Der neue Ford Edge im Fahrbericht

Großer Onkel aus Amerika

Der neue Ford Edge im Fahrbericht

Fullsize-SUV nimmt VW Touareg, BMW X5 und Konsorten ins Visier.

Der Edge ist, nach dem Mustang , der erste Ford, der im Großen und Ganzen 1:1 aus den USA nach Europa importiert wird – zwar erst in der bei uns im Juni startenden zweiten Generation, aber immerhin. Die Fertigung erfolgt in Kanada. Aber während der große Bruder des Kuga in der neuen Welt eher in die Kategorie kompakt fällt, ist er in „good old Europe“ eine gewaltige Erscheinung, mit seinen 4,81 Metern und einer Breite von zwei Metern. Potenziert wird die Eindrücklichkeit der Erscheinung noch einmal durch die martialisch ausgefertigte Frontoptik mit großem, aufrecht stehendem, schwarzem Grill und die markanten Kanten. Die schrägstehende D-Säule und das durchgehende Leuchtenband zwischen den Rückleuchten verleihen auch dem Heck einen kleinen aber feinen Wow-Charakter. Das großzügige Raumangebot und den großen Kofferraum (602 bis 1.847 Liter) sieht man dem dynamisch gezeichneten Edge auf den ersten Blick gar nicht an.

© Ford Motor Company
Ford hat die stattlichen Abmessungen ziemlich adrett verpackt.

Außen mimt er den Harten, innen den Zarten
So hart sich der Edge von außen gibt, so sanft ist er in Fahrt. Das Fahrwerk ist auf der weichen Seite angesiedelt, die Lenkung etwas indifferent, aber komfortabel justiert. Außer man entscheidet sich für die optionale Aktivlenkung, die wir bereits aus dem S-Max kennen. Dann wird das Kurvenräubern trotz hohem Aufbau und Wanktendenz zum Genuss. Das bei der stärkeren Motorisierung obligate 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe vollführt den Gangwechsel sanft.

© Ford Motor Company
Das Cockpit sieht nett aus; Bedienung und Qualität lassen aber Luft nach oben.

Antrieb
Apropos Antrieb: Sehr unamerikanisch verhält sich das lediglich aus zwei Dieseln bestehende Motorenprogramm. Den Einstieg bildet der 2,0 TDCi mit 180 PS, der stets an ein manuelles Sechsgang-Getriebe gekoppelt ist, die höchste Leistungsstufe derselbige nur mit Bi-Turbo und 210 PS. Nach dem ersten Vergleich geben wir der stärkeren Variante den Vorzug, die sich mit dem in beiden Versionen allradgetriebenen Zweitonner doch um einiges leichter tut. Zudem passt das Automatikgetriebe zu so einem großen SUV einfach besser. Verbrauchstechnisch gibt es kaum einen Unterschied.

>>>Nachlesen: Alle Österreich-Infos vom Ford Edge

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Im Visier des Edge stehen dezidiert deutsche Proponenten à la VW Touareg oder BMW X5 . Was den "großkopferten" Gestus betrifft, kann er der Konkurrenz das Wasser reichen. Dem ist bei der Materialauswahl im Inneren und bei der Bedienlogik des zäh reagierenden Navi-Systems nicht ganz so. Konkret wirkt vor allem das verbaute Plastik in der Mittelkonsole ziemlich billig – vielleicht wird das bei der Vignale-Version besser. Dafür ist das Preisgefüge umso interessanter: Der Einstieg liegt bei 45.500 Euro, wobei Allrad und tatsächlich sehr viel Ausstattung (SYNC2 mit Sprachsteuerung, Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Verkehrsschilderkennung, Pre-Collision-Assistent, Fahrspurhalteassistent, etc.) schon an Bord sind. Bei der 210 PS Version geht es ab noch immer vergleichsweise günstigen 54.300 Euro los. Damit liegt der Edge in etwa auf Augenhöhe mit Hyundai Santa Fe und Kia Sorento . Die Koreaner bieten jedoch bei ähnlich guter Ausstattung eine längere Garantie.

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Technische Daten
2,0 TDCi mit 180 (400 Nm) und 210 PS (450 Nm)
Fahrleistungen: 0 – 100 km/h in 9,9 bzw. 9,4 Sek.; Spitze: 200 bzw. 211 km/h
Leergewicht: ab 1.912 bzw. 1.949 Kilo
Normverbrauch: 5,8/100 km
Abmessungen: 4,8/1,9/1,7 Meter (L/B/H)
Kofferraum.: 602 bis 1.847 Liter
Preis (min.): 45.500 Euro (2.0 TDCi; Trend)
Preis (max.): 57.500 Euro (210 PS; Sport)

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