuern werden. Hier ist die 120 PS-Version zu empfehlen. Sie ist sehr sparsam, besitzt aber dennoch ausreichend Temperament um längere Etappen zügig abspulen zu können. Nach dem Kaltstart ist das Arbeitsprinzip zwar deutlich hörbar, nach wenigen Minuten läuft der Diesel aber sehr ruhig. Bei der Überarbeitung wurde das Geräuschniveau auch insgesamt verbessert. Das Mehr an Dämmmaterial und die dickeren Scheiben machen sich bezahlt. Darüber hinaus hat Ford auch  beim Fahrwerk Wort gehalten. An der Agiltität und am Fahrverhalten gab es ohnehin nichts auszusetzen. Der C-Max zählte schon bisher zu den sportlicheren Vertretern seines Segments. Doch nun beherrscht er auch den Komfort besser. Lange Wellen werden hervorragend weggefiltert und selbst kurze Stöße schlagen jetzt nicht mehr bis in die Lenkung bzw. den Sitzen durch. Und auch die Lenkung reagiert nun noch etwas feinfühliger. Um die Mittellage hätten wir uns aber etwas mehr Rückmeldung gewünscht. Doch das ist Kritik auf hohem Niveau.

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Raumangebot
Neben einer breiten Motorenauswahl spielt für Kompaktvan-Käufer natürlich auch das Raumanbegot ein wichtige Rolle. Der Laderaum des normalen C-Max fasst wie bisher 471 bis 1.723 Liter. Wem das nicht reicht, der kann auch weiterhin zum Grand C-Max greifen. Dieser verfügt über hintere Schiebetüren, ist 14 Zentimeter länger und lässt sich auch mit einer dritten Sitzreihe aufrüsten. Letztere ist aber nur für Kinder geeignet. Das Ladevolumen lässt sich bei der Grand-Version von 600 auf bis zu 1.867 Liter vergrößern. Die fünf hinteren Sitze klappen sich dabei in den Boden. Ein Ausbau ist also nicht nötig. Einige Neuerungen, die den Alltag erleichtern, bietet Ford aber (leider) nur für die kurze Variante an. Hier öffnet die Heckklappe auf Wunsch nun elektrisch – auch dann, wenn man mit dem Fuß unter der Heckstoßstange herumwedelt. Zwischen den Vordersitzen gibt es einen praktischen Haltesteg, mit dem man die Öffnung des Cupholders an die Bechergröße anpassen kann. Außerdem lässt sich die Mittelkonsole nun verschieben.

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Preise und Ausstattung
Zur Markteinführung bietet Ford den C-MAX Trend mit dem 1,0-Liter-EcoBoost-Dreizylinder-Motor und 100 PS ab 18.590 Euro an; der identisch motorisierte Grand C-MAX ist aktuell zum Aktionspreis von 19.890 Euro erhältlich – bei beiden Karosserie-Varianten gehört eine Klimaanlage und ein Audiosystem zum Lieferumfang. Der Hersteller verspricht einen Preisvorteil von über 4.300 Euro. Normalerweise startet die Preisliste bei 19.450 Euro. Dafür bekommt man den 85 PS starken C-Max Ambiente (ohne Klima). Den günstigsten Diesel (95 PS, Ambiente) gibt es ab 22.550 Euro. Neben Ambiente und Trend steht noch die Top-Ausstattungslinie Titanium zur Wahl. Viele nützliche Extras hat Ford in  relativ günstige Pakete (Business-, Family-, Fahrer-Assistenz- und Easy-Driver-Paket) gepackt.

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Fazit
Ford hat den C-Max an den richtigen Stellen verbessert. Die Motoren sind sauberer und sparsamer, das Cockpit wurde  entrümpelt, das Fahrwerk auf Komfort getrimmt und die aktive Sicherheit erhöht. Am Platzangebot und der Variabilität gab es ohnehin wenig auszusetzen. Da auch die Preise im Rahmen bleiben, scheint einer Fortsetzung der C-Max-Erfolgsgeschichte kaum etwas entgegen zu stehen. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Besonders spannend dürfte das Duell mit dem völlig neuen Touran werden, der im September in den Handel kommt. Ford-Vorteil: Der überarbeitete C-Max startet bereits einige Monate früher.

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Technische Daten
Motoren: Benziner mit 85, 100, 125, 150 und 182 PS, Diesel mit 95, 105, 120, 150 und 170 PS
Verbrauch: von 3,8 bis 6,8 Liter auf 100 km
Abmessungen: 4,38 x 1,82 x 1,62; Grand C-Max: 4,52 x 1,82 x 1,62 (LxBxH in Meter)
Kofferraum: 471 bis 1.723 Liter; Grand C-Max: 600 bis 1.867 Liter
Leergewicht: ab 1.374 kg, Grand C-Max: ab 1.473 kg